Beim FC Liverpool wächst der Druck im Saisonendspurt. Nach zuvor vier Pflichtspielsiegen in Serie mussten die Reds beim Tabellenletzten Wolverhampton Wanderers einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Die 1:2-Niederlage könnte im Kampf um die Champions-League-Plätze noch teuer werden. Kapitän Virgil van Dijk fand im Interview nach der Partie entsprechend deutliche Worte.
Liverpool tat sich über weite Strecken schwer, aus seinem Ballbesitz gefährliche Chancen zu kreieren. Zwar glich Mohamed Salah in der Schlussphase aus, doch ein abgefälschter Treffer in der Nachspielzeit besiegelte die Niederlage.
Für Trainer Arne Slot, der sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte, ist das kein Einzelfall: "Es ist die alte Geschichte. Das ist uns in dieser Saison schon häufig passiert", erklärte der Niederländer nach dem Spiel. Gerade gegen Teams aus dem Tabellenkeller ließ Liverpool immer wieder Punkte liegen. Gleichzeitig verwies Slot darauf, dass Wolverhampton zuletzt auch andere Topteams vor Probleme stellte.
Van Dijk sieht Schuld bei Mannschaft selbst
Nach dem Abpfiff zeigte sich Kapitän van Dijk besonders kritisch mit der eigenen Mannschaft. "Ich denke, wir sind selbst schuld", sagte der Niederländer und analysierte den Auftritt schonungslos: "Wir waren langsam, vorhersehbar, schlampig im Ballbesitz und haben falsche Entscheidungen getroffen."
Zwar habe man defensiv kaum klare Chancen zugelassen, doch die mangelnde Qualität im Spiel nach vorne habe den Gegner immer wieder im Spiel gehalten. "Wenn man so spielt, kann das Ergebnis so ausfallen. Das ist eine Tatsache", so van Dijk.
Besonders bitter aus Sicht der Reds: Die Niederlage wurde erneut spät besiegelt. In der 94. Minute nutzten die Wolves einen Ballverlust aus und erzielten den entscheidenden Treffer, sehr zum Ärger des Liverpool-Kapitäns, der auf dem Platz sichtbar frustriert reagierte.
Slot sieht strukturelle Probleme im Kader- Wirtz-Rückkehr als Wende?
Neben der Chancenverwertung bleibt auch die Kadertiefe ein wiederkehrendes Thema an der Anfield Road. Kapitän Virgil van Dijk deutete an, dass die hohe Belastung durch mehrere Wettbewerbe zunehmend Spuren hinterlässt. "Die Liga ist stark und wir spielen alle drei oder vier Tage. Wir brauchen jeden Spieler in Bestform und eine breite Mannschaft", erklärte der Innenverteidiger.
Trainer Arne Slot sieht vor allem die fehlende Effizienz vor dem Tor als Hauptproblem. "Wir haben Probleme damit, aus den klaren Chancen Tore zu machen. Am Ende treffen wir einmal und sie zweimal. Das fasst unsere Saison ziemlich gut zusammen", analysierte der Niederländer.
Besonders schmerzlich vermissen die Reds derzeit Florian Wirtz. Der deutsche Nationalspieler hatte sich nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten in den vergangenen Monaten zum Unterschiedsspieler entwickelt und steuerte im Januar fünf Tore und zwei Vorlagen in Premier League und Champions League bei.
Aktuell fehlt der Ex-Leverkusener wegen Rückenproblemen, soll aber im Laufe der kommenden Woche wieder zur Verfügung stehen. Vor allem sein eingespieltes Zusammenspiel mit Hugo Ekitike fehlt Liverpool derzeit im Angriffsdrittel. Genau diese Verbindung könnte den Reds in der entscheidenden Saisonphase die nötige Effizienz und Kreativität zurückbringen.
Die Niederlage könnte für Liverpool dennoch unmittelbare Konsequenzen haben: Gewinnt der FC Chelsea sein Spiel am Mittwochabend bei Aston Villa (20:30 Uhr, Sky), droht den Reds der Absturz auf Rang sechs. Ein Platz, der am Saisonende nicht für die Champions League reichen würde. In Anfield wächst damit der Druck, schnell wieder in die Spur zu finden.
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