"Torjäger war er nie": Deutliche Hamann-Kritik beim HSV
Von Yannik Möller

Das Hamburg-Derby, das am Freitagabend direkt das Fußball-Wochenende eröffnet, ist selbstverständlich heißer Anwärter auf den Titel als 'Spiel des Spieltages'. Der FC St. Pauli empfängt den Hamburger SV.
"Meine Vorfreude ist groß. Von der Tabellenkonstellation könnte das Duell nicht spannender sein", zeigte sich auch Didi Hamann begeistert von dieser Partie (via Bild). "Ich war zuletzt vor fünf Jahren im Stadion. Diese brisante Partie lasse ich mir nicht entgehen."
Beim Hinspiel, das St. Pauli mit 2:0 für sich entscheiden konnte, hatte Hamann einen "eklatanten Klassenunterschied" gesehen. Umso mehr freut er sich inzwischen über die Entwicklung des HSV. Er hätte nach dieser Partie "nicht gedacht, dass das Team noch so viele Punkte holt".
Inzwischen ist die Ausgangslage eine andere: Der HSV steht vier Punkte vor dem Relegationsplatz und die Gastgeber vom kommenden Freitag sind das Schlusslicht der Bundesliga. Entsprechend liege bei ihnen auch der Druck, so Hamann.
Hamann ohne Verständnis für Poulsen-Verpflichtung
Ein Problem, das der Sky-Experte jedoch bei der Mannschaft von Merlin Polzin sieht, ist die mangelnde Torgefahr. "Der HSV hat nur 17 mal getroffen. Die Mittelstürmer jeweils nur einmal. Mir fehlt bei den Gästen die Fantasie, wer ein Tor machen sollte", bemängelt er deutlich.
Umso mehr hofft er auf Robert Glatzel. Nicht nur für das Derby, sondern auch grundsätzlich. Ein Spieler wie er müsse irgendwie ins System passen: "Ich würde mir wünschen, wenn du schon mal so einen Abschlussstürmer wie Glatzel hast, ihn auch aufzustellen. So ein Angreifer muss auch die Freiheiten bekommen, mal stehenzubleiben. [...] Das sollte man ihm zugestehen. Er gibt den Hamburgern etwas, was sie nicht haben."
Wenig Verständnis wiederum hat Hamann für die Verpflichtung von Yussuf Poulsen. Diese habe er "nicht verstanden": "Er hatte länger in Leipzig nicht gespielt. Ein Torjäger war er zudem nie." Bei ihm falle auch das Alter mehr ins Gewicht, obwohl er noch ein halbes Jahr jünger ist als Glatzel. "Das ist so bei den Stürmern, die über 30 sind. Wenn sie einen halben Meter verlieren, wird es noch schwieriger. Deshalb bin ich gespannt, wie es weitergeht", so Hamann weiter.
Sollte der HSV das Derby verlieren, so mutmaßt Hamann, "würde die ganze Diskussion über die Sturmproblematik beim HSV ein anderes Gewicht bekommen."
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