Seit fast zwei Jahren ist Carney Chukwuemeka mittlerweile bei Borussia Dortmund aktiv. Seitdem haben sich die Fragezeichen, die es schon im Zuge seiner Verpflichtung gab, nur noch weiter vergrößert.
Im Winter 2025 war der Mittelfeldspieler vom FC Chelsea ausgeliehen worden. Zum Start stand er dem BVB aber direkt nicht zur Verfügung, aufgrund von ominösen Knieproblemen. Auch muskuläre Probleme setzten Chukwuemeka in seinem ersten Halbjahr zu, weshalb er letztlich bis zum Saisonende nur 245 Bundesliga-Minuten bestritt.
Klar, in diesen Minuten wurde das Talent des gebürtigen Wieners hier und da sichtbar. Eine gute Ballbehandlung, das Auge für den Raum, feine Passtechnik – man konnte schon erahnen, warum Chelsea einst 18 Millionen Euro für den damals 18-Jährigen in die Hand genommen hatte.
Doch was bringen die besten Anlagen, wenn der Spieler nicht imstande ist, sie regelmäßig anzuwenden? Oder um es mit einem amerikanischen Slogan auszudrücken: The best ability is availability (zu deutsch: Die beste Fähigkeit ist die Verfügbarkeit).
BVB ging ins Risiko – und verlor
Der BVB ging im Sommer 2025 trotzdem ins Risiko und einigte sich mit dem FC Chelsea nach zähen Verhandlungen darauf, einen fixen Transfer im Wert von 20 Millionen Euro abzuschließen. Ein Gehalt von rund sechs Millionen Euro pro Jahr kommt noch hinzu. Ein stolzer Preis für die Dortmunder, die sich mit diesem Gesamtpaket schlussendlich aber verzockt haben.
Im Herbst 2026 muss man sich wohl eingestehen, dass Chukwuemekas Transfer ein Fehlgriff war – und bleiben wird. Die körperlichen Probleme des bald 23-Jährigen halten an, so dass er quasi nie seinen Rhythmus und seine Form findet. 2026/27 stehen gerade einmal kümmerliche 91 Einsatzminuten für Chukwuemeka zu Buche; zuletzt war er mal wieder angeschlagen von der österreichischen Nationalmannschaft zurückgekehrt.
Wer Niko Kovac kennt, der weiß, dass die Fitness für ihn die oberste Prämisse ist. Warum also steckt man 20 Millionen Euro in einen Spieler, bei dem schon im Vorfeld große Bedenken waren, ob er überhaupt fit bleiben kann?! Rückblickend war es ein Flop mit Ansage. Aber ein Flop, über den kaum jemand spricht.
Chukwuemeka ohne die nötige Intensität
Das größte Problem von Chukwuemeka ist nicht einmal die Verfügbarkeit; seit seinem Wechsel bestritt er immerhin 59 Partien für Schwarzgelb. Stattdessen ist er aufgrund seiner immer wieder auftauchenden Malaisen überhaupt nicht in der Lage, eine vernünftige Intensität an den Tag zu legen. Das rächt sich bei einem Trainer wie Kovac doppelt.
Im Schnitt dauern Chukwuemekas Einsätze beim BVB nicht einmal eine halbe Stunde. Weil er einfach nicht mehr kann?! Beim BVB bestritt er lediglich ein einziges (!) Spiel über die volle Distanz.
Ohnehin fragt man sich, wo im Team Platz für Chukwuemeka sein soll. Im zentralen Mittelfeld haben Felix Nmecha, Jobe Bellingham und Joey Veerman die besseren Karten. Offensiv gibt es Konstantinos Karetsas, Ethan Nwaneri, Mathis Albert, Samuele Inacio und Maxi Beier. Und hierbei wurde Marcel Sabitzer, der nach wie vor hohe Wertschätzung unter Kovac genießt, noch nicht einmal aufgezählt.
Die beste Lösung wäre wohl, zeitnah wieder getrennte Wege zu gehen. Chukwuemeka und der BVB – das passt einfach nicht.
