Clevere Transferpolitik: So winken dem FC Bayern im Sommer 100 Mio. Euro

Dank Leihspieler im Sommer zu dicken Einnahmen? Durchaus möglich beim Rekordmeister!
Dicke Einnahmen für Max Eberl und den FC Bayern München?
Dicke Einnahmen für Max Eberl und den FC Bayern München? / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Der FC Bayern ist einer der wenigen Top-Klubs in Europa, die nicht wie bekloppt auf dem Transfermarkt zuschlagen, sondern immer eine gesunde Finanzbilanz im Auge haben. Somit ist es unvermeidlich, dass die Münchner auch auf dem Transfermarkt immer wieder Einnahmen generieren.

Dafür muss aber nicht zwingend ein großer Name abgegeben werden. Im kommenden Sommer winkt allein durch Verkäufe von Leihspielern eine dreistellige Millionensumme:

  • Alexander Nübel: Der Keeper spielt sein drei Jahren auf Leihbasis beim VfB Stuttgart. Schon jetzt scheint klar, dass eine weitere Leihe nicht infrage kommt - eine Zukunft hat Nübel beim FC Bayern aber auch nicht wirklich, da Jonas Urbig mittlerweile als der Kronprinz von Manuel Neuer gilt. Die Münchner dürften einen Verkauf anpeilen, laut Medienberichten stehen 15-20 Millionen Euro als Preisschild im Raum. Eine Summe, die der FC Bayern ohne größere Problemen erzielen dürfte.
  • Daniel Peretz: Nachdem seine Leihe zum HSV vorzeitig abgebrochen wurde, ging es für Peretz zum FC Southampton. Bei den Saints ist der Israeli als Nummer eins gesetzt. Somit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die vereinbarte Kaufoption gezogen wird. Dann werden acht Millionen Euro fällig. Geld, mit dem man an der Säbener Straße quasi sicher planen kann.
  • Joao Palhinha: Einer der größten Transferflops des FC Bayern in den letzten Jahren. Palhinha galt als Wunschspieler von Thomas Tuchel, hatte aber das Pech, dass er nach seiner Ankunft dann Vincent Kompany vorfand. Unter dem Belgier spielte Palhinha folglich keine große Rolle - es folgte die Leihe zu Tottenham. Dort schlug der Portugiese zunächst bärenstark ein, baute dann aber - wie das gesamte Team - ab. Die Kaufoption liegt bei 25 Millionen Euro. Eine faire Summe. Sollten die Spurs die Kaufoption nicht bedienen, dürfte sich ein anderer Abnehmer in dieser Preisregion finden lassen. 20 Millionen Euro sollten in jedem Fall zu holen sein.
  • Sacha Boey: Ein weiterer Transferflop ist Sacha Boey, der im Winter den Abflug zu seinem Ex-Klub Galatasaray gemacht hat. Die Hoffnung ist groß, dass der Franzose an alter Wirkungsstätte wieder zu seiner Form findet. Gelingt ihm das, ist es wahrscheinlich, dass die Türken die Kaufoption ziehen - diese liegt bei 15 Millionen Euro.
  • Bryan Zaragoza: In der Hinrunde noch auf Leihbasis bei Celta Vigo unterwegs, ging es im Winter zur AS Rom. Die Italiener vereinbarten eine Kaufoption in Höhe von 13,5 Millionen Euro. Diese wird zur Kaufpflicht, wenn Zaragoza mindestens 50% der Spielminuten absolviert und die Roma mindestens in die Europa League kommt. Zwei Vorgaben, die durchaus realistisch sind.
  • Arijon Ibrahimovic: Der Deutsch-Kosovare verbringt die aktuelle Saison beim 1. FC Heidenheim, wo Ibrahimovic auch durchweg in der Startelf steht. Natürlich ist es schwer, beim häufig chancenlosen Schlusslicht zu glänzen, doch Ibrahimovic macht seine Sache den Umständen entsprechend gut. Der FCH besitzt keine Kaufoption, so dass Bayern im Sommer eine Ablöse frei verhandeln kann, sollte er nicht mit Ibrahimovic planen. Sein geschätzter Marktwert bei Transfermarkt liegt bei fünf Millionen Euro - in der Realität könnte er aber auch noch etwas mehr einbringen. Es ist aber auch möglich, dass die Münchner Ibrahimovic als Backup selbst halten wollen.
