Die letzte Dekade von Borussia Mönchengladbach ist von einem schleichenden Abrutschen ins graue Bundesliga-Mittelmaß geprägt. Nach dem Ende der Favre-Ära 2015 schafften es die Fohlen nach Rang drei 14/15 mit Platz vier eine Saison später zwar erneut in die Spitzengruppe. Es folgten aber zwei neunte Plätze. Anschließend gelang immerhin Rang fünf, ehe 19/20 noch einmal ein starker vierter Platz heraussprang. Seither landete der VfL aber nur noch einmal (20/21) überhaupt im oberen Tabellendrittel (Achter). Seit 21/22 stehen die Ränge zehn, zehn, 14. und zehn in der Statistik.
Nach 27 Spieltagen 25/26 sieht es kaum besser aus. Die Polanski-Truppe ist 13. und muss zunächst den Klassenerhalt sicher machen, ehe man im Endspurt vielleicht noch in Richtung platz neun schielen kann – was dann aber das höchste der niederrheinischen Gefühle wäre.
Ums sportliche Abschneiden des Klubs soll es in dieser Liste aber gar nicht gehen. Vielmehr um Stars, vermeintliche Stars und weitere gängige Spielernamen aus den letzten zehn Jahren, die viele gar nicht mehr mit der Fohlenelf in Verbindung bringen, tatsächlich aber mal für die Borussia am Ball waren.
1. Djibril Sow

Fohlen von: 2015-2017
Wenn man an Djibril Sow und seine Zeit in Deutschland denkt, dann unweigerlich an die vier Jahre des Schweizer Mittelfeldspielers bei der Frankfurter Eintracht. Die SGE hatte Sow im Sommer 2019 für 14 Millionen Euro Ablöse von den Young Boys verpflichtet.
Vier Jahre zuvor hatten die Gladbacher den jungen Sow von dessen Jugendklub FC Zürich geholt und 1,5 Millionen Euro Ablöse gezahlt. Am Niederrhein schaffte Sow zwar den Sprung von der zweiten Mannschaft zu den Profis, wirklich durchsetzen konnte er sich bei der Borussia aber nicht. Lediglich drei Profi-Einsätze hatte Sow zu verzeichnen, 33 Mal lief er für Gladbachs zweite Mannschaft auf.
Zwei Jahre später ging es für zwei Millionen Euro zurück in die Heimat zu den Young Boys. Seit 2023 kickt der 49-fache Nationalspieler der Nati für den FC Sevilla.
2. Vincenzo Grifo

Fohlen von: 2017/18
Bei der TSG Hoffenheim wurde Vincenzo Grifo zum Profi. Wirklich durchstarten konnte er aber erst in Freiburg. Nach zwei starken Jahren beim Sport-Club schlug der VfL im Sommer 2017 für sechs Millionen Euro zu. Seinen Zauberfuß konnte der Deutsch-Italiener am Niederrhein aber nur höchst selten unter Beweis stellen. Nach 18 Spielen, vier Assists und ohne eigenes Tor ging es ein Jahr später zurück zur TSG, die immerhin noch 5,5 Millionen Euro Ablöse zahlte. Doch auch in Hoffenheim blitzte Grifos Klasse nur vereinzelt durch.
Nach einem weiteren halben Jahr kehrte Grifo nach Freiburg zurück, wo er wieder aufblühte und mittlerweile Rekordtorschütze des Sport-Clubs ist.
3. Amin Younes

Fohlen von: 2012-2015 (zuvor eigene Jugend)
Schon in ganz jungen Jahren kam Amin Younes in den Fohlenstall und schaffte dort den Sprung zu den Profis. Es war der Beginn der schillernden Karriere des achtfachen deutschen Nationalspielers mit vielen Höhen, aber ebenso vielen Tiefen. In Deutschland kickte Younes nach seiner unglücklichen Zeit bei den Borussen-Profis noch für den 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt und bis zuletzt für Schalke 04 (wo er Mitte Februar seinen Vertrag auflöste). International war Younes für Ajax, Utrecht und die SSC Neapel am Ball. Auch einen Abstecher nach Saudi-Arabien gab es.
Für Gladbachs erste Mannschaft lief Younes lediglich 28 Mal auf (ein Tor, drei Vorlagen).
4. Max Kruse

