Beim FC Bayern München sorgt die Torhüter-Situation derzeit für Diskussionen. Während Manuel Neuer aktuell erneut verletzt fehlt und seine Zukunft ungeklärt bleibt, steht Ersatzmann Jonas Urbig zwischen den Pfosten. Für Verwunderung sorgte zuletzt jedoch eine andere Beobachtung: In einigen Spielen, in denen Urbig im Tor stand, saß Neuer dennoch auf der Ersatzbank.
Dies thematisierte nun Lothar Matthäus in seiner Kolumne bei Sky. Der Rekordnationalspieler blickte dabei auf seine eigene Karriere zurück und stellte infrage, ob diese Rolle für einen erfahrenen Spieler sinnvoll sei.
Matthäus hinterfragt Neuers Bankrolle
"In den Spielen, in denen Urbig im Tor stand, saß Neuer auf der Bank", schrieb Matthäus und zeigte sich darüber überrascht. Der ehemalige Weltfußballer zog dabei Parallelen zu seiner eigenen Zeit beim FC Bayern am Ende seiner Karriere. "Ottmar Hitzfeld hat mir gesagt, ich soll mich erholen. Wenn ich nicht dabei bin, kann ich mich um meine Familie oder um andere Dinge kümmern", erklärte Matthäus.
Gerade für ältere Spieler sei es wichtig, auch mental und körperlich abschalten zu können. "Erholung heißt für mich nicht, mit der Mannschaft am Freitag irgendwo zu einem Auswärtsspiel mitzufliegen, sondern dass ich auch mal vom Kopf und Körper her runterkommen kann", so Matthäus weiter. Schließlich verfüge der Verein mit Sven Ulreich über einen weiteren erfahrenen Torhüter im Kader.
Matthäus lobt Urbig und äußert sich zu Neuers Zukunft
Aktuell fällt Neuer erneut wegen eines Muskelfaserrisses aus, bereits der dritte seit Ende Dezember. Dadurch rückt der 22-jährige Urbig verstärkt in den Fokus. Matthäus bescheinigte dem jungen Keeper eine starke Entwicklung: "Er strahlt in seinen jungen Jahren schon Ruhe und Sicherheit aus."
Gleichzeitig machte der ehemalige Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft deutlich, dass der Vergleich mit Neuer weiterhin schwierig sei: "Er ist jetzt noch nicht eins zu eins auf dem Niveau von Manuel. Wenn Neuer im Tor steht, haben seine Mitspieler noch einmal ein anderes Gefühl."
Unklar bleibt auch, wie lange Neuer seine Karriere noch fortsetzen möchte. Rund um seinen anstehenden 40. Geburtstag am 27. März sollen Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung stattfinden. Matthäus sieht mehrere Szenarien: "Wenn Neuer noch ein Jahr dranhängen sollte, kann es ihm ja nur recht sein, dass er seinen Körper gezielt schonen kann."
Ein mögliches Karriereende schließt der ehemalige Weltmeister ebenfalls nicht aus. "Wenn die Bayern das Triple gewinnen sollten, könnte dies ein idealer Schlusspunkt für Neuer sein. Das ist meine Meinung", erklärte Matthäus. Letztlich liege die Entscheidung jedoch laut dem Sky-Experten allein beim Torhüter: "Wann er aufhört, bestimmt Manuel selbst."
