Die Vorrunde ist für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann faktisch bereits vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22.00 Uhr) beendet. Durch das torlose Unentschieden zwischen Ecuador und Curaçao ist der deutschen Elf der erste Platz in der Gruppe E nicht mehr zu nehmen. Da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt, kann selbst ein Sieg der Elfenbeinküste im Parallelspiel Deutschland nicht mehr vom Thron stoßen.
Mit dem Gruppensieg stehen auch der Ort und der Termin für das erste K.o.-Spiel der DFB-Elf fest: Das Sechzehntelfinale steigt am Montag, den 29. Juni, um 22.30 Uhr in Foxborough nahe Boston, im heimischen Gillette Stadium des Football-Teams New England Patriots.
Das Ende einer historischen Durststrecke
Dieses Spiel in Boston markiert für den Deutschen Fußball-Bund einen ganz besonderen emotionalen Meilenstein: Es wird das erste K.o.-Spiel der Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft seit dem triumphalen Finale 2014 in Rio de Janeiro sein. Nachdem das DFB-Team sowohl bei der WM 2018 in Russland als auch 2022 in Katar das sportliche Trauma eines historischen Vorrunden-Aus verarbeiten musste, ist die schmerzhafte Talfahrt auf der größten Fußball-Bühne der Welt nun offiziell beendet. Die Euphorie um die Mannschaft von Julian Nagelsmann ist nach dieser überwundenen Hürde und den enttäuschenden letzten Jahren entsprechend groß.
Ein Modus mit 495 Kombinationsmöglichkeiten
Völlig unklar ist hingegen, auf wen Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Co. in dieser neu eingeführten Runde (erstmals 48 WM-Teilnehmer) treffen werden. Sicher ist lediglich, dass Deutschland als Erster der Gruppe E gegen einen der acht besten Gruppendritten aus den Gruppen A, B, C, D oder F antreten wird.
Der Modus zur Ermittlung dieser Konstellationen ist hochkomplex. Insgesamt gibt es laut FIFA-Reglement 495 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, um die acht besten Dritten aus den zwölf Gruppen zu filtern und zu verteilen. Das System ist so aufgebaut, dass bereits in der Vorrunde ausgetragene Duelle in der ersten K.o.-Runde vermieden werden. Ein Computeralgorithmus wird am Ende der Gruppenphase die finalen Paarungen ausspucken.
Von Brasilien bis Südkorea: Der aktuelle Gegner-Kreis
Für das DFB-Team ist der Kreis der potenziellen Gegner derzeit noch auf stolze 13 Nationen begrenzt. Ein Blick auf die Wahrscheinlichkeiten (basierend auf den 495 möglichen Szenarien) zeigt jedoch, dass Deutschland in den allermeisten Fällen auf den Dritten der Gruppe C (231/495) oder der Gruppe D (212/495) treffen wird. Ein Duell gegen die Dritten der Gruppen F (35/495), A (16/495) oder gar B (1/495) ist mathematisch deutlich unwahrscheinlicher.
Konkret bedeutet das (Stand 21. Juni 2026) folgende Optionen für das deutsche Team:
Gruppe | Mannschaften |
|---|---|
Gruppe A | Südkorea, Tschechien, Südafrika |
Gruppe B | Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Katar |
Gruppe C | Brasilien, Marokko, Schottland |
Gruppe D | Australien, Paraguay |
Gruppe E | Schweden, Japan |
Bis endgültige Klarheit herrscht, werden sich Spieler und Fans jedoch noch bis Mitte der Woche gedulden müssen, wenn die entscheidenden letzten Gruppenspiele absolviert sind.
Nagelsmann bleibt gelassen
Bundestrainer Julian Nagelsmann lässt sich von den Rechenspielen nicht aus der Ruhe bringen. "Die anderen Gruppen können wir ja nicht beeinflussen. Es kommt eine gute Mannschaft auf uns zu – mal früher, mal später. Aber es sind sowieso alles gute Teams, die uns bevorstehen", so der 38-Jährige pragmatisch am Mikrofon des ZDF.
Sollte das DFB-Team die Hürde im Sechzehntelfinale nehmen, steht der nächste Termin bereits fest: Das Achtelfinale fände am 4. Juli (dem amerikanischen Nationalfeiertag) in Philadelphia statt. Dort könnte dann ein echter Kracher auf die deutsche Auswahl warten – voraussichtlich der Sieger der Gruppe I, was ein brisantes Duell mit Vize-Weltmeister Frankreich bedeuten könnte.
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