Die Diskussionen um Salim Musah nehmen bei Werder Bremen Fahrt auf. Der 20-jährige Angreifer galt nach einer starken Vorbereitung als einer der Gewinner unter Trainer Daniel Thioune. Beim Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen Lüneburg (3:0) folgte dann jedoch die Ernüchterung: Trotz seiner guten Leistungen erhielt Musah nur wenige Minuten Spielzeit.
Thioune setzte im Sturmzentrum zunächst auf Neuzugang Niclas Füllkrug, später kam Cedric Itten zum Einsatz. Für Musah blieben lediglich einige Minuten auf dem Platz – eine Entscheidung, die bei seinem Berater Danny Bachmann für Verwunderung sorgte.
Berater-Aussagen sorgen für Wirbel
"Natürlich müssen wir uns jetzt unsere Gedanken machen. Denn die Entscheidungen im Pokalspiel passen nicht ansatzweise zu den letzten Gesprächen mit den Verantwortlichen", erklärte Bachmann gegenüber Bild und deutete damit an, dass die sportliche Perspektive des Talents hinterfragt werden könnte.
Musah gilt als eines der spannendsten Talente im Bremer Kader. Der 1,98 Meter große Mittelstürmer überzeugte in der Vorbereitung mit seiner Physis und seinen Auftritten und hat sich auch international einen Namen gemacht. Sein Marktwert wird aktuell auf rund zwei Millionen Euro geschätzt – intern traut Werder ihm jedoch deutlich mehr zu.
Werder schließt Musah-Abgang aus
Die Verantwortlichen der Grün-Weißen wollen die aufkommende Unruhe schnell beenden. Leiter Profifußball Peter Niemeyer fand klare Worte zur Zukunft des Stürmer-Talents und stellte unmissverständlich klar, dass ein Wechsel nicht zur Debatte steht.
"Wir haben eine sehr hohe Meinung von Salim. Er hat es in der Vorbereitung gut gemacht und ist ein wichtiger Bestandteil. Ein Wechsel von Salim kommt für uns nicht infrage. Das ist ausgeschlossen. "Peter Niemeyer
Auch die geringe Einsatzzeit im Pokal sieht Niemeyer nicht als Signal gegen Musah. Vielmehr habe Thioune bewusst auf Spieler gesetzt, die sich schnell an die neue Spielidee gewöhnen sollten. "Die neuen Jungs sollten im Pokal schnell unsere Spielidee kennenlernen. Deshalb wurde die Aufstellung so gewählt", erklärte der Werder-Verantwortliche.
Damit will Bremen die Situation beruhigen. Ob Musah in der neuen Saison allerdings tatsächlich regelmäßig auf Einsatzzeiten kommt, bleibt spannend. Gerade im Sturmzentrum ist der Konkurrenzkampf durch Füllkrug und Itten deutlich größer geworden. Für Werder gilt es nun, dem Talent die Perspektive aufzuzeigen – auch um einen möglichen Streit wie in der Vergangenheit bei anderen Nachwuchsspielern zu vermeiden.
