Boykott und heftige Vorwürfe: Streit zwischen dem BVB und Atalanta eskaliert

Der Streit zwischen Borussia Dortmund und Atalanta Bergamo geht in die nächste Runde.
Lars Ricken ist am erneuten Streit zwischen dem BVB und Atalanta Bergamo beteiligt
Lars Ricken ist am erneuten Streit zwischen dem BVB und Atalanta Bergamo beteiligt / picture alliance/GettyImages
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Zwischen Borussia Dortmund und Atalanta Bergamo knistert es heftig – allerdings nicht im guten Sinne. Vielmehr jagt eine Meldung über die angespannte Stimmung zwischen beiden Teams die nächste.

Angefangen hat dabei alles mit dem unterkühlten Handschlag von Atalanta-Trainer Raffaele Palladino gegenüber Niko Kovac, der für einige Diskussionen sorgte. Hinzu kam eine Diskriminierungsdebatte zwischen den BVB-Fans und den Behörden aus Bergamo. Diese wollten nur deutschen BVB-Fans mit hier eingetragenem Wohnsitz die Einreise erlauben, aus Angst davor, dass Ultras von Atalanta-Rivale Catania Calcio beim Spiel auftauchen. Diese pflegen eine Fan-Freundschaft zu den BVB-Ultras.

Mitten hinein in diese angespannte und vor allem unterkühlte Stimmung platzte jetzt die nächste Nachricht, die das Verhältnis nur weiter verschlechtern dürfte. Diesmal geht es um die Bosse der beiden Vereine.

Ein Transfer wird zum Zankapfel

"Es hat an Respekt gemangelt. Es ist bedauerlich, dass ein Verein dieser Größenordnung die Angelegenheit nicht klären will. Der Junge ist bei uns groß geworden. Es gibt eine Frist, innerhalb derer man handeln kann, und diese wurde deutlich überschritten."

Luca Perassi (Sky Italia)

Wie die Bild berichtet, ließ Atalantas Vorstands-Chef Luca Percassi das obligatorische Mittagessen mit den BVB-Bossen vor dem Spiel ausfallen. Grund soll immer noch anhaltender Frust über den Transfer von Sturm-Talent Samuele Inacio sein, der im Sommer 2024 aus Atalantas U17 in Dortmunds U19 gewechselt war und nun für den Champions-League-Kader des BVB gemeldet ist.

Laut Pecassi hätten die Schwarz-Gelben bei diesem Transfer gegen geltendes FIFA-Recht verstoßen. Ins Detail geht er mit seinen Ausführungen allerdings nicht. Dennoch ist er auch knapp anderthalb Jahre später immer noch sauer auf die Dortmunder.

"Es hat an Respekt gemangelt. Es ist bedauerlich, dass ein Verein dieser Größenordnung die Angelegenheit nicht klären will. Der Junge ist bei uns groß geworden. Es gibt eine Frist, innerhalb derer man handeln kann, und diese wurde deutlich überschritten. Vereine müssen einander respektieren: Dortmund kann nicht einfach kommen und aus Atalantas Jugendakademie stehlen. Das ist eine offene Wunde. Aus juristischer Sicht sind wir überzeugt, im Recht zu sein", sagte der 45-Jährige gegenüber Sky Italia.

Ein großes Talent

Trotz des abgesagten Essens kam es allerdings doch noch zum Treffen zwischen Pecassi und den Dortmunder Bossen. Laut eigener Aussage habe er sich extra nochmal mit Lars Ricken getroffen, und ihm die Sachlage noch einmal geschildert: "Ich habe mich trotzdem mit dem Geschäftsführer von Borussia Dortmund getroffen und ihm die Situation noch einmal erklärt."

Über Rickens Reaktion ist allerdings nichts bekannt. Jener Inacio, der zum Zankapfel zwischen den Bossen wurde, kommt unterdessen immer mehr in Fahrt. Der 17-Jährige stand in den letzten drei Pflichtspielen jeweils im Kader. Auch Niko Kovac schwärmt vom Stürmer: "Er wird mit Sicherheit die Zukunft dieses Klubs sein, aber auch die Zukunft des italienischen Fußballs in der Nationalmannschaft."


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