Es war ein bisschen so, als hätte Manuel Neuer am Dienstagabend einmal die Zeit zurückgedreht. Der 40-Jährige lieferte Im Champions-League-Viertelfinale eine unglaubliche Leistung ab und brachte mit mehreren starken Paraden die Stars von Real Madrid reihenweise zur Verzweiflung. Die Auszeichnung zum Man of the Match war da nur Formsache.
Mit dieser Leistung hat er nicht nur den Sieg von Bayern München festgehalten, sondern nebenbei auch gezeigt: Er kann immer noch auf europäischem Top-Niveau spielen. Dadurch hat er auch seine Verhandlungsposition bezüglich eines neuen Vertrags noch weiter gestärkt.
Nach wie vor ist unklar, ob Neuer noch eine Saison dranhängt, oder im Sommer die Fußballschuhe an den Nagel hängt. Sportvorstand Max Eberl brachte nach dem Spiel in Madrid aber zumindest etwas Licht ins Dunkel, was den Zeitpunkt der Entscheidung angeht.
Eine späte Deadline
"Er muss keine großen Argumente mehr liefern, soll einfach nur gesund und mutig bleiben. Wir haben gesagt, Manu möchte die Spiele jetzt im April machen. Dann werden wir uns hinsetzen", erklärte der 52-Jährige. Heißt also: Eine Entscheidung über Neuers Zukunft wird erst im Mai fallen.
"Ich wollte eigentlich die Monate Februar und März dafür nutzen, um zu sehen, auf welcher Höhe ich bin und wie es mir geht. Ich war aber jetzt leider zweimal angeschlagen mit den Muskelverletzungen in der Wade."Manuel Neuer
Den Grund für die vergleichsweise späte Deadline lieferte Neuer unterdessen selbst: "Ich wollte eigentlich die Monate Februar und März dafür nutzen, um zu sehen, auf welcher Höhe ich bin und wie es mir geht. Ich war aber jetzt leider zweimal angeschlagen mit den Muskelverletzungen in der Wade. Das hat mir nicht in die Karten gespielt, aber der Verein und ich haben alle Zeit der Welt und wir sind entspannt."
Neuer stresst sich nicht
"Viele Faktoren spielen eine Rolle – natürlich auch, wie es mir gesundheitlich geht. Das sind für mich alles Sachen, die wichtig sind."Manuel Neuer
Dabei skizzierte der 40-Jährige auch nochmal, worauf es ihm besonders ankommt. "Es geht um alles. Alle Wettbewerbe sind für uns wichtig und entscheidend. Es ist auch wichtig, wie es in der Mannschaft aussieht, dass es Spaß macht. Viele Faktoren spielen eine Rolle – natürlich auch, wie es mir gesundheitlich geht. Das sind für mich alles Sachen, die wichtig sind. Durch die Verletzungen ist mir eine Säule, die Spiele in der Crunch Time im Februar und März, jetzt weggebrochen. Aber das verschiebt sich halt ein bisschen nach hinten", erläuterte Neuer.
Laut der Bild fühlt sich der Weltmeister in der aktuellen Torhüter-Konstellation mit Jonas Urbig und Sven Ulreich sehr wohl. Zudem war sein Berater Thomas Kroth am Dienstagabend ebenfalls im Bernabeu – gut möglich, dass es dort einen Austausch zwischen ihm und den Bayern-Bossen gab.
