Bundesliga-Prognose: Vorhersage & Tipps zum 23. Spieltag 25/26
Von Simon Zimmermann

Während im Europapokal die ersten K.o.-Spiele ausgetragen wurden, könnte es in der Bundesliga an Spieltag 23 schon den ein oder anderen Knockout geben. In der Autostadt und vor allem auf dem Kiez stehen wegweisende Kellerduelle an. Zum Spieltagsabschluss kämpft das Schlusslicht um den allerletzten Strohhalm.
Strohhalm im Duell gegen den Rekordmeister ist für den Bayern-Schreck der letzten Jahre nicht nur die Bilanz, sondern auch der neue Trainer. Auf die Bilanz sollte Schwarzgelb im Topspiel in Leipzig nicht schauen - und sich vielmehr auf die eigene Form besinnen.
Besinnen will sich auch der 90min-Praktikant auf die eigenen hellseherischen Kräfte. Wie immer sind die Fakten und Opta-Siegwahrscheinlichkeiten zu allen neun Duellen im Paket inbegriffen.
Die Fakten & Tipps zum 23. Spieltag 25/26
1. Mainz 05 - HSV
Anstoß: Freitag, 20:30 Uhr
Übertragung: Sky
Der FSV musste nach drei Siegen in Serie zuletzt eine deutliche 0:4-Packung in Dortmund hinnehmen. Die Rothosen surfen dagegen auf einer Erfolgswelle: Fünf Spiele ohne Niederlage und zuletzt zwei Siege haben den HSV in die obere Tabellenhälfte gebracht.
Ein Grund dafür ist die aufgewachte Offensive: Nach zuvor nur 17 Treffern in 18 Spielen, gelangen in den letzten drei Partien immer mindestens zwei Tore und sieben insgesamt.
Das Duell am Freitagabend ist für beide wegweisend: Der HSV könnte mit einem dritten Sieg in Serie (gelang letztmals in der Bundesliga vor 15 Jahren) die akuten Abstiegssorgen endgültig hinter sich lassen und den Vorsprung auf Rang 16 zumindest über Nacht auf neun Zähler ausbauen (und hat noch das Nachholspiel gegen Leverkusen).
Die Mainzer stehen trotz der starken Ergebnisse unter Urs Fischer weiter nur zwei Punkte vor der Abstiegszone und würden mit einem vierten Heimerfolg in Serie zunächst wieder etwas davonziehen.
Gut für die Rheinhessen: Hamburgs Abwehrchef Luka Vuskovic fehlt gelbgesperrt. Die Spurs-Leihgabe ist einer der kopfballstärksten Spieler der Liga und hat als Innenverteidiger schon vier Saisontore auf dem Konto. In der Luft zeigen sich die Mainzer dieses Jahr besonders anfällig: neun der elf Gegentore resultierten aus Kopfbällen. Vergangenen Freitag erzielte der BVB alle vier Tore per Kopf.
Tipp: 2-1
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Mainz: 46,7%
Unentschieden: 26,0%
Sieg Hamburg: 27,2%
2. FC Bayern - Eintracht Frankfurt
Anstoß: Samstag, 15:30 Uhr
Übertragung: Sky (Einzelspiel), DAZN (Konferenz)
Der FC Bayern musste sich kurz schütteln: Nach der Pleite gegen Augsburg und dem Remis beim HSV schmolz der Vorsprung an der Tabellenspitze auf sechs Punkte. Im Anschluss an die Mini-Schwächephase meldete sich der Rekordmeister aber mit deutlichen Siegen über Hoffenheim und Bremen zurück.
Angesichts der Formstärke von Borussia Dortmund sollten die Münchner aber nicht nachlassen. Zumal kommenden Spieltag der Klassiker im Westfalenstadion ansteht.
Deutlich heftiger schütteln musste man sich in Frankfurt. Dort ist Dino Toppmöller längst Geschichte und mit Albert Riera seit zwei Spielen ein komplett anderer Charakter am Werk. Unter dem Spanier holte die SGE vier Punkte und lässt sich somit zumindest kleine Europa-Chancen offen.
Hoffnung macht der Eintracht in München die starke Bilanz gegen den Ligaprimus. Immerhin in der Hälfte aller Partien gegen die Bayern gab es in den letzten fünf Jahren Zählbares (3 Siege, 2 Remis). Seit 19/20 hat kein Team gegen die Bayern so häufig gewonnen wie die SGE (viermal) und so viele Tore erzielt (22 in 13 Spielen).
