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Der tiefe, tiefe Fall von Emre Mor - einstiges Wunderkind des BVB

Einst wurde Mor von einer ganzen Nation als Hoffnungsträger gefeiert. Mittlerweile spielt der 28-Jährige kaum noch Fußball.
Emre Mor zu seiner Zeit beim BVB
Emre Mor zu seiner Zeit beim BVB | picture alliance/GettyImages

Damals galt es als riesiger Coup, dass es Borussia Dortmund gelang, den zu diesem Zeitpunkt heißbegehrten Emre Mor zu verpflichten. Seit seinem Wechsel in die Bundesliga sind inzwischen fast zehn Jahre vergangen und der ehemalige türkische Nationalspieler durchlebte eine Talfahrt, während der er bei insgesamt sechs verschiedenen Vereinen Halt machte.

Startpunkt BVB

Sein sportlicher Downfall begann während seiner Zeit in Dortmund und nahm in den darauffolgenden Jahren immer mehr an Fahrt auf. 2016 wechselte der gebürtige Däne für fast zehn Millionen vom FC Nordsjælland zu den Schwarz-Gelben. Im selben Transferfenster verpflichtete der BVB übrigens Ousmane Dembélé.

Anhand dieses Vergleiches erkennt man bereits, wie unterschiedlich Karrieren von frühzeitig gehypten Talenten verlaufen können. Der eine, mittlerweile amtierender Champions-League-Sieger mit Paris Saint-Germain sowie Gewinner des Ballon d'Or 2025. Der andere mit einem geschätzten Marktwert von 600.000 Euro und keiner gespielten Minute Fußball in der laufenden Saison.

Dabei war Emre Mor eine großartige Karriere vorausgesagt und Fans sowie Medien tauften den Offensivakteur zum türkischen Messi. Was folgte, war stattdessen eine Reihe von Enttäuschungen und Missverständnissen. Angefangen beim BVB, den der damals 20-Jährige nach nur einer Spielzeit wieder verlassen sollte.

Los ging die wilde Reise

Während die Dortmunder aus dem Deal mit Emre Mor noch mehr als glimpflich rausgekommen waren und sogar einen Gewinn mit dem Verkauf des Türken verzeichnen konnten, erging es Celta Vigo komplett anders. Die Spanier legten im Sommer 2017 rund 13 Millionen Euro auf den Tisch, um Mor zu verpflichten. Ein Transfer, der sich zu einem riesigen Minusgeschäft für den Verein entwickelte.

So lief Mor zwar immerhin 52 Mal für den spanischen Erstligisten auf, blieb aber völlig hinter den Erwartungen zurück und steuerte lediglich sechs Torbeteiligungen bei. Nach zwei Jahren in Spanien begann dann eine Reihe von Leihen mit überschaubaren Leih-Gebühren.

Für den Linksfuß ging es zunächst in die Türkei zu Galatasaray Istanbul, dann nach Griechenland zu Olympiakos Piräus und anschließend wieder zurück in die türkische Süper Lig, diesmal zu Fatih Karagümrük. Dort wechselte Mor 2022 dann auch ablösefrei hin, nachdem er Celta Vigo endgültig verließ.

Ein kurzes Aufbäumen, dann doch wieder nichts

Karagümrük verkaufte den Offensivakteur noch im selben Sommer für zwei Millionen Euro an Fenerbahçe Istanbul, lieh ihn aber direkt wieder aus. Nachdem auch diese Leihe unterm Strich scheiterte, schloss sich Mor 2024 auf Leihbasis Eyüpspor an.

Dort erlebte Mor noch einmal ein kurzes Karriere-Hoch und verhalf dem Verein mit guten Leistungen zu einer starken Saison. Nach seiner Rückkehr zu Fenerbahçe im vergangenen Jahr schien alles wieder verflogen und damit sind wir in der Gegenwart angekommen.

Denn für den 19-fachen türkischen Meister kam der 28-Jährige in der laufenden Spielzeit nicht ein einziges Mal zum Einsatz, da er zu Beginn der Saison aus dem Kader gestrichen wurde. Doch wie konnte es zu einem derartigen Downfall kommen?

Verletzungen, Defizite und fehlende Disziplin

Selbstverständlich hat dies viele verschiedene Gründe, doch wenn man es runterbrechen will, kann man diesen Dreiklang verwenden: Verletzungen, Defizite und fehlende Disziplin. Beginnend mit seiner Zeit beim BVB wurde Mor regelmäßig vorgeworfen, es fehle ihm an der nötigen Disziplin, um sich zu einem Star aufschwingen zu können.

Seine Trainer klagten über taktische Defizite und Probleme abseits des Feldes. Tolunay Kafkas, welcher Trainer bei Karagümrük war, während Mor bei den Türken spielte, sagte über ihn, er habe "seine Schwierigkeiten und Probleme. Wir können ihm nicht helfen. Er muss sie selbst überwinden." Die vor allem zu Beginn seiner Karriere hohe Anspruchshaltung an den gebürtigen Dänen dürfte auch ihr Übriges getan haben.

Hinzu kommen zahlreiche Verletzungen und gesundheitliche Probleme, welche den 28-Jährigen auch in dieser Saison daran hinderten, seine Karriere in die richtige Bahn zu lenken. Ob Emre Mor dies in den kommenden Jahren gelingen kann, bleibt fraglich, angesichts seines zweifelsohne vorhandenen Talents aber weiterhin nicht unmöglich.

Fest steht: Der einstige Traum vom türkischen Messi blieb genau das, ein Traum.


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