Es war eine Szene, die während der wilden Partie zunächst völlig untergegangen war, im Nachgang aber für ordentlich Zündstoff sorgte. Beim Stand von 0:1 aus Sicht von Borussia Mönchengladbach entschied Schiedsrichter Robert Hartmann nach VAR-Prüfung auf Handelfmeter für die Fohlen.
Doch kurz bevor Gladbachs Kevin Diks zum Strafstoß antrat, fingen die TV-Kameras ein, wie der Spielmacher des 1. FSV Mainz 05, Nadiem Amiri, fast schon beiläufig zum Punkt schlenderte und diesen mit seinen Stollen malträtierte.
Die Sabotage zeigte Wirkung: Diks rutschte zwar nicht aus, setzte den Ball vom manipulierten Punkt jedoch prompt an den rechten Pfosten. Für die schwer kriselnden Fohlen, die nach der Entlassung von Trainer Eugen Polanski auch ihr viertes Ligaspiel der Saison verloren und nach der späten 3:4-Heimpleite historisch schlecht in die Bundesliga starten, war es ein bitterer Moment. Für Sky-Experte Didi Hamann war es hingegen ein absoluter Skandal.
Hamann platzt bei Sky der Kragen
Bei Alle Spiele, Alle Tore kochte der 53-jährige Ex-Nationalspieler beim Bezahlsender Sky förmlich über, als er die Szene am TV-Bildschirm begutachtete. "Das hat mit feiner englischer Art gar nichts zu tun. Ein Spiel Sperre! Den würde ich aus dem Verkehr ziehen“, polterte Hamann und forderte harte Sanktionen für den 29-Jährigen, der den Moment offenbar clever abgepasst hatte, während der Schiedsrichter abgelenkt war.
"Da schauen Kinder zu. Das macht man nicht."Didi Hamann
"Er ist Nationalspieler geworden, hat großen Wert für die Mannschaft. Aber: Wir müssen diese Sachen aus dem Sport bringen. Da schauen Kinder zu. Das macht man nicht!“, führte Hamann aus und bezeichnete die Aktion als "grob unsportlich“.
Zwar könne man als Profi stets versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen, "aber das hat alles Grenzen, und die Grenze wurde dort weit überschritten.“
Erinnert an Hitz-Szene

Der Vorfall weckt unweigerlich Erinnerungen an den womöglich berühmtesten Fall von Elfmeter-Sabotage in der Bundesliga. Vor knapp elf Jahren bearbeitete der damalige Augsburger Torhüter Marwin Hitz den Rasenpunkt in Köln mit seinen Hacken so stark, dass Anthony Modeste beim Schuss böse wegrutschte und den Elfmeter verschoss.
Für Nadiem Amiri (der nach vier Spieltagen übrigens noch ohne Scorerpunkt dasteht) hatte die Aktion am Samstagnachmittag zunächst keine direkten Konsequenzen. Der Mittelfeldmann mit der Rückennummer 10 wird nach seinem erfolgreichen Auswärts-Auftritt nun zur deutschen Nationalmannschaft nach Herzogenaurach reisen.
Bundestrainer Jürgen Klopp hatte ihn zuletzt in seinen ersten Kader für die anstehenden Nations-League-Spiele nominiert.
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