In Windeseile hat sich Rayan Philippe beim Hamburger SV vom Abgangskandidaten zu einem der großen Gewinner der Vorbereitung gemausert. Der 25 Jahre alte Franzose, der im vergangenen Sommer von Eintracht Braunschweig zum damaligen Bundesliga-Aufsteiger gewechselt war, konnte in der abgelaufenen Saison in seinen 28 Bundesliga-Einsätzen (davon 13 von Beginn an) nur punktuell überzeugen. Fünf Tore, aber auch einige unglückliche Auftritte standen am Saisonende zu Buche. Zeitweise verlor er gar seinen Kaderplatz.
Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, sollen im Sommer zwei französische Erstligisten ihr Interesse bei Philippe hinterlegt haben. Zu konkreten Gesprächen sei der aber nie bereit gewesen. Statt schnell wieder die Flucht zu ergreifen, will sich Philippe unbedingt beim HSV beweisen. Und der Franzose unterstreicht seine Ambitionen eindrucksvoll.
Beim 2:2 im Testspiel gegen den OSC Lille verwandelte Philippe einen direkten Freistoß und zählte zudem zu den auffälligsten Hamburgern. Beim 1:2 gegen den FC Everton bereitete er den einzigen HSV-Treffer durch Patson Daka vor.
Sonderschichten und ein schwärmender Trainer
Seine starke Frühform hat sich Philippe hart erarbeitet. Der Mopo zufolge begann er in seiner Heimatstadt Nizza mit einem Privattrainer schon früh mit der Vorbereitung auf seine zweite Saison bei den Rothosen. Zudem ackerte er verstärkt im Kraftraum, was auch HSV-Kapitän Nicolai Remberg nicht entging. "Er ist immer der Erste, der da ist", lobte der Teamkollege.
Und auch Trainer Merlin Polzin geriet angesichts der vorbildlichen Einstellung seines Schützlings ins Schwärmen. Philippe sei ein "absoluter Musterprofi, was seine Professionalität auf und neben dem Platz angeht. Das zahlt sich aus. Er zählt zu den Jungs, die in der Sommerpause gut gearbeitet haben und jetzt auch in der Vorbereitung bereit sind, mehr zu machen."
Als Grund für Phillipes äußerst motivierten Auftritt sieht der Trainer auch die Gespräche, die er in den vergangenen Monaten mit dem Offensivmann geführt hat. "Es zeichnet ihn als Charakter aus, dass er an den Dingen arbeitet, die uns vergangene Saison nicht so gefallen haben", so der Coach, der Philippe unter diesen Umständen zu Saisonbeginn wieder deutlich mehr Spielzeit einräumen dürfte.
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