Fohlen von: 2013-2015
Ähnlich schillernd wie bei Younes verlief auch die Karriere von Max Kruse. Über Werder, St. Pauli und Freiburg führte sie den 14-fachen Nationalspieler 2013 an den Niederrhein. 2,5 Millionen Euro Ablöse zahlten die Gladbacher an den SC Freiburg. Nach zwei Jahren bei der Borussia zog Kruse für zwölf Millionen Euro und ein deutlich höheres Gehalt weiter nach Wolfsburg. Später folgten noch Wechsel zurück nach Bremen, zu Fenerbahce, Union Berlin, wieder nach Wolfsburg und zum Schluss der Profi-Karriere nach Paderborn.
Im Fohlentrikot lief Kruse in 77 Pflichtspielen auf und erzielte dabei starke 25 Treffer und 22 Assists. Kurz vor seinem Wechsel nach Gladbach wurde Kruse mit seinem ersten Länderspiel belohnt.
5. Nico Schulz

Fohlen von: 2015-2017
Als gebürtiger Berliner durchlief Nico Schulz die Jugendmannschaften bei der Hertha, schaffte dort den Profi-Schritt, ehe er 2015 für vier Millionen Euro nach Gladbach weiterzog. Bei den Fohlen lieferte er in zwei Jahren aber recht durchwachsene Leistungen. Erst bei der TSG Hoffenheim konnte sich Schulz auf der linken Seite in der Bundesliga endgültig etablieren und wurde sogar Nationalspieler. Die beiden starken TSG-Jahre brachten Schulz den Wechsel zum BVB ein. Dortmund zahlte 2019 satte 25,5 Millionen Euro Ablöse.
Nach seinem Vertragsende 2023 und Anschuldigungen außerhalb des Platzes wagte Schulz bei Ankaragücü in der Türkei noch einmal einen Anlauf, seit Sommer 2025 ist der 32-Jährige aber ohne Klub.
Für Gladbach absolvierte der zwölffache Nationalspieler nur 18 Pflichtspiele (ein Tor, zwei Vorlagen).
6. Jannik Vestergaard

Fohlen von: 2016-2018
Acht Jahre war Jannik Vestergaard in Deutschland. 2010 holte sich die TSG Hoffenheim den 1,99 Meter großen Innenverteidiger von Brøndby IF aus der dänischen Heimat. Im Januar 2015 wechselte Vestergaard für 4,5 Millionen Euro nach Bremen. Nur 1,5 Jahre später schlugen dann die Fohlen für satte 12,5 Millionen Euro Ablöse zu.
Für die Borussia stand Vestergaard in 83 Partien auf dem Platz (sieben Tore, eine Vorlage). Im Sommer 2018 zog es den Dänen dann nach England. Der FC Southampton zahlte 25 Millionen Euro Ablöse. Nach drei Jahren bei den Saints wechselte Vestergaard für 17,6 Millionen Euro innerhalb der Insel zu Leicester City, wo er noch heute spielt.
7. Michaël Cuisance

Fohlen von: 2017-2019
Als die Fohlen Michaël Cuisance im Sommer '17 für 250.000 Euro aus der Jugend von AS Nancy verpflichteten, kannte den jungen Franzosen in Deutschland niemand. Schnell stellte sich heraus, dass den Fohlen ein Glücksgriff gelungen war. Im zentralen Mittelfeld wurde Cuisance zum Bundesliga-Shootingstar.
Zwei Jahre später erzwang er seinen Wechsel zum FC Bayern, die überschaubare acht Millionen Euro zahlen mussten. Doch in München kam Cuisance nicht zurecht und sein Stern verglühte recht schnell wieder. Nach einer Leihe nach Marseille wechselte Cuisance nach Italien und kam 2023 nach Deutschland zurück. Dieses Mal aber nicht zum Rekordmeister aus München, sondern zum Zweitliga-Aufsteiger aus Osnabrück. Dort konnte sich Cuisance immerhin für einen Wechsel zur Hertha empfehlen, wo er 25/26 Stammspieler ist. Zur Erinnerung: Der Franzose ist immer noch erst 26 Jahre alt.
In Gladbach hat Cuisance 39 Pflichtspiele für die Profis absolviert (drei Vorlagen).
8. Laszlo Benes

