74 Mal lief Leroy Sané bislang für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf. Eine Liebesbeziehung zwischen Flügelstürmer und DFB war es bislang aber nicht.
Nach einer Fabel-Saison von Sané im Man-City-Trikot 17/18 war der Aufschrei in Deutschland noch groß, als Jogi Löw für die WM 2018 auf ihn verzichtete. Acht Jahre später hätte sich wohl kaum jemand beschwert, wenn der Name Sané im deutschen Aufgebot gefehlt hätte.
Nagelsmann rudert bei Sané zurück
"Die Quote auf Vereinsebene war zu wenig. [...] Ich muss natürlich auch die Leistung in der Nationalmannschaft bewerten."Nagelsmann über Sané
Nachdem der 30-Jährige im vergangenen Sommer ablösefrei vom FC Bayern zu Galatasaray wechselte, schien dem Bundestrainer dieser Karriereschritt überhaupt nicht gefallen zu haben. Im ersten DFB-Kader der Saison fehlte Sané entsprechend. Julian Nagelsmann merkte dazu an, dass Sané in einer Liga wie der Süper Lig nun besonders herausstechen müsse, um sich künftig eine Nominierung zu verdienen.
Dass Sané das gelungen ist, kann man nicht behaupten. In 43 Pflichtspielen für Galatasaray gelangen ihm lediglich sieben Tore und neun Vorlagen. Auf der großen Champions-League-Bühne blieb er mit zwei Assists und ohne Tor bei zehn Einsätzen blass.
"Die Quote auf Vereinsebene war zu wenig", merkte daher auch Nagelsmann bei der Kader-Verkündung am Donnerstag an. Warum er trotzdem auf Sané setzt? "Bei uns hat er aber in den letzten vier Spielen fünf Scorer gesammelt. Ich muss natürlich auch die Leistung in der Nationalmannschaft bewerten", erklärte der Bundestrainer.
Drei Gründe für Sanés WM-Nominierung
Nagelsmann lieferte Gründe hinterher, warum er den 30-Jährigen in seinem WM-Kader haben möchte:
Grund Nummer eins: die hohe Anerkennung im Team
"Er hat eine extrem hohe Anerkennung in der Mannschaft. Da sind Antonio (Rüdiger), Jona (Tah), Jamal (Musiala) – da kann ich noch 15 andere nennen –, die eine extrem enge Bindung zu ihm haben. Und da entsteht eine Symbiose im Teamgefüge."
Grund Nummer zwei: die Qualität im engen Raum
"Er hat nach wie vor etwas ganz Besonderes im engen Raum. Und die vielleicht nicht so gute Quote im Verein führt dazu, dass er vielleicht erst mal eine Herausforderer-Rolle hat und nicht, wie gegen die Schweiz, beginnt, wo das Spiel okay war, aber nicht besonders gut, sondern wie gegen Ghana 25 Minuten reinkommt und es sehr gut gemacht hat. Er kann gegen tief stehende Gegner mit seinem Speed und seiner Technik etwas auslösen."
Grund Nummer drei: Nagelsmanns enge Bindung zu Sané
"Der dritte Punkt ist, dass ich ihn ewig kenne, einen Super-Draht zu ihm habe und mir zutraue, den Spieler so zu kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive Stimmen über ihn fallen werden als negative. Deswegen steht er auf der 26er-Liste."
