Erst zum Jahreswechsel hatte Jörg Schmadtke als neuer Sport-Geschäftsführer und damit in wortwörtlich führender Rolle bei Hannover 96 angeheuert. Er sollte eines der Puzzleteile werden, die sich zum Bild namens Bundesliga-Rückkehr zusammenformen. Stattdessen gehen Klub und Manager nach nur drei gemeinsamen Monaten wieder getrennte Wege (90min berichtete).
Der Hannoverschen Allgemeinen zufolge hat die frühzeitige und überraschende Trennung aber einen sehr deutlichen Hintergrund: Von einem internen Machtkampf ist die Rede, bei dem Schmadtke auch Christian Titz gegenübergestanden haben soll.
Schmadtke stand Titz schon frühzeitig äußerst kritisch gegenüber
Dem Bericht zufolge habe Schmadtke die Kader- und Mannschaftsführung des Cheftrainers, der selber erst zum vergangenen Sommer in Hannover anheuerte, sehr kritisch gesehen – was offenbar auch für den ein oder anderen Spieler gilt. Der Sportchef sei sogar so dermaßen unzufrieden gewesen, dass er über eine frühzeitige Entlassung von Titz nachgedacht habe. Angeblich hätten die Punktgewinne und zuweilen auch Siege die vermeintlichen Probleme nur verdeckt. Selbst die Mannschaft stünde nicht mehr bedingungslos hinter dem Coach, habe es laut der Hannoverschen Allgemeinen hinter vorgehaltener Hand geheißen.
Schmadtke sei dementsprechend davon ausgegangen, als neuer Sportchef auch entsprechend handeln zu können. Dem war aber nicht so, weshalb es dem Bericht zufolge auch eine ziemlich deutliche Auseinandersetzung zwischen ihm und Gregor Baum in der Loge während eines Spiels gegeben haben soll. Baum ist einer der 96-Gesellschafter, die offenbar an Titz festhalten wollten und dies auch getan haben.
Schlussendlich, so macht es also den Eindruck, hat sich Schmadtke aus einem sehr frühen und deutlichen Machtkampf zurückgezogen. Titz ist weiterhin im Amt und hat die Mannschaft über die letzten Wochen wieder näher an die Aufstiegsränge heranführen können. Aktuell steht Hannover auf Platz fünf, mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und drei Punkten auf die Tabellenspitze. Zugleich stehen für die Niedersachen noch mehrere Duelle mit den anderen Aufstiegsaspiranten aus.
