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Deutsche Nummer eins als Backup zum FC Bayern? Das Baumann-Gerücht im Check

Der FC Bayern soll Oliver Baumann auf der Liste haben. Warum die Münchner über die deutsche Nummer eins nachdenken und wie realistisch ein Transfer ist.
Ist Oliver Baumann wirklich ein Thema in München?
Ist Oliver Baumann wirklich ein Thema in München? | RONNY HARTMANN/GettyImages

Manuel Neuer feiert am heutigen Freitag seinen 40. Geburtstag. Zum Runden sollte eigentlich feststehen, ob der Bayern-Kapitän seine Karriere fortsetzen möchte und noch ein Jahr im FCB-Tor dranhängt. Die jüngsten Verletzungsprobleme haben bei Neuer aber dafür gesorgt, dass er sich mit dieser Entscheidung noch Zeit lassen möchte. Das bestätigte jüngst auch Sportdirektor Christoph Freund (90min berichtete).

An der Säbener Straße müssen die Bosse aktuell deshalb noch zweigleisig planen. Schließlich braucht es einen Plan, wie es im Tor ohne den langjährigen Stammkeeper weitergehen würde. Klar zu sein scheint, dass die Bayern dann direkt auf Jonas Urbig als Nummer eins setzen wollen.

Urleich soll Nummer drei bleiben

Bei Sven Ulreich ist dagegen ebenso noch offen, ob er seine Karriere über den Sommer hinaus fortsetzen will. Wäre das der Fall, würde der 37-Jährige vom Klub einen neuen Einjahresvertrag erhalten. Ohnehin ist Ulreich nach dem Karriereende in anderer Funktion bei den Bayern eingeplant.

Als Nummer zwei würden die FCB-Bosse mit Ulreich aber nicht planen. Der Routinier ist zwar verlässlich, hat in den vergangenen Monaten aber kaum Spielpraxis erhalten. Nachdem er zuletzt gegen Leverkusen mal wieder ran durfte, zog sich Ulreich direkt eine schwere Muskelverletzung zu.

Auch für das Szenario eines Neuer-Karriereendes wäre Ulreich in München weiter als Nummer drei eingeplant. Heißt: Der Rekordmeister würde sich auf dem Transfermarkt nach einer starken Nummer zwei umschauen. Alexander Nübel, der im Sommer vorerst von seiner Leihe nach Stuttgart zurückkommt, wird das definitiv nicht sein. Beide Seiten streben eine endgültige Trennung an. Aus Nübels Sicht zumindest dann, wenn er keine Chance als Neuer-Nachfolger erhält. Stand jetzt wird er diese wegen Urbig auch nicht bekommen.

Bayern sucht starken Urbig-Backup

Entsprechend müssten die Bayern einen Urbig-Backup finden, der über genügend Erfahrung verfügt, um ihn direkt ins kalte Wasser werfen zu können. Dabei bräuchte es eine Art Balanceakt: Die neue Nummer zwei muss stark genug sein, um beim FC Bayern auf höchstem Niveau abliefern zu können. Sollte sich aber klaglos hinter Urbig einreihen.

Bild-Fußballchef Christian Falk bringt in seinem Podcast 'Bayern Insider' einen spektakulären Namen für diese Rolle ins Spiel: Deutschlands aktuelle Nummer eins Oliver Baumann!

"Man muss sagen, dass dieses Szenario nur gilt, wenn Manuel Neuer im Sommer tatsächlich aufhört. Bei Bayern sagt man, Jonas Urbig ist dann die Nummer 1. Aber man hätte gerne eine erfahrene Nummer 2", so der Bayern-Experte.

Und führt aus: "Es wird bei Bayern gerade eine interne Liste diskutiert und ich habe gehört, dass Oliver Baumann da draufsteht. Das hängt auch damit zusammen, dass Baumann sich einen Wechsel zu Bayern in der Vergangenheit schon einmal hätte vorstellen können. Allerdings war Hoffenheim damals noch nicht ganz so erfolgreich."

