Was angesichts des derzeitigen sportlichen Erfolgs oder auch namhafter Winter-Transfers nur allzu gerne vergessen wird: Der FC Schalke wird nach wie vor von einer finanziell sehr komplizierten Situation nahezu erdrückt. Noch immer hat der Zweitligist, der sich anschickt, in dieser Saison den Aufstieg in die Bundesliga zu erreichen, äußerst schlechte Finanzzahlen vorzuweisen. Dazu zählt beispielsweise das negative Eigenkapital von etwa 100 Millionen Euro.
Nicht umsonst drohte zuletzt immer ein Punktabzug, der Königsblau drei Zähler zurückgesetzt hätte, wäre das negative Eigenkapital nicht pro Jahr um mindestens fünf Prozent verbessert worden.
Schalke profitiert von der Anpassung der DFL-Vorgaben
Nun hat die DFL diese Regelung aber so angepasst, dass nicht mehr bloß auf ein einzelnes Jahr geschaut wird, sondern im Zweifel eine Periode von insgesamt drei Jahren zu Rate gezogen wird. Sehr vereinfacht gesagt: Vereine können ein schwächeres Finanzjahr, in dem sie beispielsweise lediglich vier statt der fünf Prozent erreicht haben, über diese Phase mit einem starken Finanzjahr, in dem sie wiederum über fünf Prozent erreichen konnten, ausgleichen. Eine Voraussetzung jedoch: Das negative Eigenkapital darf sich in keinem der drei Jahre verschlechtern. Nur eine etwas schwächere Verbesserung ist also möglich.
Von dieser Anpassung profitiert Schalke – wenig überraschend – sehr. Und das auch schon in einem aktuellen, konkreten Fall: Der Konzernjahresüberschuss zum 31. Dezember 2025 betrug 2,5 Millionen Euro. Damit wurden die fünf Prozent verfehlt. Ein Punktabzug droht aber nun deshalb nicht direkt, weil dieser Betrag beim nächsten Mal ausgeglichen werden könnte. Damit bleibt den Knappen eine weitere Chance, man steht sozusagen auf Bewährung.
Übrigens: Sollte Schalke tatsächlich aufsteigen, wäre eine weitere kurze Verschnaufpause gegeben. Aufsteiger sind im ersten Jahr nicht verpflichtet, das negative Eigenkapital zu reduzieren (via WAZ). Folgen jedoch weitere Jahre in der Bundesliga bei dann erreichtem Klassenerhalt, oder weitere Jahre in der 2. Bundesliga im Nichtaufstiegs-Fall, müssen die Kennzahlen passen.
