Der Deutsche Fußball-Bund blickt weit in die Zukunft und arbeitet im Hintergrund intensiv an einer Bewerbung für die Weltmeisterschaften 2038 oder 2042. Wie die Bild berichtet, hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf die konkreten Vorüberlegungen für eine erneute Heim-WM bereits im Präsidium der DFL vorgestellt. Die ganz große Frage lautet nun, ob Deutschland von der FIFA überhaupt den Zuschlag bekommt. Die Chancen stehen offenbar extrem gut.
Darum ist Deutschland der Favorit
Dass die Aussichten auf ein neues Sommermärchen so vielversprechend sind, liegt laut dem Bericht vor allem an der aktuellen Konkurrenzsituation und dem hohen Ansehen des DFB. Die Funktionäre von UEFA und FIFA schätzen Deutschland als absolut verlässlichen Turnierorganisator. Zudem erkennt der Weltverband an, dass Deutschland historisch in einem Zyklus von rund 30 bis 35 Jahren als Ausrichter auftritt, wie die Turniere 1974 und 2006 beweisen. Der anvisierte Zeitraum würde also perfekt in diesen Rhythmus passen.
XXL-WM große Herausforderung
Der wohl größte Trumpf ist jedoch die fehlende Konkurrenz, da viele Mitbewerber die enormen Auflagen für ein auf 48 Teilnehmer aufgeblähtes Turnier nicht erfüllen können. Frankreich gilt als einziger geheimer und ernst zu nehmender Mitbewerber in Europa. Es ist jedoch stark fraglich, ob die Franzosen die gigantischen infrastrukturellen Anforderungen für 48 Teams ohne einen Partner-Ausrichter bewältigen können. England wurde mit der Europameisterschaft 2028 gemeinsam mit Irland, Schottland und Wales bereits bedient und ist zudem der einzige Bewerber für die Frauen-WM 2035. Italien wiederum scheidet aufgrund seiner teils alten und stark maroden Stadien aus, die den neuen FIFA-Standards schlichtweg nicht genügen.
Ein Blick nach Südamerika zeigt ein ähnliches Bild. Die WM 2030 findet größtenteils in Spanien, Portugal und Marokko statt, beinhaltet aber auch Jubiläumsspiele in Südamerika. Wertet die FIFA dies gleichermaßen als Südamerika-WM, steigen die deutschen Chancen massiv. Zudem verfügen auch die südamerikanischen Länder ohnehin kaum über die nötige Infrastruktur für 48 Teams.
2042 als realistischstes Szenario

Obwohl sowohl 2038 als auch 2042 im Raum stehen, gilt das spätere Turnier aufgrund der FIFA-Rotationsregel als deutlich wahrscheinlicher. Nach der WM 2030 und der für 2034 nach Saudi-Arabien vergebenen Endrunde gehen die DFB-Verantwortlichen davon aus, dass Europa bei der Vergabe 2038 noch blockiert sein könnte. Die Regelungen sehen im Normalfall vor, dass ein Kontinent zwei Zyklen aussetzen muss.
Dass der Deutsche Olympische Sportbund parallel Olympia-Bewerbungen für 2036, 2040 oder 2044 prüft, sieht der DFB dabei nicht als Hindernis. Große Sportereignisse können durchaus zeitnah in ein und demselben Land stattfinden.
Die Infrastruktur: DFL wittert große Modernisierungs-Chance
Für ein 48-Nationen-Turnier verlangt die FIFA mindestens 14 Stadien mit einer Kapazität von jeweils über 40.000 Plätzen. Der DFB hat dafür bereits 15 potenzielle Spielorte im Blick. Dazu zählen Berlin, München, Dortmund, Stuttgart, Hamburg, Gelsenkirchen, Frankfurt, Köln, Leipzig, Düsseldorf, Bremen, Mönchengladbach, Hannover, Kaiserslautern und Nürnberg.
Innerhalb der DFL stößt das Vorhaben auf massive Gegenliebe. Viele Bundesliga-Klubs sehen in einer WM im eigenen Land die einmalige Chance, ihre teils seit 2006 in die Jahre gekommenen Arenen von Grund auf zu modernisieren. Besonders im Hinblick auf den finanziell enteilten englischen Markt gilt der Ausbau von VIP- und Hospitality-Bereichen als elementar, um neue Umsatzquellen zu erschließen und auf dem Transfermarkt international wettbewerbsfähig zu bleiben. Konkrete Gespräche mit der Politik über Garantien und mögliche Neubau-Pläne, wie sie etwa in Frankfurt oder Hamburg kursieren, sollen nach der WM 2026 folgen.
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