Baum wütet über VAR: 'Kein Kontakt' als Begründung für einen Elfmeter?
Von Yannik Möller

Kein Kontakt - und trotzdem ein potenziell spielentscheidender Elfmeter? So sah es zumindest der FC Augsburg, der sich im wichtigen Duell mit Mainz 05 schlussendlich 0:2 geschlagen geben musste.
Bereits in der achten Minute konnten die Nullfünfer durch einen Elfmeter in Führung gehen, der für außerordentlich viel Diskussionsstoff sorgte - sowohl auf, als auch neben dem Platz sowie beim VAR-Assistenten. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied nach einem vermeintlichen Foul auf Elfmeter, bei dem Stefan Bell zu Boden gegangen war, mutmaßlich durch einen Tritt von Elvis Rexhbecaj. Das Problem: Ein Kontakt war nicht wirklich zu erkennen.
"Es ist komplett unverständlich, dass der Schiedsrichter nicht rausgeht und das Ding nicht zurückgenommen wird", zeigte sich Manuel Baum entsprechend wütend (via kicker). "Man sieht in keinem Bild eine Berührung. Man sieht nur einen Spieler, der hinfällt."
Auch Rexhbecaj selbst äußerte sich bei Sky zu seinem vermeintlichen Foulspiel: "Ich treffe ihn, glaub ich, minimal - wirklich minimal. Es war ein Streifer." Das Problem: Genau diese Szene hätte vermutlich in den allermeisten Fällen oder beispielsweise auch außerhalb des Strafraums wohl eher nicht zu einem Pfiff geführt. In diesem Fall gab es sogar den Strafstoß für Mainz, den Nadiem Amiri zur frühen Führung nutzte.
Mehr als drei Minuten VAR-Unterbrechung - Ittrich verteidigt das Vorgehen
Was ebenfalls für viel Frust und Unverständnis sorgte: Mehr als drei Minuten wurden alle Anwesenden warten gelassen, weil der VAR so lange brauchte, um sich die Szene immer und immer wieder anzuschauen. Das Resultat: Keine Korrektur. Für Ittrich gab es also auf dem Platz keinen Hinweis, sich die Szene selbst nochmals anzuschauen, da der VAR die Entscheidung weder als falsch, noch als richtig einzustufen wusste.
"Ich habe gesehen, dass Bell ganz klar den Ball spielt und dass Rexhbecaj voll durchzieht und es zu einem klaren Kontakt am Fuß kommt, und ich höre ihn auch. Auch die Spieler drumherum haben alle diesen Knall wahrgenommen. Das war für mich dann glasklar ein Elfmeter", erklärte Ittrich seine Wahrnehmung auf dem Platz.
"Dann war ich im Kontakt mit dem Videoassistenten. Die haben die Bilder geprüft und konnten es weder widerlegen noch belegen", verriet er zudem, weshalb er nicht zum Bildschirm gerufen oder die Szene als gänzlich falsch eingestuft wurde.
Für diese hohe Eingriffsschwelle sei er auch "eigentlich dankbar", so Ittrich weiter. Nachdem er sich die Szene nach dem Spiel selbst ansehen konnte, gestand der Unparteiische ein: "Wenn ich die Bilder sehe, muss man davon ausgehen, dass es eher kein Elfmeter ist." Dennoch habe der VAR mit seiner Nicht-Korrektur "komplett richtig gehandelt", weil seine Entscheidung auf dem Feld nicht als klar falsch eingestuft werden konnte und diese im Zweifelsfall respektiert werden sollte.
Für Baum, der von dieser Einstufung natürlich benachteiligt wurde, ergibt diese Herleitung jedoch keinen Sinn. "Wenn kein Kontakt in den Bildern erkennbar ist, bleibt es so stehen, was ja auch schon wieder eine aberwitzige Argumentation ist. Das kann mir keiner erklären, wie man auf so eine Kausalität kommt", argumentierte der FCA-Cheftrainer.
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