Tore sollten am Samstagnachmittag in der Allianz Arena ohnehin garantiert sein. Mit Bayern-Beteiligung fielen diese Saison die meisten Treffer (101), wirkte die SGE mit, fielen die zweitmeisten (90).
Übrigens: Die beiden Trainer trafen in der Saison 08/09 als Spieler in der Premier League zweimal aufeinander. Riera schnitt mit Liverpool gegen Kompanys Man City besser ab (3:2 und 1:1).
Tipp: 4-1
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg München: 78,5%
Unentschieden: 12,8%
Sieg Frankfurt: 8,7%
3. 1. FC Köln - TSG Hoffenheim
Anstoß: Samstag, 15:30 Uhr
Übertragung: Sky (Einzelspiel), DAZN (Konferenz)
Die TSG Hoffenheim hat die deftige Pleite in München eindrucksvoll abgeschüttelt und bleibt dank eines 3:0-Erfolgs vergangene Woche über Freiburg hinter dem BVB das formstärkste Team der Bundesliga. Der Opta-Supercomputer berechnet die Champions-League-Chancen des Tabellendritten auf über 80 Prozent!
Königsklasse ist in Köln nur der Karneval. Vom Effzeh erwartet man das nach der Rückkehr ins Oberhaus aber auch gar nicht. Dennoch scheint bei den Geißböcken der Druck auf Trainer Lukas Kwasniok weiter zu wachsen. Drei Pleiten aus den letzten vier Partien setzte es für die Kölner, die mit Platz zwölf dennoch weiter ordentlich dastehen. Der Platz ist angesichts von nur vier Zählern Vorsprung auf Rang 16 aber trügerisch.
Wenig trügerisch ist die Kölner Bilanz in Heimspielen gegen die TSG. Der letzte Sieg in Müngersdorf gegen die Kraichgauer liegt schon elf Jahre zurück. Kurios: Keines der letzten sechs Duelle konnte das jeweilige Heimteam gewinnen.
Im Aufeinandertreffen der beiden laufstärksten Teams der Liga - hinter den Bayern - könnte TSG-Ikone Andrej Kramaric erneut zum X-Faktor werden. Der Kroate steht vor seinem 350. Pflichtspiel für die Hoffenheimer (153 Tore). Beim letzten Gastspiel in Köln schoss der 34-Jährige nach 50 Sekunden sein frühestes Bundesliga-Tor.
Tipp: 3-2
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Köln: 30,3%
Unentschieden: 25,1%
Sieg Hoffenheim: 44,5%
4. Union Berlin - Bayer Leverkusen
Anstoß: Samstag, 15:30 Uhr
Übertragung: Sky (Einzelspiel), DAZN (Konferenz)
Nur Werder Bremen und Heidenheim punkten 2026 noch schlechter als die Eisernen. Mit vier Remis und drei Pleiten ist Union Berlin im neuen Jahr noch sieglos. Besorgniserregend: Der FCU kassierte in den letzten vier Spielen zehn Gegentore - so viel wie kein anderes Team der Liga. 37 Gegentreffer nach 22 Spieltagen sind Höchstwert für die Eisernen im Oberhaus zu diesem Zeitpunkt.
Schwach gestartet in 2026 ist auch die Werkself mit zwei Niederlagen. Im Anschluss holte Bayer aber aber zehn Punkte aus vier Partien und hat das Nachholspiel beim HSV noch in der Hinterhand. Leverkusen ist vor allem defensiv wieder sehr stabil: Nach vier Gegentoren zum Jahresauftakt gegen den VfB kassierte Bayer in den folgenden fünf Partien nur noch drei Treffer - so wenig wie kein anderes Team der Liga.
Größte Hoffnung der Hausherren dürften offensive Standards sein: 39 Prozent der eigenen Tore (11 von 28) erzielte Union nach ruhenden Bällen. Leverkusen kassierte 41 Prozent der Gegentreffer (11 von 27) nach Standards.
Nach Luka Vuskovic vergangene Woche trifft FCU-Verteidiger Danilho Doekhi erneut auf einen Mitstreiter. Leverkusens Edmond Tapsoba hat sich zu Doekhi gesellt in die Liste der Verteidiger mit vier Saisontoren (Bundesliga-Höchstwert).
