BVB-Kader nach Anselmino-Abgang zu dünn? Das sagt Lothar Matthäus
Von Franz Krafczyk

Diese Meldung hat nicht nur bei den Fans, sondern sogar bei den Verantwortlichen von Borussia Dortmund für eine faustdicke Überraschung gesorgt: Der FC Chelsea hat die Leihe von Aaron Anselmino vorzeitig abgebrochen. Der Argentinier hat sich bereits unter Tränen von seinem Team verabschiedet. Trainer Niko Kovac fällt damit eine wichtige Option für die Innenverteidigung weg.
Für die Dreierkette verbleiben nun noch Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Niklas Süle, Emre Can, Ramy Bensebaini sowie Filippo Mane, der nun nicht mehr verliehen werden soll. "Durch die sofortige Rückkehr von Anselmino zum FC Chelsea hat Kovac in der Abwehr eine Option weniger, aber man hat immer noch vier etatmäßige Innenverteidiger plus Bensebaini im Kader. Das müsste aus meiner Sicht eigentlich reichen", kommentiert Lothar Matthäus die Lage beim BVB in seiner Sky-Kolumne.
Trotz "Messi-Niveau": BVB-Stars fehlt die Stabilität
Insgesamt verfüge der BVB über Qualität in seinem Kader, "aber es fehlt an Stabilität, weil in der Offensive Spieler wie Guirassy, Adeyemi oder Brandt ihre Qualitäten momentan nicht zeigen", kritisiert der Rekordnationalspieler. "Kovac stützt seine Spieler. Es liegt nicht am Trainer, wenn Guirassy nicht mehr lächelt. Adeyemi haben wahrscheinlich auch seine Vertragssituation und seine persönlichen Geschichten mitgenommen. Brandt spielt einmal fast auf Messi-Niveau und ist im nächsten Spiel wieder unsichtbar."
"Kovac macht einen hervorragenden Job, der zu wenig gewürdigt wird."
- Lothar Matthäus (Sky)
Und weiter: "In Dortmund werden die Profis gestreichelt und nicht nach außen hin angezählt, man steht zu ihnen. Aber natürlich hofft man, dass diese Spieler schnellstmöglich wieder die Dinge zeigen, mit denen sie den Fans so viel Freude bereitet haben."
"Zu wenig gewürdigt": Matthäus nimmt Kovac in Schutz
Die nächste Gelegenheit dazu bietet das letzte Vorrunden-Spiel der Champions League gegen Inter Mailand (Mittwoch, 21 Uhr). Dort wird es darum gehen, sich mit einem Sieg einen möglichst guten Platz in der Tabelle zu sichern, was die Ausgangslage vor den Playoffs im Februar verbessern würde.
"Das Heimspiel in der Champions League gegen Inter Mailand wird nicht einfach, aber im Signal Iduna Park kann der BVB jedem Gegner wehtun. Die Borussia braucht ein gutes Ergebnis, um bei den Playoffs in der oberen Hälfte gesetzt zu sein. Auch für die Köpfe der Spieler wäre es wichtig, nach dem verdienten Sieg in Berlin gegen eine europäische Spitzenmannschaft zu gewinnen und ein Zeichen zu setzen", analysiert Matthäus.
"Nach dem 0:3 in London gab es Kritik, nach dem 3:0 in Berlin dann wieder Lob für Niko Kovac und seine Mannschaft. Kovac macht einen hervorragenden Job, der zu wenig gewürdigt wird", stellt der heutige TV-Experte fest.
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