Über die letzten Jahre und somit für mehrere Transfer-Phasen galt beim FC Schalke eine grundlegende Prämisse: Bevor selbst ein neuer Spieler verpflichtet oder auch ausgeliehen werden kann, müssen eigene Einnahmen durch Verkäufe realisiert worden sein oder sie zumindest deutlich in Aussicht stehen.
Das war die finanzielle Ausgangslage für jeden Sportchef und Kaderplaner, der in den letzten Jahren beim S04 tätig war. Es war auch die Ausgangslage für Frank Baumann, als er im vergangenen Sommer bei Königsblau einstieg und mit seinen ersten Entscheidungen bereits die Grundlage für die schlussendlich so erfolgreiche Saison legte, die mit dem Aufstieg in die Bundesliga endete.
Nun steht Schalke vor einer weiteren Transfer-Phase, die angesichts des Aufstiegs und der äußerst großen Herausforderung, nicht gleich wieder in die 2. Bundesliga abzustürzen, wieder einmal von besonderer Bedeutung ist. "Wir wollen uns in der Spitze und in der Breite verbessern, um den Konkurrenzkampf zu verbessern", kündigte Baumann in einer Medienrunde zum Saisonabschluss bereits ein übergeordnetes Ziel für diesen Sommer an (via WAZ).
Mehr finanzieller Spielraum: S04 konnte den "großen Verkaufsdruck" ablegen
Einen enorm wichtigen und keineswegs zu unterschätzenden Fortschritt hat der S04 zuletzt jedoch gemacht, den auch Baumann selbst thematisierte: Der Aufsteiger muss nicht mehr unbedingt und zwingend verkaufen, bevor selbst Neuverpflichtungen umgesetzt werden können.
"Die finanzielle Situation hat sich verbessert. Wir können ganz anders agieren. Der große Verkaufsdruck wie im vergangenen Sommer ist nicht mehr da", so der Sportvorstand. Das heißt natürlich nicht, dass Schalke nicht auf Transfereinnahmen angewiesen ist, um selbst nennenswerte Summen ausgeben zu können. Das bedeutet ebenso wenig, dass sich bei sämtlichen Anfragen für eigene Spieler einfach quergestellt werden kann. Aber immerhin haben die Gelsenkirchener nun ein bisschen mehr Spielraum, um auch hartnäckiger verhandeln oder gar Nein sagen zu können, ohne Spieler lieber unter Wert abgeben zu müssen als dass sie gar kein Geld einbringen.

Genauso darf nicht vergessen werden, dass Schalke insgesamt einen Transfer-Überschuss erwirtschaften muss. Den Informationen der WAZ zufolge liegt dieser bei etwa zwei Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten sollen weiter abgebaut und die Eigenkapitalregel muss eingehalten werden. Das behindert die Verantwortlichen aber ab diesem Sommer etwas weniger, als es noch in den vorigen Transfer-Phasen der Fall war.
Insgesamt rechnet Baumann aber ohnehin mit mehr Verkäufen als Neuzugängen. "Da wir einen sehr, sehr großen Kader aktuell zur Verfügung haben, gehe ich davon aus, dass wir mehr Abgänge als Zugänge haben werden", führte er aus. Mit Christopher Antwi-Adjei, Henning Matriciani und Paul Pöpperl wurde ein Trio bereits offiziell verabschiedet. Mehrere Spieler, die zuletzt schon keinerlei Rolle mehr gespielt haben (etwa Tomas Kalas oder Anton Donkor) sollen abgegeben und einige junge Spieler, die in der Bundesliga kaum zum Einsatz kommen würden, sollen verliehen werden. Dazu besteht die Möglichkeit auf Verkäufe von Stammspielern, insofern attraktive Angebote in Gelsenkirchen eintreffen sollten.
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