Tipp: 0-2
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Berlin: 33,9%
Unentschieden: 27,2%
Sieg Leverkusen: 38,9%
5. VfL Wolfsburg - FC Augsburg
Anstoß: Samstag, 15:30 Uhr
Übertragung: Sky (Einzelspiel), DAZN (Konferenz)
Tief rein in den Keller geht es am Samstagnachmittag auch noch. Die Wölfe spielen schließlich weiterhin die schlechteste Saison der eigenen Bundesliga-Geschichte und stehen mit einem Zähler Vorsprung auf Bremen gerade noch so über dem Strich. Seit fünf Spielen ist der VfL ohne Sieg, konnte aber letzte Woche in Leipzig immerhin einen überraschenden Punkt entführen. Es war der erste Zähler dieser Saison gegen ein Team aus den Top sechs der Tabelle.
Besser läuft es aktuell dennoch beim FCA. Die Fuggerstädter konnten sich mit drei Siegen aus den letzten vier Partien Luft im Abstiegskampf verschaffen und liegen fünf Zähler vor den Wolfsburgern.
In Finn Dahmen bringen die Augsburger einen Talisman mit in die Autostadt. Der FCA-Keeper hat bisher alle fünf Duelle gegen die Wölfe gewonnen.
Tipp: 2-2
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Wolfsburg: 44,9%
Unentschieden: 27,2%
Sieg Augsburg: 27,9%
6. RB Leipzig - BVB
Anstoß: Samstag, 18:30 Uhr
Übertragung: Sky
Die "Wochen der Wahrheit" führen Schwarzgelb ins zuletzt ungeliebte Leipzig. Dort war für den BVB in den jüngsten fünf Auswärtsspielen rein gar nichts zu holen. Fünf Niederlagen mit insgesamt 13 zu zwei Toren lautet die Dortmunder Schreckensbilanz in Sachsen.
Die Form spricht aber ganz klar für den Tabellenzweiten. Dortmund hat sechs Bundesliga-Partien in Folge gewonnen. Leipzig dagegen lässt die Konstanz aus dem Großteil der Vorrunde vermissen. Nur zwei Siege feierte RBL aus den letzten fünf Bundesliga-Spielen. Im Kampf um die Champions-League-Rückkehr ist man zwei Zähler hinter den VfB Stuttgart auf Platz fünf gefallen. Leverkusen lauert zudem mit einem Spiel weniger nur einen Zähler hintendran.
Der BVB ist nach 22 Spieltagen übrigens der beste Tabellenzweite der Bundesliga-Geschichte. Nie hatte ein Team hinter dem Spitzenreiter zu diesem Zeitpunkt so viele Zähler auf dem Konto (51). Damit das Rennen um die Meisterschaft spannend bleibt, sollte die Borussia am Samstagabend unbedingt auf 54 Punkte kommen. Eine Woche später wartet schließlich der Klassiker in Dortmund - und die große Chance, den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Bayern weiter zu verkürzen...
Tipp: 1-2
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Leipzig: 43,1%
Unentschieden: 24,1%
Sieg Dortmund: 32,8%
7. SC Freiburg - Borussia M'gladbach
Anstoß: Sonntag, 15:30 Uhr
Übertragung: DAZN
Der Dreierpack-Sonntag startet mit dem Sport-Club, der kriselnde Fohlen empfängt. Nach sechs Spielen ohne Sieg ist Gladbach zurück im akuten Abstiegskampf. Nur noch drei Zähler beträgt der Vorsprung auf Rang 16.
Bei den Freiburgern wechselten sich Sieg und Niederlage zuletzt munter ab. Als Achter haben die Breisgauer die Europa-Ränge noch nicht komplett aus den Augen verloren. Zumal diese Saison auch Platz sieben reichen könnte.
Auf dem Weg dorthin soll die Freiburger Heimstärke helfen. Seit der Winterpause hat der SC alle vier Partien im eigenen Stadion gewonnen - maximal minimalistisch mit jeweils einem Tor Vorsprung. Gladbach kommt da gerade recht: Freiburg ist seit neun Duellen gegen die Borussia ungeschlagen.
