Nick Woltemade fasste nach seinem Transfer vom VfB Stuttgart zu Newcastle United überraschend schnell Fuß in der Premier League und avancierte so frühzeitig zur großen Sturm-Hoffnung der deutschen Nationalmannschaft. 2026 läuft es für den 24-Jährigen aber nicht mehr so rund wie noch vor dem Jahreswechsel. Das war ihm auch bei den beiden Länderspielen im März anzumerken.
Der gebürtige Bremer, der im Kalenderjahr 2026 erst einen Pflichtspieltreffer erzielte, blieb auch bei den Tests des DFB-Teams gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) ohne Torbeteiligung. Wurde er in Bern erst 27 Minuten vor Schluss eingewechselt, durfte er am vergangenen Montag in Stuttgart von Beginn an ran - und vergab dabei auch hochkarätige Torchancen.
Dadurch kommen bei den ersten Fans und Experten Zweifel auf, ob Woltemade bei der WM im Sommer wirklich der geeignete Mann für den deutschen Sturm ist. Kurz nach dem Testspiel-Doppelpack hat der 1,98-Meter-Hüne auf die Kritik reagiert.
Torflaute wegen defensiverer Rolle bei Newcastle?
"Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war."Nick Woltemade (SZ)
"Ich sehe das nicht so negativ, wie das von außen gesehen wird, für mich ist das immer noch ein normaler Prozess", sagte Woltemade gegenüber der Süddeutschen Zeitung. "Natürlich könnte man von außen draufschauen und sagen: Der hat im neuen Jahr erst ein Tor geschossen, was ist denn mit dem los? Aber wer sich wirklich mit meinen Spielen befasst, der weiß auch, warum das so ist."
Tatsächlich läuft Woltemade im Verein meist nicht mehr in der Spitze, sondern auf einer deutlich defensiveren Position auf. "Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn. Im Spiel gegen Chelsea kürzlich habe ich im Mittelfeld eine Art Manndeckung gegen Cole Palmer gespielt, und der ist ein offensiver Zehner. Da kann man sich vorstellen, in welchen Räumen ich auf dem Feld unterwegs war", erklärte er.

Und weiter: "Ich weiß, dass man mich mit Toren verbindet, aber man kann die Torquote eines Stürmers ja nicht mit der eines Mittelfeldspielers vergleichen, der 50, 60, 70 Meter vom gegnerischen Tor entfernt spielt. Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war. Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere."
Bei der WM benötigt ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann aber wieder in seiner "alten" Rolle als Knipser. Dass er dazu grundsätzlich in der Lage ist, hat er gerade im vergangenen Jahr oft genug bewiesen.