Fohlen von: 2016-2022
(zwei Leihen nach Kiel und Augsburg in dieser Zeit)
Als 18-Jähriger kam Laszlo Benes im Sommer 2018 als großes Talent für fünf Millionen Euro Ablöse von MSK Zilina an den Niederrhein. Obwohl sein linker Fuß gerade bei Standards eine sprichwörtliche Waffe sein kann, schaffte Benes in Gladbach nie so ganz den Sprung zum Stammspieler. Stattdessen wurde er immer wieder verliehen, ehe 2022 der feste Wechsel (1,5 Mio. Euro Ablöse) zum HSV folgte. Dort spielte Benes eine überragende Saison 23/24 und entschied sich für den Schritt zurück in die Bundesliga.
Im Nachgang keine glückliche Entscheidung. Bei Union Berlin war er wieder nur Reservist. die Eisernen liehen ihn im vergangenen Sommer '25 in die Türkei zu Kayserispor aus. Immerhin gehört er beim Keller-Klub aus der Süper Lig zum Stammpersonal.
Für den VfL hatte Benes insgesamt 65 Partien absolviert (zwei Tore, sechs Vorlagen).
9. Breel Embolo

Fohlen von: 2019-2022
Beim Rückblick auf die Zeit in der deutschen Bundesliga dürften sich bei Breel Embolo die Geister scheiden. Die einen verbinden den Schweizer Stürmer mit dem FC Schalke, der ihn 2016 für 26,5 Millionen Euro vom FC Basel verpflichtete. Die anderen dürften ihn eher im Fohlentrikot in Erinnerung haben. Nach drei S04-Jahren folgten auch drei Gladbacher Jahre. Die Borussia hatte den verletzungsanfälligen Embolo 2019 für elf Millionen Euro verpflichtet.
2022 ging es für den 84-fachen Nati-Nationalspieler nach Frankreich. Die AS Monaco zahlte 12,5 Millionen Euro Ablöse. Weitere drei Jahre später zog Embolo zu Ligue-1-Konkurrent Stade Rennes weiter (für 13 Mio. Euro Ablöse).
Alle drei Jahre wechselt Embolo also den Verein. Man darf gespannt sein, wo er im Sommer 2028 landet...
Für Gladbach hat der heute 29-Jährige derweil in 106 Pflichtspielen ordentliche 25 Tore und 20 Vorlagen erzielt.
10. Mahmoud Dahoud

Fohlen von: 2013-2017 (zuvor eigene Jugend)
Zweimal durfte der in Syrien geborene Mo Dahoud für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen. Ausgebildet wurde der Mittelfeldspieler im Fohlenstall. Von dort aus schaffte es Dahoud zum Profi und war zwischenzeitlich die dominierende Figur im Zentrum des VfL-Spiels.
Der BVB ließ sich Dahouds Dienste 2017 daher auch zwölf Millionen Euro Ablöse kosten. Sechs Jahre blieb Dahoud in der Folge bei der schwarzgelben Borussia, ehe über über einen ablösefreien Wechsel zu Brighton zunächst per Leihe in Stuttgart landete und 2024 erneut ablösefrei zu Eintracht Frankfurt wechselte. Bei der SGE läuft sein Vertrag am Saisonende aus, die Zeichen stehen auf Trennung. Dahoud wird also zum dritten Mal ablösefrei zu haben sein...
Für seinen Ausbildungsklub absolvierte der 30-Jährige 86 Profi-Pflichtspiele (acht Tore, 16 Vorlagen).