Noch krasser wird die Bilanz im Breisgau: Freiburg ist seit 17 Partien und damit seit 23 (!) Jahren zu Hause gegen Gladbach ungeschlagen.
Ein wenig Gladbacher Hoffnung: Auswärts stehen die Fohlen trotz der jüngsten 0:3-Pleite in Frankfurt mit drei Siegen und Platz acht ordentlich da. Zumal man auf fremden Plätzen erst 16 Gegentore kassierte (die fünftwenigsten). Das große Problem bleibt die Offensive. In Frankfurt gelang trotz 21 Torschüssen kein Treffer. Lediglich in fünf Spielen gelang Gladbach mehr als ein Tor - so selten wie keiner anderen Mannschaft der Liga.
Tipp: 2-0
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Freiburg: 45,8%
Unentschieden: 27,6%
Sieg Gladbach: 26,7%
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8. FC St. Pauli - Werder Bremen
Anstoß: Sonntag, 17:30 Uhr
Übertragung: DAZN
DAS Kellerduell des Spieltags steigt am frühen Sonntagabend. Das Nordduell zwischen dem Tabellen-17. St. Pauli und dem 16. Werder Bremen ist für beide so richtungsweisend, wie ein Duell nur sein kann.
Werder braucht nach zwölf sieglosen Spielen in Folge unbedingt einen Dreier. Für die Kiezkicker ist ein Sieg aber ebenfalls fast schon Pflicht, soll der Klassenerhalt gelingen. Zuletzt gelang nur ein Dreier aus acht Partien.
Für Grünweiß könnte der Trip auf den Kiez genau zur richtigen Zeit kommen. Neun der letzten zehn Bundesliga-Duelle gingen an Werder. Für den neuen Trainer Daniel Thioune könnte das nach zwei Pleiten zum Start die verspätete Initialzündung sein - kommende Woche geht es dann im Heimspiel gegen Schlusslicht Heidenheim.
Eine torreiche Partie sollte man derweil nicht erwarten. Nach Heidenheim (19 Tore) stellen St. Pauli (20) und Werder (22) die ungefährlichsten Offensiven der Liga. Thioune sollte also dringend den Schlüssel für mehr Torgefahr finden - ansonsten wird er der erste SVW-Coach der Geschichte, dessen Mannschaft in den ersten drei Spielen ohne eigenen Treffer blieb...
Tipp: 1-1
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg St. Pauli: 36,2%
Unentschieden: 29,1%
Sieg Bremen: 34,7%
9. 1. FC Heidenheim - VfB Stuttgart
Anstoß: Sonntag, 19:30 Uhr
Übertragung: DAZN
Ist Heidenheim noch vor dem Abstieg zu retten? Die Statistik sagt nein. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat eine Mannschaft mit 13 Punkten nach 22 Spieltagen noch den Klassenerhalt geschafft. Angesichts von nun schon wieder neun Spielen ohne Sieg scheint der FCH-Weg zwangsläufig ins Unterhaus zu führen.
Der Tabellenletzte zu diesem Saisonzeitpunkt ist in den letzten zehn Jahren immer abgestiegen. Letztmals rettete sich 14/15 der VfB Stuttgart aus dieser Situation.
Die Schwaben sind mittlerweile wieder in ganz anderen Sphären zu finden. Der Kurs geht in Richtung Champions League! Seit der Winterpause haben die Stuttgarter 16 von 21 Punkten eingesammelt. Damit stehen im Vergleich zur Vorsaison sieben Zähler mehr auf dem Konto.
Ein Hoffnungsschimmer für die Gastgeber von der Ostalb könnte die Belastung beim VfB sein. Die Schwaben werden gegen Heidenheim Pflichtspiel Nummer 37 absolvieren - nachdem man vom Playoff-Hinspiel in der Europa League aus Glasgow zurückreist. Zum Vergleich: Für Heidenheim ist es erst das 25. Saison-Pflichtspiel.
Tipp: 1-3
Wahrscheinlichkeiten - via Opta Analyst:
Sieg Heidenheim: 23,0%
Unentschieden: 23,2%
Sieg Stuttgart: 53,8%
Hinweis zu den Opta-Siegwahrscheinlichkeiten: Weil die Prozentangaben auf die erste Stelle nach dem Komma gerundet sind, kann sich eine Gesamtwahrscheinlichkeit ergeben, die knapp unter oder über 100,0% liegt.
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