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Bonhof überrascht von Gladbachs Abstiegsnot

Der Borussia-Präsident hatte offenbar eine deutlich bessere Saison seines Teams erwartet.
Rainer Bonhof
Rainer Bonhof | Pau Barrena/GettyImages

Borussia Mönchengladbach hat sich in den letzten Jahren immer weiter zur grauen Maus entwickelt und musste dabei zumeist eher nach unten als nach oben gucken. Auch in dieser Saison bleiben die Fohlen hinter den Erwartungen zurück und stecken sogar im Abstiegskampf. Der jüngste Sieg gegen St. Pauli hat zwar für etwas Ruhe gesorgt, doch eine Pleite im Rheinderby gegen Köln würde die Lage wieder verschlimmern.

"Natürlich ist allen Beteiligten bewusst, welche Bedeutung dieses Derby hat - auch wegen der Tabellensituation", betonte Borussia-Präsident Rainer Bonhof im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Wir versuchen, uns davon nicht beeinflussen zu lassen, sondern die Situation sportlich anzunehmen und mit der nötigen Klarheit anzugehen."

Als ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf wertet er das Derby allerdings nicht: "Druck im klassischen Sinne spüre ich nicht - wir haben schließlich alles in der eigenen Hand. Wir gehen das Spiel so an wie jedes andere. Nach diesem Spiel folgen weitere, in denen ebenfalls wichtige Punkte zu vergeben sind. Insofern ist es ein wichtiges Spiel, aber nicht das allein entscheidende."

Bonhof hat Gladbacher Abstiegskampf nicht kommen sehen

Dass Borussia sich überhaupt in dieser angespannten Lage wiederfindet, habe man am Niederrhein "in dieser Form nicht erwartet", wie Bonhof betonte. Der Abstiegskampf kommt für die Verantwortlichen also überraschend, obwohl der Trend schon in den Vorjahren nach unten zeigte. "Die Tabelle ist eng, das ist offensichtlich. Wir müssen uns aktiv dagegen wehren, weiter nach unten zu rutschen", forderte der Präsident. "Es geht darum, die Situation anzunehmen, entsprechend aufzutreten und Punkte zu holen."

Sollte das Derby verloren gehen, werde man trotzdem Ruhe bewahren, wie Bonhof unterstrich: "Das ist wichtig, gerade in einer Phase wie dieser. An Traditionsvereine werden automatisch höhere Erwartungen gestellt - das ist Teil der Verantwortung. Gleichzeitig muss man zwischen den Emotionen von außen und einer sachlichen Einschätzung der Lage unterscheiden."

Dass die sachliche Einschätzung am Niederrhein aber nicht immer funktioniert, zeigt allein Bonhofs Verwunderung über Gladbachs aktuelle Lage. Auch dass man den schon im Sommer angezählten Gerardo Seoane mit in die neue Saison nahm, nur um ihn dann nach wenigen Spieltagen zu entlassen, spricht ebenfalls für keine gesunde Einschätzung. Aber vielleicht sind das auch nur falsche, emotionale Bewertungen von außen...

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