Baumann würde in München auf einen alten Weggefährten treffen, wie Falk betont: "Bayerns Torwarttrainer Michael Rechner, der aus Hoffenheim kam, hat schon mit Baumann zusammengearbeitet. Also hätte er beim FC Bayern gleich auch schon einen Ansprechpartner."

Und Bild-Kollege Julian Agardi fügt hinzu: "Ein ähnliches Modell gab es vor einigen Jahren schon. Tom Starke kam auch im Herbst seiner Karriere von der TSG zum FC Bayern. Er ist immer noch im Verein und da nach wie vor sehr angesehen."

Wie realistisch ist ein Baumann-Wechsel zum FC Bayern?

Der Vergleich mit Starke hinkt dann aber doch schon ein wenig. Zwar war dieser vor seinem Bayern-Wechsel ein solider Bundesliga-Keeper. Baumann würde aber als aktuelle Nummer eins der Nationalmannschaft und einer der besten Keeper im Oberhaus nach München kommen. Kurios zudem, dass er zumindest bis Sommer im DFB-Team in der Hierarchie deutlich vor Urbig steht.

Wie realistisch ist ein Baumann-Wechsel zum FC Bayern daher? Auf den ersten Blick dürften die Münchner Chancen ziemlich gering sein. In Hoffenheim hat Baumann erst im vergangenen Sommer bis 2028 mit der Option auf ein weiteres Jahr verlängert. Bei der TSG ist er Kapitän und Topverdiener und nun schon seit fast zwölf Jahren im Klub.

Sportlich winkt in Sinsheim die Qualifikation für die Champions League. Baumann würde mit der TSG also als klare Nummer eins in eine Königsklassen-Saison gehen. Ob da die Bayern-Bank sportlich reizvoller wäre?

Doch es gibt auch einige Aspekte, die für einen Bayern-Wechsel sprechen. Im Spätherbst der Karriere könnte Baumann nochmals den Schritt zu einem europäischen Topklub wagen, bei dem er gute Aussichten auf Titel hat. Finanziell wäre der Schritt für ihn sicher auch nicht von Nachteil.

Und dann wäre ja auch längst nicht gesagt, dass Urbig als dauerhafte Nummer eins überzeugt. An dieser Aufgabe sind schon einige andere Keeper-Talente in München gescheitert. Dann hätte Baumann beim FCB die Chance, zum Stammkeeper aufzusteigen. Überzeugt er, könnte er diesen Posten zumindest die ein oder andere Saison verteidigen und seine Karriere krönen.

Für Bayern wäre Baumann als Nummer zwei ideal

Wie hoch die Chancen auf dieses Szenario sind, muss Baumann für sich selbst bewerten. Von außen betrachtet dürften sie eher gering sein. Bleibt Baumann in München nur Backup, müsste er zudem seine Ambitionen im DFB-Team begraben. Dem Bundestrainer würde er damit umso mehr bekräftigen, nach der WM einen Generationenwechsel im Tor anzustreben. Als Stammkeeper in Hoffenheim hätte Baumann dagegen durchaus noch gute Chancen, auch als Nummer eins zur kommenden EM 2028 zu fahren.

Aus Bayern-Sicht wäre das Baumann-Profil für die "Ohne-Neuer-Pläne" dagegen ideal. Der 35-Jährige besitzt die nötige Klasse, gilt aber auch als ruhiger Vertreter, der in seiner Rolle als Urbig-Backup keine Unruhe ins Team bringen würde.

Einzig die Frage nach der Ablöse könnte aus FCB-Sicht problematisch werden. Zwar besitzt er aufgrund seines gehobenen Alters nur noch einen geschätzten Marktwert von drei Millionen Euro. Baumanns Bedeutung für die TSG geht aber weit über diese Summe hinaus. Entsprechend müsste man in München bereit sein, die ein oder andere Million mehr in den Kraichgau zu überweisen.

90min-Fazit zu diesem Gerücht: Spannend – am Ende wird es zu diesem Transfer aber nicht kommen. Egal, ob Neuer seine Karriere beendet oder noch ein Jahr dranhängt.

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