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Bei den Profis ohne Chance: So erklärt Hoeneß das Nachwuchs-Problem des VfB

In Stuttgart sucht man eigene Talente bei den Profis vergebens.
Sebastian Hoeneß über das Nachwuchsproblem
Sebastian Hoeneß über das Nachwuchsproblem | picture alliance/GettyImages

Der VfB Stuttgart hat unter Sebastian Hoeneß eine phänomenale Entwicklung hingelegt und sich national wieder als Spitzenteam etabliert. Viel kritisieren kann und sollte man an der Arbeit des Trainers daher nicht – doch einen kleinen Punkt gibt es, der im Ländle zweifelsfrei ausbaufähig ist: Die Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Profiteam.

Eigentlich standen die Schwaben immer für herausragende Jugendarbeit und schafften es regelmäßig, Eigengewächse in der ersten Mannschaft zu integrieren. Unter Hoeneß hat das jedoch deutlich nachgelassen: Zuletzt gab es keinen Jugendspieler, den man regelmäßig bei den Profis bestaunen durfte.

Dabei gibt es prinzipiell spannende Spieler: Noah Darvich, Laurin Ulrich, Mirza Catovic oder Christopher Olivier, um nur ein paar zu nennen. Sie alle sind bislang ohne Chance bei Hoeneß, wählten dadurch teilweise den Ausweg einer Leihe.

Schere zwischen Nachwuchs und Profis trotz guter Ausbildung (zu) groß

Auf diesen Umstand angesprochen, reagierte Hoeneß auf dem Internationalen Trainer-Kongress in Mainz. "Im deutschen Vergleich sind wir im Nachwuchs spitze: U17-Meister, U19-Pokalsieger, U23-Klassenerhalt. Die Jungs, die zu uns kommen, sind gut ausgebildet", wird er von der Bild zitiert. Trotzdem macht Hoeneß eine "gewisse Lücke" zwischen dem eigenen Nachwuchs und seinem Profiteam aus.

"Am liebsten sollen die Jungs bei uns den nächsten Schritt gehen. Aber das ist kein Selbstläufer. Unser Niveau ist hoch", stellte der VfB-Trainer klar und zog anschließend einen Vergleich zu RB Leipzig, wo er von 2014 bis 2017 in der Jugend trainierte: "Dort wurde auch sehr viel in den Nachwuchs investiert. Und dann ist auch die erste Mannschaft enteilt."

In eine ähnliche Kerbe schlägt Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: "In den letzten Jahren sind unser Leistungsniveau und die Qualität im Kader deutlich gestiegen. Bei dieser guten Entwicklung ist es für die jungen Spieler nicht ganz so einfach, oben anzukommen." Heißt übersetzt: Der Nachwuchs leidet unter dem sportlichen Erfolg der VfB-Profis.

Mit Dennis Seimen schickt sich nun zumindest ein Eigengewächs an, den Durchbruch zu schaffen. Nach seiner Leihe zum SC Paderborn ist der 20-Jährige als Nummer eins der Schwaben eingeplant – sobald er seine aktuelle Verletzung überwunden hat.


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