Der Start in seine zweite Saison in der englischen Premier League verlief für Florian Wirtz alles andere als reibungslos. Nach einem durchwachsenen 2:2-Unentschieden zum Auftakt gegen Newcastle United geriet der 23-Jährige auf der Insel direkt wieder in den Fokus der Kritiker.
Britische TV-Experten wie Jamie Carragher oder Gary Neville bemängelten nach seiner frühen Auswechslung einmal mehr die körperliche Robustheit des Deutschen. Immer wieder wird in den Medien dabei auch die astronomische Ablösesumme von rund 125 Millionen Euro thematisiert, für die der Offensivmann im Sommer 2025 von Bayer Leverkusen an die Anfield Road gewechselt war.
Wirtz geht mit sich selbst hart ins Gericht
Doch der hochveranlagte Spielmacher lässt sich von der teils harschen Negativität in seinem neuen Umfeld absolut nicht unterkriegen. In einem gemeinsamen Interview mit RTL und Sky zeigte sich der Dribbelkünstler stattdessen bemerkenswert reflektiert.
"Ich war schon immer sehr, sehr selbstkritisch."Florian Wirtz
"Ich war schon immer sehr, sehr selbstkritisch. Ich glaube, das braucht man auch, um nach ganz oben zu kommen", betonte der deutsche Nationalspieler. Es sei wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und genau zu analysieren, was man noch verbessern müsse.
Sich von medialem Gegenwind verunsichern zu lassen, ist für ihn keine Option. "Deswegen muss man es dann auch schaffen, schnell den Kopf wieder nach oben zu bekommen und wieder an sich zu glauben", so sein klares Credo.
Den Schritt nach England sieht er rückblickend als enorm wichtigen Baustein für seine persönliche und sportliche Reife. Das enorme physische Level der Premier League und die brutale Qualität im täglichen Training zwingen ihn unweigerlich dazu, ständig an seine absoluten Grenzen zu gehen.
Raus aus der absoluten Wohlfühlzone

Zudem habe ihn die Zeit abseits der gewohnten Umgebung in Leverkusen menschlich extrem geprägt. "Natürlich bin ich auch das erste Mal so aus meinem Wohlfühlkreis zu Hause rausgekommen, in ein anderes Land, in eine andere Kultur", erklärte der 23-Jährige im Interview.
Diese einschneidende Erfahrung habe ihn nachhaltig geformt, gerade weil es nicht immer leicht war und es sportlich oftmals nicht so lief, wie er es sich erhofft hatte. "Aber da habe ich sehr viel Positives mitgenommen und bin da auf jeden Fall dran gewachsen", zog er ein ehrliches Zwischenfazit seiner stürmischen Debütsaison.
Der klare Anspruch auf eine Führungsrolle
Aus diesem gewachsenen Selbstvertrauen leitet der Offensiv-Star nun auch deutliche persönliche Ziele für die laufende Spielzeit ab. Wirtz möchte sich bei den Reds nicht mehr im Hintergrund halten, sondern in der Mannschaft viel aktiver vorangehen.
"Ich übernehme gerne Verantwortung. Ich bin jetzt vielleicht nicht immer der Lauteste auf dem Platz oder in der Kabine", räumte er ein. Dennoch wolle er mit seiner Art, Fußball zu spielen, auf dem Platz zwingend vorangehen und seinen Mitspielern helfen. Da er nun sein zweites Jahr im Verein absolviere, kenne er die Abläufe deutlich besser und fühle sich absolut bereit für diese tragende Rolle.
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