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Eskalation im Weltfußball - UEFA beschließt einstimmigen WM-Boykott

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) greift im Streit um den geplanten Investoren-Einstieg bei der FIFA zur ultimativen Waffe und droht mit einem geschlossenen Boykott der Weltmeisterschaft.
Es kracht gewaltig zwischen der UEFA und der FIFA: Die europäischen Verbände stellen sich quer und drohen mit dem WM-Aus.
Es kracht gewaltig zwischen der UEFA und der FIFA: Die europäischen Verbände stellen sich quer und drohen mit dem WM-Aus. | Nicolò Campo/GettyImages


Der Machtkampf im Weltfußball hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Wie übereinstimmende Medienberichte, unter anderem BBC und The Times vermelden, haben sich alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA am Donnerstagnachmittag in einer digitalen Dringlichkeitssitzung einstimmig auf eine drastische Maßnahme geeinigt: Sollte die FIFA an ihrem umstrittenen Plan festhalten, Anteile der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, wird Europa die kommenden Weltmeisterschaften geschlossen boykottieren.

Mit diesem einstimmigen Votum dürfte den Milliarden-Träumen der FIFA vorerst der Stecker gezogen worden sein. Ein Turnier ohne die europäischen Top-Nationen wie Spanien, England, Frankreich oder Deutschland wäre für private Investoren völlig wertlos.

Infantinos Milliarden-Plan und die 20-Millionen-Frist


Der Aufschrei in Europa folgt auf einen beispiellosen Vorstoß von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Weltverband plant, kommerzielle Rechte an Weltmeisterschaften in einer neuen Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) zu bündeln und bis zu 20 Prozent der Anteile an Private-Equity-Fonds zu veräußern. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar will die FIFA so noch in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar generieren.

Besonders brisant: Infantino hat den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt. Verbände, die dem Plan zustimmen, lockt die FIFA mit einer sofortigen Sonderzahlung von 20 Millionen US-Dollar. Die UEFA zeigte sich in einer Stellungnahme irritiert von diesem Vorgehen und kritisierte scharf, dass die FIFA den Sport nicht länger nutzen dürfe, "um sich selbst und ihre Freunde zu bereichern“.

DFB und Bundesliga-Bosse schäumen vor Wut

Auch in Deutschland ist die Empörung riesig. DFB-Präsident Bernd Neuendorf nannte die FIFA-Pläne ein „fatales Zeichen“ und warnte davor, den Fußball zum Spielball von Investoren zu machen. Die Akzeptanz der Gesellschaft stehe auf dem Spiel.

Noch drastischer drückte es Bayern-Sportvorstand Max Eberl aus: "Ich finde es beschämend. Eberl weiter: "Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Selbst mich, der im Fußball wirklich zu Hause ist, mich ekelt das an.“ Eberl betonte, dass Europa dem Weltverband nun eine "starke Stirn“ bieten müsse.

Spaltung der Kontinente und Kritik von Menschenrechtlern

Während die Kontinentalverbände aus Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) sowie Asien (AFC) die Intransparenz der FIFA massiv rügten, zeigte sich der afrikanische Verband (CAF) offen für den Geldregen. Für viele kleinere Verbände, die auf die FIFA-Millionen angewiesen sind, ist das Angebot äußerst lukrativ.

Zusätzlichen Gegenwind bekommt Infantino derweil von der Menschenrechtsorganisation FairSquare. Diese bezeichnete die Pläne als "skandalösen Ausverkauf unseres gemeinsamen Erbes“. Zudem rückt der mögliche Investor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit der Tochter von Donald Trump verheiratet ist, in den Fokus. Im US-Kongress gibt es bereits erste Forderungen, die engen Verbindungen zwischen Infantino und dem Trump-Lager genauer zu untersuchen.

Die FIFA und Gianni Infantino verteidigen die Pläne weiterhin als "einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Ob der Weltverband angesichts der ultimativen Boykott-Drohung aus Europa nun einknickt, werden die kommenden Tage zeigen.


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