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Der verlorene Sohn als Heilsbringer: Löst dieser Ex-Star Werders Sechser-Problem?

Die Sechser-Position ist an der Weser aktuell mit die größte Baustelle. Der ablösefreie Florian Grillitsch wäre für Werder nicht nur eine kurzfristige Notlösung.
Florian Grillitsch ist nach seiner Vertragsauflösung beim SC Braga überraschend auf dem Markt
Florian Grillitsch ist nach seiner Vertragsauflösung beim SC Braga überraschend auf dem Markt | Martin Rose/GettyImages

Es ist ein bekanntes Muster beim SV Werder Bremen: Das Geld ist knapp, der Bedarf auf dem Transfermarkt aber riesig. Nach der hartnäckigen Bauchmuskelverletzung von Senne Lynen und dem Ausfall von Neuzugang Dariusz Stalmach brennt es bei Werder im defensiven Mittelfeld lichterloh.

Die sportliche Führung um Clemens Fritz, Peter Niemeyer und Trainer Daniel Thioune sucht händeringend nach einem neuen Sechser, der sofort weiterhilft. Doch die finanziellen Fesseln schnüren den Hanseaten die Luft ab.

Manchmal öffnet sich auf dem Transfermarkt eine Tür, mit der niemand gerechnet hat. Genau das ist mit der überraschenden Vertragsauflösung von Florian Grillitsch in diesem Sommer beim SC Braga passiert. Der 30-jährige Österreicher ist dadurch ablösefrei zu haben. Für Werder Bremen sollte es hier keine zwei Meinungen geben: Die Verantwortlichen müssen sofort den Hörer in die Hand nehmen.

Der verlorene Sohn: Stallgeruch und Erfahrung pur

Warum Grillitsch? Die Antwort ist so naheliegend wie überzeugend. Florian Grillitsch kennt den SV Werder in- und auswendig. Er kam 2013 als 17-jähriges Talent an den Osterdeich, reifte in der Akademie heran und feierte hier 2015 unter Viktor Skripnik seinen Durchbruch in der Bundesliga.

Er braucht keine lange Eingewöhnungszeit, er kennt das Umfeld, die Erwartungshaltung und die DNA des Vereins. Natürlich, sein ablösefreier Abgang zur TSG 1899 Hoffenheim im Sommer 2017 hinterließ einen faden Beigeschmack und sorgte damals für etwas Unmut. Doch im Fußball verheilen solche Wunden schnell, erst recht, wenn sportlicher Erfolg die Enttäuschung überstrahlt.

Und genau den würde Grillitsch garantieren. Seit seinem Abgang aus Bremen hat sich der Österreicher massiv weiterentwickelt. Er hat über 170 Bundesliga-Spiele absolviert, Erfahrung bei Ajax Amsterdam gesammelt und mit dem SC Braga europäisch gespielt. Er ist als Persönlichkeit gereift und bringt exakt die Leader-Qualitäten mit, die Thioune für sein anfälliges Zentrum fordert.

Der perfekte Spielmacher für Thiounes System

Sportlich ist Grillitsch genau das Puzzleteil, das den Bremern aktuell abgeht. Er ist kein klassischer Zerstörer, sondern ein moderner, tiefer Spielmacher. Seine größte Stärke ist die überragende Spielintelligenz. Er löst Drucksituationen nicht durch panische Befreiungsschläge, sondern durch präzises One-Touch-Passspiel.

Eine Passquote, die in seiner Karriere konstant zwischen 85 und 90 Prozent liegt, spricht für sich. Unter Julian Nagelsmann wurde er in Hoffenheim von der Acht auf die Sechs zurückgezogen, um das Spiel vor sich zu haben.

Genau diese strategische Klasse und Pressingresistenz würde dem oft hektischen Bremer Aufbauspiel unfassbar guttun. Er glänzt nicht durch rabiate Grätschen, sondern durch kluges Stellungsspiel und Antizipation.

Zudem kommt Grillitsch nicht als Invalide. Er hat in Portugal beim SC Braga eine ordentliche Saison mit 36 Pflichtspielen und fünf Scorerpunkten absolviert und stand bei der WM in Nordamerika im Kader der österreichischen Nationalmannschaft. Er ist voll im Saft und könnte sofort eine Führungsrolle auf dem Rasen einnehmen.

Ablösefrei – Das ultimative Argument

Kommen wir zum entscheidenden Punkt: der Finanzierbarkeit. Werder muss auf der Sechs eine absolute Qualitätslösung präsentieren, darf sich dabei aber nicht ruinieren. Grillitsch löst genau dieses Dilemma. Er ist ablösefrei.

Sicherlich wird er ein angemessenes Gehalt und ein Handgeld fordern. Doch im Vergleich zu anderen Wundertüten auf dem internationalen Markt ist Grillitsch ein kalkulierbares, fast schon risikofreies Investment.

Werder muss kreative Lösungen finden, um die Lücke im Mittelfeld zu schließen. Junge Spieler wie Patrice Covic oder Mats Heitmann können die Last auf Dauer nicht alleine tragen.

Grillitsch wäre der dringend benötigte Fixpunkt, ein Leader, der das Spiel an sich reißt und die Defensive stabilisiert. Wenn ein Spieler mit diesem Profil und dieser Bremer Vergangenheit ablösefrei auf dem Markt ist, gibt es keine Ausreden mehr. Fritz, Niemeyer und Thioune müssen zuschlagen – am besten noch heute.


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