Es war ein Paukenschlag, als am Sonntagabend bekannt wurde, dass Eintracht Frankfurt und Sportvorstand Markus Krösche mit sofortiger Wirkung getrennte Wege gehen. Zwar war über ein Aus des 45-Jährigen schon länger gemunkelt geworden, so früh hatte jedoch niemand damit gerechnet.
Auf der Mitgliederversammlung kämpfte Krösche dann bei seiner Abschiedsrede mehrmals mit den Tränen. Um seine persönliche Zukunft muss er sich allerdings keine Sorgen machen, eine Einigung mit der AC Mailand steht laut der Corriere della Sera bereits. Demnach soll der 46-Jährige einen Dreijahresvertrag unterschreiben und bei den Rossoneri als Head of Football einsteigen. Einzige Hürde sei noch die Ablöse, die Milan an Frankfurt zahlen muss.
Dennoch stellen sich viele Fans die Fragen, wie es zum so schnellen Bruch zwischen Krösche und Frankfurt kommen konnte, die eigentlich in den letzten Jahren als echtes Dreamteam geglänzt hatten.
Entscheidung auf Mallorca
Die Bild berichtet, dass unterschiedliche Auffassungen über die Transferstrategie eine Rolle bei der Trennung spielten. Der Weg Frankfurts, Talente günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen wurde aufgrund der steigenden Preise in den letzten Jahren immer schwieriger.
Krösches Entschluss, die Eintracht frühzeitig zu verlassen, war demnach während der XXL-Länderspielpause gereift. Zu diesem Zeitpunkt war er mit seiner Frau nach Mallorca geflogen, um sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Denn die Frage war laut der Bild nicht mehr, ob Krösche die Eintracht frühzeitig verlässt, sondern wann.
Denn zur Wahrheit gehörte auch, dass der 46-Jährige durch Fehler in der Vergangenheit, wie der Verpflichtung von Ex-Trainer Albert Riera und den umstrittenen Immobilien-Deal mit der Frau eines Spielerberaters im Verein nicht mehr unumstritten war.
Das soll Krösche laut der Bild persönlich sehr zugesetzt haben. Er war angenockt, zudem sei ihm "die notwendige Durchschlagskraft für eine solch anspruchsvolle Aufgabe abhanden gekommen".
Auf nach Mailand?
Weiter habe Krösche unbedingt selbst entscheiden wollen, wann er geht, weshalb er das Heft des Handelns in die Hand nahm und nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln das Gremium über seine Abschiedsgedanken informierte.
Dabei hatte Krösche laut der Bild auch das Wohl des Vereins im Sinn, da eine Weiterbeschäftigung des 46-Jährigen ständige Unruhe gebracht hätte, aufgrund von Fragen über die Zukunft des Sportvorstands.
Letztlich war das vorzeitige Ende von Krösches Amtszeit also das beste für alle Beteiligten – vor allem, weil sich die Eintracht jetzt noch auf eine Ablöse in Millionenhöhe für Krösche freuen kann. Die Bild berichtet von 3,5 bis fünf Millionen Euro, die Milan für den 46-Jährigen berappen müsste.
