Auch beim VfL Wolfsburg schaffte es der FC Bayern trotz des schlussendlichen 1:0-Sieges nicht, einen souveränen oder gar dominanten Auftritt hinzulegen. Jonas Urbig war es zu verdanken, dass den Münchenern, denen vermutlich noch immer das Aus in der Champions League von vor wenigen Tagen in den Knochen steckte, das einzelne Tor von Michael Olise zum Auswärtsdreier reichte.
Tom Bischof, der anschließend bei Sky zum Interview bereit stand, hatte eine Erklärung dafür, dass sich seine Mannschaft erneut vergleichsweise schwer getan hatte.
"Wir machen einfach nicht mehr die Basics", beklagte er unter anderem (via Sport Bild). "Dieses Gegenpressing direkt nach dem Ballverlust fehlt uns ein bisschen. Das ist mir von außen aufgefallen. Deshalb machen wir die langen Wege – und kassieren so viele Gegentore." Er selbst habe das zuletzt nicht so sehr auf dem Platz mitbekommen können, weswegen er nur den Blick von außen gehabt habe. Sein Startelf-Einsatz schien den 20-Jährigen in seiner Vermutung allerdings zu bestätigen.
Kompany widerspricht Bischof – und kündigt ein gemeinsames Gespräch an
Als das Interview mit Vincent Kompany folgte, wurde dieser natürlich auch auf die grundsätzliche Kritik von Bischof am Auftreten der Mannschaft angesprochen. Auf die Frage, ob sein Spieler in seiner Einschätzung korrekt liege, wurde der Bayern-Cheftrainer ungewohnt deutlich. "Nein, natürlich nicht. Der junge Spieler hat einen Fehler gemacht in diesem Interview", gab er mit einem Lächeln zu Protokoll.
Kompany machte deutlich, dass das Gegenpressing seiner Ansicht nach kein Faktor sei. Er erklärte: "Ein Gegenpressing kannst du nicht hundertmal machen, wenn du einen Ballverlust hast oder einen schnellen Ballverlust. Das Problem ist nicht die Intention für das Gegenpressing, sonst würde ich das im Training schon sehen und auch sagen: So kannst du kein Spiel gewinnen."
Viel eher gehe es darum, "dass man vielleicht nicht immer das Gefühl haben muss, dass man in den ersten 10–15 Minuten schon 3–4 Tore machen muss und die anderen dann einfach auf dem Boden liegen". Seine Mannschaft habe zu früh die Geduld verloren, wodurch es dann schwieriger geworden sei. Er werde "auf jeden Fall" nochmal mit Bischof sprechen, kündigte Kompany in einem aber keineswegs konfrontativen Ton.
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