Brisantes Interview: Ist Kehl Schuld am Anselmino-Abschied?

Der vorzeitige Abgang von Aaron Anselmino erregt weiterhin die Gemüter beim BVB. Ein Hauptpunkt der Kritik richtet sich dabei an ein Interview von Sebastian Kehl.
Wie viel Schuld trägt Kehl am Abschied Anselminos?
Wie viel Schuld trägt Kehl am Abschied Anselminos? / INA FASSBENDER/GettyImages
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Unter Tränen verließ Aaron Anselmino Borussia Dortmund. Der FC Chelsea beorderte den Argentinier zurück – nur, um ihn direkt weiter an Partnerklub RC Strasbourg zu verleihen. Ein moralisch fragwürdiger Vorgang, der den BVB jedoch hart trifft.

Denn weil auch Filippo Mane länger auszufallen droht, und die Schwarz-Gelben keinen Ersatz für Anselmino holten, ist die Situation in der Innenverteidigung sehr angespannt. Dass es überhaupt zum Abgang des Argentiniers kam, hat dabei offenbar zu einem großen Teil mit Sebastian Kehl zu tun.

Leihabbruch als Denkzettel

Laut Fabrizio Romano und der BBC war ein Interview von Kehl Ende November ausschlaggebend für die Rückbeorderung Anseminos. Damals sagte er gegenüber den Ruhr Nachrichten: "Jetzt werde ich in den nächsten Tagen mal den Hörer in die Hand nehmen. Wir haben natürlich einen guten Draht zu diesem Klub. Wir hoffen, dass er noch weiter bleibt."

Diese offensiven Aussagen gefielen den Blues überhaupt nicht. Der Abbruch der Leihe soll deshalb ein Denkzettel gewesen sein, heißt es weiter. Schließlich hatte Chelsea bei den Verhandlungen im Sommer klar gemacht, dass man langfristig mit Anselmino plane. Wohl auch deshalb zog man die Klausel erst drei Stunden vor Ablauf der Frist.

Vor diesem Hintergrund irritieren die Aussagen Kehls noch mehr. Viele Fans und Experten fragten sich, weshalb er so offensive Aussagen tätigte, wenn er über Chelseas Standpunkt Bescheid wusste. Auch deshalb gab es viel Kritik für den Sportdirektor.

Kein Plan B

Doch auch für Kehls Verhalten nach dem Abgang steht der 45-Jährige jetzt in der Schusslinie. Schließlich hatte der BVB nach dem Abschied von Anselmino eine Woche Zeit, um einen Ersatz an Bord zu holen – passiert ist jedoch nichts.

Es zeigt, dass Kehl und der Geschäftsführer Sport Lars Ricken unvorbereitet auf den Leihabbruch waren und keinen Plan B in der Schublade hatten. Dabei gab es laut Sky sogar Anzeichen für einen Abschied. Nach dem letzten Spiel 2025 gegen Borussia Mönchengladbach wurde im Verein offen ein vorzeitiger Abgang Anselminos diskutiert. Auch in der Kabine sei die Personalie ein Thema gewesen.

Engpass in der Innenverteidigung

Diese Enthüllungen lassen kein gutes Bild an Sebastian Kehl – zumal eine Rückkehr Anselminos aufgrund der unterkühlten und angespannten Stimmung zwischen den beiden Vereinen nie wirklich ein Thema war.

Stattdessen muss Dortmund bis zum Saisonende jetzt mit sechs Innenverteidigern auskommen, wobei Niklas Süle eigentlich auf dem Abstellgleis steht. Und mit Emre Can und Filippo Mane fallen zwei weitere Verteidiger aktuell verletzt aus. Dortmund ist also auf Kante genäht – eine Mitschuld daran trägt auch Kehl.


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