Bodø-Sensation könnte Eintracht-Kassen füllen

Jens Petter Hauge gehört zu den Topscorern der Champions League. Beim Überraschungsteam Bodø/Glimt ragt der Ex-Frankfurter heraus - und könnte so bald für einen SGE-Geldregen sorgen.
Jens Petter Hauge brilliert mit Bodø/Glimt
Jens Petter Hauge brilliert mit Bodø/Glimt / Image Photo Agency/GettyImages
facebooktwitterreddit

In San Siro kannte sich Jens Petter Hauge noch bestens aus, als er FK Bodø/Glimt am Dienstagabend mit einem Tor uns einer Vorlage zum 2:1-Auswärtssieg gegen Inter schoss und mit seinem Jugendklub die Champions-League-Sensation perfekt machte. Schließlich zog es den heute 26-jährigen Norweger vor sechs Jahren aus der Heimat ins schillernde Mailand. Die AC verpflichtete das Spielmacher-Juwel damals für 4,8 Millionen Euro.

Bei den Rossoneri blieb der erhoffte Durchbruch auf großer Bühne aber aus. Zwar durfte er in seinem ersten (und einzigen) Milan-Jahr 24 Mal ran, stand dabei in der Serie A aber nur dreimal in der Startelf. Mit fünf Toren und einem Assist ließ Hauge sein großes Potenzial immerhin durchblitzen.

Am Main nutzte man deshalb auch die Gelegenheit, um Hauge samt Kaufoption auszuleihen. 1,6 Millionen Euro Leihgebühr legte die Eintracht zunächst auf dem Tisch. Ein Jahr später zahlte die SGE weitere 8,2 Millionen Euro, um Hauge fest zu binden.

Hauge blüht nach Rückkehr in die Heimat wieder auf

In seinem ersten Eintracht-Jahr war Hauge auch in Frankfurt häufig nur Joker, kam aber zumindest auf 38 Einsätze in Bundesliga und Europa League, inklusive drei Toren und zwei Vorlagen. Nach der festen Verpflichtung stand Hauge aber 22/23 zum Saisonstart gar nicht mehr im Kader, die Eintracht verlieh ihn zunächst weiter nach Belgien zu KAA Gent.

Ein Jahr später folgte die Rückkehr und ein weiteres Halbjahr in Frankfurt, in dem Hauge der Durchbruch erneut verwehrt blieb. Nach 17 Spielen, drei Vorlagen, keinem Treffer und null Startelf-Einsätzen in der Bundesliga ging es für ihn dorthin zurück, wo alles begann. Die Eintracht verlieh Hauge in seine Geburtsstadt zurück.

Bei Bodø/Glimt fand der Spielmacher sein Selbstvertrauen wieder. Der norwegische Klub verpflichtete ihn Anfang 2025 dann für vier Millionen Euro auch fest. Dank Boni kann die Summe noch auf fünf Millionen Euro ansteigen.

Hauge in bester Gesellschaft von Haaland, Vini Jr. und Co.

Für die Norweger ein Deal, der sich bereits mehr als gelohnt hat. Auf dem Weg zum Einzug ins Champions-League-Achtelfinale hat Hauge in zehn Spielen sechs Treffer erzielt und ein Tor aufgelegt. Mit sieben Scorern ist er gleichauf mit Spielern wie Erling Haaland, Vinicius Junior oder Julian Alvarez. In der Torschützenliste steht der Offensivmann auf Rang fünf, zusammen mit Victor Osimhen und Gabriel Martinelli.

Nur logisch, dass sein Marktwert, der einst auf zehn Millionen Euro geschätzt wurde und zwischenzeitlich auf 2,5 Millionen Euro fiel, wieder angestiegen ist. Bei 4,5 Millionen Euro liegt er aktuell - Tendenz weiter steigend. Zumal Hauge auf der großen Champions-League-Bühne weiter glänzen darf. Wenn am Freitag die Kugeln für die Paarungen ab dem Achtelfinale gezogen werden, wird Bodø/Glimt entweder Manchester City oder Sporting als Gegner in der Runde der letzten 16 zugelost bekommen.

Dass die Norweger mit Inter den letztjährigen Finalisten aus dem Wettbewerb schmissen, darf zwar als Sensation bezeichnet werden. Schließlich passen alle Einwohner aus Bodø (knapp über 40.000) fast zweimal ins Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand. Völlig überraschend kommt der Coup aber nicht. 2026 hatte Bodø/Glimt bereits die Skyblues und Atletico Madrid bezwungen. Im vergangenen Jahr schafften es die Norweger bis ins Halbfinale der Europa League, wo erst gegen den späteren Titelträger Tottenham Schluss war.

Hauge dürfte Interesse wecken - die Eintracht würde mitkassieren

Hauge war da schon elementarer Bestandteil der Erfolgstruppe. Mit seinen Leistungen dürfte er sich erneut in den Fokus größerer Klubs in ganz Europa gespielt haben. Mit etwas mehr Reife könnte ein nächster Versuch außerhalb der Heimat klappen. Bis Ende 2028 steht Hauge bei Bodø/Glimt noch unter Vertrag.

Die Eintracht könnte derweil von den starken Leistungen des Ex-Spielers profitieren. Und das nicht gerade geringfügig. Beim Verkauf an Bodø/Glimt sicherte sich die SGE eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 20 Prozent.

Zehn Millionen Euro Ablöse scheint bei einem Hauge-Verkauf aktuell keine unrealistische Summe zu sein. Die Eintracht würde in diesem Fall zwei Millionen Euro davon kassieren.

Markus Krösche und Co. werden also hoffen, dass Hauge sich noch einmal weg aus der Heimat wagt. An Möglichkeiten dafür sollte es nach den Fabel-Auftritten in der Königsklasse nicht mangeln...


feed