Über die vergangenen Jahre hatte Borussia Mönchengladbach höhere Ausgaben, die zuweilen auch von Einnahmen durch den internationalen Wettbewerb oder gute TV-Gelder abgedeckt wurden. Genau diese Einnahmen sind jedoch teilweise weggebrochen. Anstatt wieder die internationalen Fans anderer Klubs mit der Aussprache des eigenen, doch sehr deutschen Vereinsnamen herauszufordern, kämpft die Fohlenelf ein weiteres Mal um den Klassenerhalt.
Gleichzeitig sind in den letzten Jahren wichtige Transfereinnahmen ausgeblieben. Die Konsequenz ist klar: Bei der Borussia muss gespart werden. Umso wichtiger sind etwa die rund 20 Millionen Euro, die der Wechsel von Rocco Reitz zu RB Leipzig einbringen wird. Laut der Rheinischen Post ist der eingeschlagene Sparkurs aber inzwischen so wichtig und auch streng, dass selbst die Reitz-Millionen nicht gänzlich für Neuverpflichtungen ausgegeben werden können.
"Rocco leistet einen ganz, ganz elementaren Beitrag dazu, dass es Borussia Mönchengladbach auch in Zukunft gibt", hatte Rouven Schröder vor dem Rheinderby am vergangenen Wochenende verlauten lassen. Das ist vielleicht etwas dramatisiert ausgedrückt, trifft aber offenbar doch ganz gut den Kern der finanziellen Wahrheit bei Borussia.
Bereits der Sommer muss eine strategische Spitzenleistung von Schröder werden
Informationen der Rheinischen Post zufolge wurden im letzten Transfer-Winter etwa vier Millionen Euro eingespart. Die Reitz-Einnahmen kommen dazu, während gleichzeitig zwei Millionen Euro für die Festverpflichtung von Hugo Bolin ausgegeben wurden. Es ist eine Art Vorleistung für den Sommer, wenn der Kader in nennenswerten Teilen neu aufgestellt werden soll.
"Wir müssen in Zukunft vernünftig wirtschaften und gleichzeitig Spieler holen, die richtig Bock haben, für Borussia zu spielen. Unser Weg wird sein, Spieler mit Potenzial zu finden und sie hier weiterzuentwickeln", kündigte Schröder bereits an. Von diesem Weg zeigte sich der Sportdirektor "überzeugt", wenngleich es im Fußballgeschäft natürlich keine Garantien gebe.
Laut der Rheinischen Post arbeitet Schröder auch schon an einem geringeren Gehaltsgefüge. Bei Vertragsverlängerungen sind Gehaltserhöhungen kein Automatismus mehr, wie es heißt. Zugleich gibt es aber noch immer Spieler, die ein Salär aus den Europa-Zeiten beziehen. Florian Neuhaus ist mit seinen rund vier Millionen Euro Jahresgehalt das prominenteste Beispiel. Auch Marvin Friedrich gehört wohl noch in diese Kategorie. Der Abwehrspieler wird Borussia aber zum Sommer verlassen, sodass an dieser Stelle auch Einsparungen möglich sind.
