Alonso-Nachfolger startet mit Pokal-Blamage! Die Reaktionen auf das Real-Desaster
Von Simon Zimmermann

Es sollte ein dankbarer Einstieg für Alvaro Arbeola als neuer Trainer von Real Madrid werden. Am Mittwochabend waren die Königlichen im Achtelfinale der Copa del Rey bei Zweitligist Albacete Balompié gefordert. Eine Pflichtaufgabe für die Blancos nach dem großen Trainer-Beben vom Montag. Eigentlich...
In Spiel eins nach Xabi Alonso hatte dessen Nachfolger Arbeola auf zahlreiche Stars verzichtet. Kylian Mbappé, Jude Bellingham und Co. fehlten angeschlagen oder wurden geschont. Dennoch schickte Arbeola eine Startelf ins Rennen, die gegen den Außenseiter keine Probleme haben sollte.
- Die Real-Startelf gegen Albacete:
Lunin - Jimenez, Asencio, Huijsen, Fran Garcia - Valverde, Cestero, Güler - Mastantuono, Gonzalo, Vinicius Junior
"Ein Madrid, das wahrlich beschämend ist."
- Marca
Weit gefehlt! Nach einer dramatischen Schlussphase mussten sich die Königlichen mit 2:3 geschlagen geben. Real-Torjäger Gonzalo Garcia gelang in der 91. Minute zwar noch der Ausgleich, drei Minuten später verhinderte Betancor Sanchez mit seinem zweiten Treffer aber die Verlängerung und machte die Vollblamage für die Blancos perfekt!
Wenig verwunderlich ging die spanische Presse im Anschluss mit dem Madrider Star-Ensemble hart ins Gericht. "Ein Madrid, das wahrlich beschämend ist. Ein Madrid im freien Fall", titelte die vereinsnahe Marca, nachdem man die nächste Titelchance der Saison verspielt hatte. "Ein Desaster zum Auftakt", schrieb die AS.
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Arbeola nimmt Schuld auf sich - Indirekte Alonso-Kritik?
Alonso-Nachfolger Arbeola nahm die Schuld für die Peinlich-Pleite auf sich: "In diesem Verein ist ein Unentschieden schon schlimm genug, es ist eine Tragödie, stellen Sie sich eine Niederlage wie diese vor. Wenn jemand dafür verantwortlich ist, dann bin ich es. Ich bin derjenige, der die Entscheidungen bezüglich der Aufstellung, der Spielweise und der Auswechslungen getroffen hat."
"Ich kann den Spielern nur dafür danken, wie sie mich aufgenommen haben und für den Aufwand, den sie heute betrieben haben. Jetzt müssen wir uns sowohl mental als auch körperlich erholen und auf Samstag schauen", meinte Arbeola auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Vor dem kommenden Ligaspiel gegen den Vorletzten Levante (Samstag, 14 Uhr) äußerte Arbeola auf der PK auch indirekte Kritik an Vorgänger Alonso. Jedenfalls antwortete der 42-Jährige auf die Frage nach dem Fitnesszustand der Mannschaft: "Da haben wir Luft nach oben."
Von den Real-Stars trat derweil einzig Routinier Dani Carvajal vor die Presse. "Heute haben wir den Tiefpunkt erreicht. Uns hat ein Zweitligist aus dem Pokal geschossen. Glückwunsch an sie. Ab morgen gilt es, Selbstkritik zu üben, jeder individuell und kollektiv. Uns bleiben noch zwei schöne Wettbewerbe. Dort werden wir alles geben. Jetzt gilt es, das Ruder herumzureißen", hielt der Rechtsverteidiger fest, der gleichwohl die Fans "um Verzeihung" bat und versprach, "dass wir in den nächsten Partien unser Leben geben werden".
Die Pressestimmen aus Spanien zur Real-Blamage
Marca: "Ein Madrid, das wahrlich beschämend ist. Ein Madrid im freien Fall. Ein enttäuschender Einstand für Arbeloa als Trainer einer schwächelnden Mannschaft. Das Problem liegt nicht beim Trainer. Das Schlimmste, was Real Madrid passieren konnte, war das Aufklaren des Nebels, der das Carlos-Belmonte-Stadion in den ersten 20 Minuten des Spiels eingehüllt hatte. Er enthüllte die beschämende Leistung, die sie aus der Copa del Rey warf. Die Krise bei Real Madrid ist außerordentlichen Ausmaßes: Zwei Titel gingen innerhalb von drei Tagen verloren, ein Trainer wurde entlassen und ein weiterer startet schwer angeschlagen. Und zu glauben, dass diese Mannschaft LaLiga oder die Champions League gewinnen kann, ist reine Illusion."
AS: "Albacete schreibt Geschichte und wirft ein seelenloses Real Madrid im ersten Spiel unter Arbeloa aus dem Wettbewerb. Jefté mit einem Doppelpack und einem Tor in der 94. Minute als Held. Mit einem Gesicht, als hätte er Freddy Krueger gesehen – nur in einem echten Albtraum. Álvaro Arbeloa debütierte im Belmonte, als würde er auf einer Bananenschale ausrutschen, und wurde damit zum dritten Trainer in der Geschichte des Klubs, der sein erstes Spiel mit einem verlorenen Titel beginnt."
SPORT: "Real Madrid erlitt im Carlos Belmonte einen historischen Rückschlag. Albacete, das in der Segunda División dem Abstieg in die Primera RFEF nahe ist, war den Blancos im ersten Spiel von Álvaro Arbeloa überlegen. Es war ein lächerliches Ausscheiden, denn die Madridistas, ohne Schwergewichte wie Tchouaméni, Mbappé oder Bellingham, waren einem Gegner unterlegen, der wie der höherklassige wirkte. Das 3:2 im Achtelfinale des Pokals hinterlässt mehrere Schuldige."
Mundo Deportivo: "Arbeloa gab sein Debüt auf der Blancos-Bank und sagte direkt der Copa del Rey Lebewohl - der zweite Titel, den Real Madrid innerhalb von vier Tagen verliert. Das Debüt von Arbeloa endete im totalen Desaster. Es war ein 'Hallo und Tschüss' des Trainers im Pokal, und mit ihm verabschiedete sich auch Real Madrid, das innerhalb von vier Tagen den spanischen Supercup verloren hat und nun im Pokal an einem mutigen Albacete gescheitert ist, das in der zweiten Liga um den Klassenerhalt kämpft. Jetzt bleibt abzuwarten, was bei Real Madrid passiert, dem nur noch Liga und Champions League bleiben, um zu versuchen, eine Saison zu retten oder zumindest zu kaschieren, die sehr danach aussieht, ohne Titel zu enden - und die für die Blancos sehr lang zu werden droht."
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