Es war ein wahrer Kraftakt auf den letzten Metern. Erst weit nach Mitternacht konnte Eintracht Frankfurt um Sportvorstand Markus Krösche am Deadline Day endgültig Vollzug melden. Mit den späten Abgängen von Jean-Mattéo Bahoya, zu Leeds United und Hugo Larsson zum FC Fulham erreichte er die vom Aufsichtsrat strikt geforderten Erlösziele von 50 bis 70 Millionen Euro doch noch.
Zuvor war die Nervosität in den Kontrollgremien riesig gewesen. Dass Spieler wie Elye Wahi oder Ritsu Doan lukrative, bereits ausgehandelte Transfers platzen ließen, hatte die Lage zusätzlich verschärft. Doch der Endspurt rettete die Situation: In einer turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch wurde der große Schulterschluss demonstriert. Präsident Mathias Beck bescheinigte Krösche öffentlich gute Arbeit und auch Cheftrainer Adi Hütter zeigte sich mit den späten Neuzugängen Noah Atubolu und Lilian Brassier versöhnt.
Trennung auf Raten trotz Vertrags bis 2028?
Doch der aktuelle Zusammenhalt wirkt wie ein fragiler Burgfrieden auf Zeit. Trotz des verpatzten Saisonstarts und teils massiver Fan-Kritik darf Krösche nach seinem Transfer-Endspurt zwar vorerst weitermachen und wird wohl auch das Winter-Transferfenster verantworten. Doch eine langfristige Zukunft am Main scheint zunehmend unwahrscheinlich.
Wie die Bild berichtet, ist es intern faktisch ausgeschlossen, dass der 45-Jährige seinen eigentlich bis 2028 datierten Vertrag bei der SGE komplett erfüllen wird. Das Verhältnis zu Trainer Adi Hütter gilt trotz öffentlicher Treueschwüre weiterhin als angespannt, und das Nervenkostüm im Aufsichtsrat wurde in den vergangenen Wochen extrem strapaziert. Ohne den Last-Minute-Erfolg am Deadline Day hätte Krösche wohl noch im September seinen Hut nehmen müssen.
Lockt die Premier League den Frankfurter Boss?

Sollte es in den kommenden Monaten tatsächlich zur vorzeitigen Trennung kommen, mangelt es Krösche keineswegs an hochkarätigen Alternativen. Der Frankfurter Kaderplaner, der durch millionenschwere Deals europaweit für Aufsehen gesorgt hat, steht angeblich auf dem Zettel internationaler Top-Klubs.
Besonders heiß: Nach dem plötzlichen Rücktritt von Sportdirektor Richard Hughes beim FC Liverpool wird Krösche in britischen Medienberichten bereits als möglicher Nachfolger bei den Reds gehandelt. Für die Eintracht wäre ein Abgang nicht einmal ein reines Verlustgeschäft: Dank einer Ausstiegsklausel würde ein Wechsel des Sportvorstands den Hessen immerhin noch eine stattliche Ablösesumme von drei bis vier Millionen Euro einbringen. Die Akte Krösche bleibt in Frankfurt also auch nach dem geschlossenen Transferfenster das spannendste Thema.
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