Die aktuelle Saison ist für Borussia Dortmund bereits gelaufen, was mögliche Titelgewinne betrifft. Die Meisterschaft in der Bundesliga mag zwar rechnerisch noch offen sein, doch bei neun Punkten Rückstand auf den FC Bayern bei zugleich nur noch acht ausstehenden Spieltagen, fällt die Chance nur minimal aus.
Dementsprechend wird sich Schwarz-Gelb mit dem zweiten Platz und somit mit der Vizemeisterschaft begnügen müssen, sollte die aktuelle Ausgangslage gehalten werden. Doch reicht das dem BVB wirklich?
Wenn es nach Carsten Cramer geht, ist das eine auf die Liga bezogen sehr erfolgreiche Saison – bei der ein entsprechender Titel aber fehlt. Der Geschäftsführer des Klubs hat gegenüber der WAZ eine unmissverständliche Titel-Ansage gemacht.
Cramer fordert positives Selbstverständnis: Titelgewinne müssen "unser Antrieb sein"
Grundsätzlich befinde sich Dortmund bereits in einer exzellenten Ausgangslage, immerhin habe sich kein anderer Klub "über mehr als ein Jahrzehnt mit den Bayern duellieren" und dazu "den Status als zweiter Leuchtturm so langfristig und letztlich gar dauerhaft in Anspruch nehmen" können. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich darauf ausgeruht werden darf.
"Wir müssen das immer wieder aufs Neue bestätigen", forderte Cramer ein. Das Ziel des BVB müsse es sein, sich "unter den Top-10 in Europa zu etablieren und Spitzen zu setzen".
Spitzen zu setzen – also auch wieder Titel gewinnen? Für Cramer eine ebenso ehrgeizige wie aus BVB-Sicht logische Ambition. "Wer fleißig und ehrgeizig ist, kann dafür nicht bestraft werden. Natürlich will und muss Borussia Dortmund Titel gewinnen. Das muss unser Antrieb sein", betonte der 57-Jährige.
Ohne einen solchen Antrieb müsste sich Schwarz-Gelb gänzlich "überdenken". Cramer führte aus: "Graue Maus, Mittelmaß, Durchschnitt, Gleichgültigkeit, Selbstgefälligkeit – das sind Begriffe, die nicht mit uns in Verbindung gebracht werden dürfen."
Umso wichtiger sei es, zeitnah "den nächsten Schritt" zu gehen – und das auch mit personellen Veränderungen, wie etwa den jüngst kommunizierten Spieler-Abgängen zum Sommer. "Dafür muss man hier und da eine Neujustierung vornehmen und bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden. Dafür müssen wir mutig sein und bei Entscheidungen die Konsequenzen daraus als Chancen sehen und nicht immer nur als Sorgen", so Cramer.
