Burkardt-Ausfall als Chance? Eintracht-Eigengewächse plötzlich im Fokus

Nach dem Ausfall von Jonny Burkardt muss Eintracht Frankfurt im Sturm umplanen. Zwei Talente aus der eigenen Jugend rücken in den Fokus, doch der Klub mahnt zur Geduld.
Alexander Staff mit Chance auf Kaderplatz
Alexander Staff mit Chance auf Kaderplatz / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages
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Der Ausfall von Jonny Burkardt trifft die Eintracht mitten in einer ohnehin angespannten Phase. Die Mannschaft steckt sportlich im Tief, die 0:3-Pleite gegen Atalanta hat das Selbstvertrauen zusätzlich angekratzt. Und nun fällt ausgerechnet der Stürmer aus, der die Offensivstatik der Hessen am besten zusammenhält.

Trainer Dino Toppmöller steht damit vor einer schwierigen Aufgabe. Die Alternativen sind auf dem Papier zahlreich, doch keiner der nominellen Stürmer konnte Burkardt bislang ersetzen. Michy Batshuayi und Elye Wahi haben kaum Impact gezeigt, Can Uzun fehlt verletzt. Entsprechend rückt der Blick automatisch auf die eigene Jugend.

Staff und Starodid: Eintracht lobt Entwicklung der Youngster

In diesem Kontext sorgte eine Aussage aus dem Verein für Aufsehen. Man sei "mit der Entwicklung von Alexander Staff und auch Daniel Starodid sehr zufrieden und werde beide langsam heranführen", heißt es von Dino Toppmöller. Ein Satz, der zeigt: Frankfurt will und wird die Talente nicht überfordern, aber die Tür geht zumindest einen Spalt auf.

Besonders Alexander Staff hat sich durch starke Leistungen aufgedrängt. Der erst 17-Jährige schoss die U19 mit einem Dreierpack gegen Atalanta Bergamo in der Youth League quasi im Alleingang zum Sieg. Im Wettebwerb steht er damit jetzt bereits bei fünf Treffern in vier Partien. Staff ist Toptalent, Goldmedaillen-Träger bei der Fritz-Walter-Medaille und Nationalspieler seines Jahrgangs. U19-Coach Alexander Meier spricht offen von deutlichen Entwicklungsschritten und lobt besonders Staffs Torriecher und seine Bereitschaft, ständig dazuzulernen.

Daniel Starodid wiederum liefert in der U21 beeindruckende Zahlen. In der Hessenliga steht er bei 16 Toren in 17 Spielen, bringt robuste Körperlichkeit mit und gilt als klassischer Strafraumstürmer. Doch beiden fehlt noch Erfahrung im Profibereich.

Trübe Lage, aber seltene Chance

Die Eintracht braucht dringend einen verlässlichen Ersatz im Sturm. Ein Talent, das den direkten Sprung aus dem NLZ in die Bundesliga schafft, wäre dabei nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch Werbung für den Klub. Alexander Staff ist aktuell der heißeste Kandidat. Seine Leistungen, sein Profil und die angespannte Sturmsituation sprechen dafür, ihn früher einzubinden als ursprünglich geplant. Hinzu kommt: Der Wintertransfermarkt öffnet erst am 1. Januar. Bis dahin muss Toppmöller kreativ werden.

Auch eine taktische Umstrukturierung sieht der Coach als Lösung: "Es gibt genug Optionen – vielleicht gehen wir auf eine Doppelspitze oder einen klassischen Wandspieler als Profil – da haben wir durchaus Möglichkeiten."

Die Partie gegen Wolfsburg wird erneut unbequem. Doch ein Kaderplatz für Staff könnte, mitten in einer grauen Phase für den Klub, ein Zeichen sein. Ein kleiner Impuls an einem schwierigen Wintertag. Und vielleicht der Beginn einer größeren Geschichte.


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