Bayern-Talent Karl im Tief: So reagiert der Shootingstar auf seine Mini-Krise

Der 17-Jährige spricht offen über seinen ersten kleinen Rückschlag und erhält dabei volle Rückendeckung aus dem Klub.
Lennart Karl muss sein erstes Formtief überwinden
Lennart Karl muss sein erstes Formtief überwinden / Christina Pahnke - sampics/GettyImages
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Die Szene ging viral: Beim 5:1 des FC Bayern München gegen die TSG 1899 Hoffenheim versuchte Youngster Lennart Karl an der Torauslinie, Gegenspieler Alexander Prass mit mehreren Übersteigern auszuspielen und verlor den Ball dabei ins Aus. Prass reagierte mit einem höhnischen Daumen nach oben. Nichts Dramatisches, aber sinnbildlich für Karls ersten kleinen Karriere-Dämpfer.

Nach einer überragenden Hinrunde mit vier Bundesliga-Toren und drei weiterenTreffern in der Champions League steckt der 17-Jährige aktuell im Formtief: Nur ein Treffer in den vergangenen neun Partien. Zuletzt nahm er vermehrt auf der Bank Platz und kam zumeist als Joker zum Einsatz.

Karl bleibt trotz ersten Dämpfers gelassen

Nach der Partie zeigte sich das Bayern-Juwel erstaunlich gefasst. "Einfach weiter Vollgas geben! Man kann nicht immer die perfekte Leistung zeigen", sagte Karl gegenüber der Bild über seine aktuelle Phase. "Ich will im Training und Spiel weiter Vollgas geben, dann kommen die Leistungen wieder. Gerade komme ich wieder ganz normal rein."

Der Offensivspieler betonte, dass er eng mit Trainer Vincent Kompany zusammenarbeite. "Ich bin oft mit ihm im Austausch. Aber ich bin 17 Jahre, deswegen: einfach weiter machen." Für einen Teenager, der in der Hinrunde national für Begeisterung sorgte, klingt das erstaunlich gefasst. Genau das ist es, was dem Klub und den Anhängern des deutschen Rekordmeisters so gefällt.

Auch Sportvorstand Max Eberl stärkt ihm demonstrativ den Rücken: "Er hat eine herausragende Hinrunde gespielt. Jetzt ist es eben so, dass die Gegenspieler ihn und seine Stärken kennen. Jetzt muss er körperlich und mit seinen fußballerischen Fähigkeiten die nächsten Schritte gehen." Eberl lobt Karls Einstellung: "Er möchte Fußball spielen, er möchte lernen. Ich bin mir sicher, dass er noch sehr wichtige Tore und Aktionen für uns haben wird."

Kompany verteidigt Karl und seine Spielweise

Die Diskussionen um den viralen Übersteiger lächelte Kompany weg. "Ich weiß nicht, was im Internet los war. Das ist mir entgangen", sagte der Bayern-Coach. Dann stellte er klar: "Ich werde meine Spieler jetzt nicht dafür bestrafen, dass sie Übersteiger machen. Viele Leute kommen deswegen ins Stadion."

Trainer Kompany nimmt seinen Youngster in Schutz
Trainer Kompany nimmt seinen Youngster in Schutz / ALEXANDRA BEIER/GettyImages

Dennoch sprach der Belgier eine Grenze aus: "Wenn ich Anzeichen von Arroganz oder Respektlosigkeit gegenüber der gegnerischen Mannschaft sehe, werde ich etwas sagen. Aber in dem Moment habe ich das nicht so empfunden. Es war einfach Pech." Sein Fazit: "Offensivspieler dürfen etwas mehr riskieren. Wahrscheinlich haben sie jedes seiner Tore 250.000 Mal in den sozialen Medien gezeigt. Es ist ein Geben und Nehmen."

Karls Höhenflug ist vorerst ausgebremst, doch intern genießt er weiterhin großes Vertrauen. Seinen ersten kleinen Rückschlag sehen die Bayern nicht als Warnsignal, sondern als wichtigen Entwicklungsschritt auf seinem Weg zur Weltklasse.


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