Beim ersten Testspiel dieser Saisonvorbereitung, einer 1:2-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden, durfte auch Joao Palhinha eine Halbzeit lang aufspielen. Nach seiner einjährigen Leihe zu Tottenham Hotspur ist der portugiesische Mittelfeldspieler zunächst zum FC Bayern zurückgekehrt, wo er theoretisch noch für zwei weitere Jahre unter Vertrag steht.
Bislang war stets von einem (bestenfalls zeitnahen) Abgang von Palhinha ausgegangen worden. Umso überraschender war seine Aussage nach dem besagten Testspiel, als er ankündigte, nun doch um seine Position beim deutschen Rekordmeister kämpfen zu wollen (90min berichtete). Damit widersprach er auch Christoph Freund, der ihn als klaren Verkaufskandidaten bezeichnete, der den "nächsten Schritt woanders machen" soll.
Palhinha würde den Bayern-Konkurrenzkampf annehmen – verschließt sich einem Wechsel aber nicht per se
Wie die Bild nun berichtet, kommt die Palhinha-Wende wohl nicht ganz so überraschend, wie man es vielleicht vermuten könnte. Demnach habe der 31-Jährige seinen grundsätzlichen Wunsch, sich beim FCB durchzusetzen, nie komplett aufgegeben. Das würde angesichts seines Wechsels vor zwei Jahren auch kaum Sinn ergeben. Der Gedanke an einen Verbleib soll in den letzten Wochen gewachsen sein, während die Münchener so ihre Probleme hatten, stattdessen einen Verkauf anzuleiern.
Der aktuelle Stand sei also, dass Palhinha bleiben, den Konkurrenzkampf annehmen und sich bestenfalls unter Vincent Kompany durchsetzen möchte. Dass er solche Ausgangssituationen in seiner Karriere schon mehrfach bewältigt hat, soll ihm dabei entsprechend Mut machen und Zuversicht geben.
Dennoch, so die Bild weiter, schließe auch Palhinha selbst einen Abgang nicht gänzlich aus. Er weiß um die große Herausforderung und die Perspektive beim FCB, ihm droht vermutlich ein Bank- oder gar Tribünenplatz. Für einen Wechsel ist er also grundsätzlich offen, wenngleich er ihn nicht forciert. Sollte sich eine interessante Möglichkeit ergeben, für die Bayern und Palhinha, würde sie nach wie vor in Betracht gezogen. Der 37-fache Nationalspieler Portugals hält sich aber zugleich die Option offen, sich (erst einmal) gegenüber Kompany anzubieten. Die ersten 45 Minuten konnte er gegen Wiesbaden bereits sammeln – während aber auch noch einige WM-Fahrer fehlten.
Die Bayern-Bosse, speziell Sportvorstand Max Eberl, setzt das weiter unter Druck. Bislang waren Eberl und Co. nicht bereit, von ihren Forderungen für einen Palhinha-Verkauf abzurücken. Weil die Klubführung aber Transfereinnahmen sehen möchte und der Portugiese dabei besonders im Fokus steht – laut Sport1 noch vor Sacha Boey und Bryan Zaragoza – braucht es aus Eberl-Sicht eine Lösung. Schließlich geht es für Eberl auch um einen neuen Vertrag in München.
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