Am Ende wurden es keine 40 Millionen Euro, sondern nur 20. Dennoch spült der Verkauf von Karim Coulibaly wichtiges Geld in die Kassen von Werder Bremen. Vollständig handlungsfähig sind die Grün-Weißen damit auf dem Transfermarkt allerdings nicht.
Es braucht weitere Verkäufe, um wirklich auch hohe Summen in die Hand nehmen zu können und den Kader so verstärken zu können. Sowohl auf der Zugangs- als auch der Abgangsseite gibt es dabei einige Kandidaten, sodass sich das Gesicht von Werder bis zum Deadline Day noch ordentlich verändern könnte.
Abgänge
1. Justin Njinmah

Um ihn gibt es aktuell die meisten Abgangsgerüchte. Der 25-Jährige wurde in den letzten Tagen mit Olympique Marseille, AS Monaco und dem FC Midtjyland in Verbindung gebracht.
Die Dänen sind bei der Forderung von Werder (sieben Millionen Euro) jedoch aus dem Poker raus, sodass aktuell alles auf ein Wettbieten zwischen Marseille und Monaco hinausläuft.
Die Monegassen sollen dabei sogar schon die möglichen Transfermodalitäten ausgelotet haben, womit sie gegenüber OM in Führung liegen. Klar ist: Beide Klubs wären für Njinmah ein sportliches Upgrade, da sowohl OM als auch Monaco um das internationale Geschäft spielen.
Oder kommt am Ende alles ganz anders? Denn auch die AC Florenz wird mit dem Flügelstürmer in Verbindung gebracht. Die Fiorentina gab in diesem Sommer bereits über 120 Millionen Euro für Neuzugänge aus und könnte mit Njinmah das in der letzten Saison lahme Flügelspiel aufbessern.
2. Jens Stage

Eigentlich war der Däne schon mit anderthalb Beinen bei der TSG Hoffenheim, doch weil die Kraichgauer die Ablöseforderung von Werder nicht erfüllen wollten, platzte der Wechsel am Ende.
Gleichbedeutend mit einem Verbleib von Stage ist das allerdings nicht. In den letzten Tagen zeigte Panathinaikos Athen großes Interesse am 29-Jährigen und reichte auch ein erstes Angebot ein.
Dieses lag mit 8,5 Millionen Euro jedoch deutlich unter der Forderung der Bremer und wurde dementsprechend umgehend abgelehnt.
Ein Transfer zum griechischen Top-Verein ist allerdings ohnehin unwahrscheinlich, laut der DeichStube möchte Stage nur zu einem Klub wechseln, der auch international vertreten ist. Ist das nicht der Fall, ist ein Verbleib bei Werder die wahrscheinlichste Option.
Zugänge
3. Cameron Puertas

Der klare Wunschspieler von Trainer Daniel Thioune. Unter dem 52-Jährigen blühte der Spanier auf und entwickelte sich im Abstiegskampf zu einem wichtigen Faktor.
Der Haken bei einer möglichen Rückkehr: die Ablöse. Al Qadsiyah ruft trotz des nur noch bis zum kommenden Sommer laufenden Vertrags zehn Millionen Euro auf – viel Geld für Werder, das diese Summe wohl nur stemmen kann, wenn Njinmah oder Stage verkauft werden.
Die Hoffnung bei Werder ist, dass die Saudis doch von ihrer Forderung abrücken, auch weil Puertas hinterlegt hat, unbedingt zu Werder wechseln zu wollen und zum anderen sportlich keine Rolle spielt. Erst am Mittwoch kam mit Tijiani Reijnders ein neuer Mittelfeld-Star für 61 Millionen Euro Ablöse.
Dennoch bleiben Fragezeichen: Bleibt Al-Qadsiyah stur und bleibt bei seiner Wunschsumme von zehn Millionen Euro, wird der Deal nicht zustande kommen, berichtet die DeichStube.
4. Mario Stroeykens

Der 21-Jährige ist in dieser Woche neu in der Werder-Gerüchteküche aufgetaucht. Sky berichtete, dass für diese Woche ein Videocall zwischen Stroeykens und den Grün-Weißen vereinbart wurde, um eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten.
Der Belgier wäre mit rund sechs Millionen plus möglicher Boni etwas günstiger als Puertas und hätte deutlich größeres Weiterverkaufspotenzial.
Dennoch gibt es auch beim Mittelfeldspieler Warnsignale. Das größte ist seine Verletzungsanfälligkeit: In der letzten Saison verpasste er wegen verschiedener Blessuren und Muskelverletzungen ganze 20 Spiele.
Auch deshalb konnte sich der Belgier in Anderlecht keinen Stammplatz erkämpfen, weshalb er jetzt aussortiert wurde – und das, obwohl er mit 16 Jahren, drei Monaten und 17 Tagen der jüngste Profi-Debütant der Vereinsgeschichte ist.
Ein Transfer wäre angesichts dieser Summe und der Krankenakte des 21-Jährigen also ein großes Risiko, das sich allerdings voll auszahlen kann, wenn Stroeykens fit bleibt. Doch das ist ein sehr großes "wenn".
5. Jonas Hofmann

Auf der Suche nach neuer Kreativität im Mittelfeld hatte Werder auch bei Jonas Hofmann angefragt, der bei Bayer Leverkusen nicht mehr besonders gefragt ist und den Verein bei einem entsprechenden Angebot verlassen kann.
Hofmann selbst lehnte die Offerte allerdings ab, seine Tendenz geht aktuell dahin, seinen bis zum kommenden Sommer laufenden Vertrag bei der Werkself zu erfüllen und anschließend ablösefrei zu wechseln.
Für Werder ist die Absage des 34-Jährigen allerdings keine Katastrophe. Wie auch Stroeykens ist Hofmann verletzungsanfälligkeit, allerdings auch schon deutlich über seinem Zenit.
Eine Verpflichtung von ihm wäre dementsprechend schwierig mit dem propagierten Weg vereinbar gewesen, wonach Werder wieder vermehrt Spieler entwickeln will.
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