  • Armindo Sieb: Seit 2024 spielt Sieb auf Leihbasis in Mainz, wo er allerdings nicht über die Jokerrolle hinauskommt. Eine Zukunft beim FC Bayern hat er sicher nicht - ob er sie in Mainz hat, ist fraglich. So oder so können die Münchner beim 22-Jährigen aber auf eine Millionen-Ablöse hoffen, da sein Marktwert auf 3,5 Millionen Euro geschätzt wird.
  • Lovro Zvonarek: Zvonarek verbringt die aktuelle Saison beim Grasshopper Club Zürich. Der 20-jährige Mittelfeldspieler steht durchweg in der Startelf und kommt bislang auf fünf Scorerpunkte. Sein Marktwert wird auf lediglich zwei Millionen Euro geschätzt, doch bei einem Verkauf scheint definitiv mehr möglich. Mindestens fünf Millionen Euro sollte Zvonarek einbringen.
  • Maurice Krattenmacher: Der gebürtige Münchner ist derzeit bei Hertha BSC aktiv, wo er zu Saisonbeginn noch Stammspieler war, mittlerweile aber nur noch Joker ist. Sein Marktwert wird auf 3,5 Millionen Euro geschätzt, auch hier scheint aber eine Ablöse von fünf Millionen Euro realistisch. Beim FC Bayern dürfte Krattenmacher es eher nicht packen.
  • Jonah Kusi-Asare: Der Stürmer wurde im Sommer auf den letzten Drücker an den FC Fulham verliehen. Dort spielt Kusi-Asare bislang kaum eine Rolle, auch wenn sich sein Trainer Marco Silva zuletzt positiv über ihn äußerte. Die Kaufoption liegt mit 3,5 Millionen Euro in einem überschaubaren Bereich. Bayern hätte aber noch eine Rückkaufoption.
  • Noel Aseko: Der Youngster überzeugt derzeit bei Hannover 96 und empfiehlt sich dadurch für höhere Aufgaben. Der Zweitligist kann Aseko für eine Million Euro fest verpflichten, die Münchner wiederum besitzen eine Rückkaufoption in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Es gilt als ausgemacht, dass Bayern diese zieht. Dann bestehen zwei Optionen: Entweder plant man Aseko im eigenen Kader ein (beispielsweise als Goretzka-Erbe). Oder man gibt ihn für viel Geld ab - zuletzt wurde eine zweistellige Millionensumme genannt, die in diesem Fall ohne Probleme möglich wäre.
  • Tarek Buchmann: Der Innenverteidiger, momentan an den FCN ausgeliehen, gilt als riesiges Talent. Noch riesiger ist leider sein Verletzungspech, das eine große Karriere wohl verhindert. Buchmanns Marktwert wird auf nur 300.000 Euro geschätzt - es ist völlig offen, wie es für ihn weitergeht. Große Einnahmen darf man bei Buchmann aber nicht erwarten.

Fazit: Der FC Bayern hat derzeit zahlreiche Spieler auf Leihbasis bei anderen Vereinen geparkt - eine richtige Perspektive in München haben nur die wenigsten von ihnen. Insofern ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Großteil der Leihspieler im Sommer nicht zurückkehrt. Wie unsere (zweifelsfrei ziemlich oberflächliche) Rechnung zeigt, winkt dem FC Bayern im Idealfall eine Summe von bis zu 100 Millionen Euro. Dafür ist es aber natürlich notwendig, dass Transferflops wie Palhinha, Boey oder Zaragoza bei ihren Leihklubs auch halbwegs gut performen. Die Hoffnung ist zumindest da.


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