Es war eines der turbulentesten und kürzesten Trainer-Kapitel in der jüngeren Geschichte von Eintracht Frankfurt. Am 2. Februar 2026 übernahm Albert Riera das Zepter am Main, am 17. Mai war nach verpasster Europapokal-Qualifikation, internen Revolten und dem skurrilen "Kurzurlaub-Eklat", Riera reiste nach einer Pleite zu einem Legendenspiel nach Anfield, schon wieder Schluss.
Nachdem sich der Staub rund um den Stadtwald etwas gelegt hat, meldet sich der 44-Jährige nun zu Wort. In einem Interview mit dem slowenischen TV-Sender Sportklub holte Riera zu einem beispiellosen Rundumschlag aus.
Die Bundesliga? "Enttäuschend" und berechenbar
Wer nach nur vier Siegen aus 14 Bundesliga-Spielen mit einem 150-Millionen-Euro-Kader etwas Demut erwartet hätte, sieht sich beim Spanier getäuscht. Stattdessen nahm er das sportliche Niveau des deutschen Oberhauses ins Visier.
"Ehrlich gesagt hat mich das Niveau der Bundesliga etwas enttäuscht"Albert Riera
"Ehrlich gesagt hat mich das Niveau der Bundesliga etwas enttäuscht", erklärte Riera offen. Seine Analyse der Liga fällt vernichtend aus: "Bayern München ist natürlich eine Welt für sich, und Borussia Dortmund kann mit seinem Budget halbwegs mithalten. Dann gibt es Überraschungen wie Stuttgart, aber der Rest war für mich enttäuschend."
Besonders der taktische Ansatz der Konkurrenz schien den Ex-Profi geradezu zu langweilen. "Die Teams im unteren Tabellendrittel spielen alle auf die exakt gleiche Weise. Wenn man sie analysiert, hat man das Gefühl, jede Woche gegen denselben Gegner zu spielen", spottete der Spanier über den Spielstil im Tabellenkeller.
Celje auf Augenhöhe mit Frankfurt?
Für Riera, der äußerst erfolgreich in Slowenien bei NK Olimpija Ljubljana und NK Celje arbeitete, ist die Bundesliga offenbar stark überbewertet – auch in finanzieller Hinsicht.
"Wenn wir die Summen, die in Deutschland fließen – 20, 30, sogar 40 Millionen Euro – im Vergleich zu den Beträgen in der slowenischen Liga sehen... Da ist das keine andere Welt, ganz und gar nicht. Das ist die Realität", so Riera. Er ging sogar noch einen Schritt weiter und degradierte seinen ehemaligen Arbeitgeber aus Frankfurt im direkten Vergleich mit seinem Ex-Klub: "Wenn Celje gegen Frankfurt spielen würde, könnten sie mithalten. Ich sage nicht, dass sie besser wären, aber sie könnten konkurrieren. Der Unterschied ist geringer, als es von außen scheint."
Riera stellt hohe Ansprüche für neuen Job
Trotz seiner krachend gescheiterten Mission in Frankfurt mangelt es dem 44-Jährigen nicht an Selbstbewusstsein, was seine persönliche Zukunft auf der Trainerbank angeht. Anfragen gibt es angeblich genug, doch Riera sortiert rigoros aus.
"Bisher habe ich einige Anrufe erhalten, aber meine Antwort war 'Nein', weil ich europäisch antreten will", prahlte Riera bei Sportklub. Seine klaren Bedingungen an künftige Arbeitgeber: "Also Champions League, wenn nicht Champions League, dann Europa League, ansonsten Conference League." Wo genau der vereinslose Coach nach seinem Frankfurt-Desaster diese Bühne finden wird, ließ er vorerst offen.
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