Mit den Berufungen für die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana machte Julian Nagelsmann zwei jungen Spielern eine besondere Belohnung: Lennart Karl und Jonas Urbig bekommen nach ihren herausragenden Leistungen für den FC Bayern ihre Chance.
Auch wenn der Bundestrainer auf der Pressekonferenz betonte, "dass es eben noch keine WM-Nominierung ist, sondern eine Nominierung für eine Abstellungsperiode im März" ist, zeigt die Entscheidung für die beiden Youngsters klar: Nagelsmann vertraut ihnen und will sie in einem wichtigen Zeitraum genauer sehen.
So sieht Nagelsmann die Torwart-Situation
Gerade bei Urbig wollte Nagelsmann mit Blick auf die große Konkurrenz auf dieser Position deutlich machen, warum er sich für das Bayern-Talent entschieden hat.
"Es war keine Entscheidung gegen Noah Atubolu und Finn Dahmen, sondern eine Entscheidung für Jonas. Trotz seines jungen Alters hat er eine hervorragende psychische Stabilität bewiesen. Er wurde ins kalte Wasser geworfen und hat in der Champions League sofort überzeugt", erklärte Nagelsmann.
Auch mit Blick auf den traditionell großen Bayern-Block im DFB-Kader lieferte der ehemalige FCB-Coach einen interessanten Punkt: "Der Bayern-Block ist sehr wertvoll für uns. Wenn alles so weiterläuft, hat Jonas eine große Zukunft im deutschen Fußball. Wir wollen sehen, wie er sich bei uns einfügt. Er kann sich jetzt beweisen, und dann entscheiden wir im Mai, was das Beste ist. Wir sind in der Torwartfrage ganz entspannt."
"Jugendliche Spielfreude" für den DFB
Auch in der Offensive ist die Konkurrenz groß. Besonders Said El Mala und Lennart Karl galten zuletzt als die favorisierten Top-Talente für den Angriff. Am Ende erhielt aber nur Karl einen Platz für die kommende Testphase.
Über ihn sagte Nagelsmann: "Ich erwarte von ihm, dass er seine jugendliche Spielfreude auf den Platz bringt. Er spielt gerne zentral, aber wir planen auch, ihn auf der rechten Seite einzusetzen."
Und weiter: "Ich werde ihn jedoch nicht unter Druck setzen, Wunder zu vollbringen. Er soll einfach das zeigen, was einen jungen Spieler ausmacht: frei und mit Herz spielen, so wie er es beim FC Bayern getan hat."
Damit dürfte für beide klar sein, wie diese Berufung einzuordnen ist. Sie werden nicht nur für starke Leistungen beim besten Klub Deutschlands belohnt, sondern aktiv als Option für einen Platz im WM-Kader getestet. Offen bleibt nur, wie viel Spielzeit sie bekommen und wie überzeugend sie diese Chance am Ende nutzen.
