Diese Ausgangslage hätten die Fans von Werder Bremen vor einigen Wochen wohl alle unterschrieben. Nach zuletzt drei Siegen aus vier Spielen steht Werder Bremen auf dem 14. Tabellenplatz der Bundesliga und hat zudem ein Vier-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz.
Grund zur Entspannung sieht SVW-Geschäftsführer Klaus Filbry aber noch lange nicht - ganz im Gegenteil. "Wir gehen die kommenden Wochen mit demselben Fokus an, weil wir uns nach wie vor mitten im Kampf um den Klassenerhalt befinden. Positiv ist unser Trend und dass wir unser Schicksal selbst in der Hand haben", betonte der 59-Jährige vor dem Saisonendspurt gegenüber Bild.
Bleibt Thioune auch im Abstiegsfall? Filbry weicht aus
Einen großen Anteil daran hat zweifelsfrei auch Trainer Daniel Thioune, der die Norddeutschen nach anfänglichen Schwierigkeiten auf die Erfolgsspur zurückgebracht hat. Laut Filbry war zuletzt aber das Kollektiv aus Mannschaft, Trainerteam und Fans entscheidend. "Gegen Heidenheim hat uns das gesamte Stadion zum Sieg getragen", blickt er zurück.
Da es Thioune geschafft hat, "in die Köpfe der Spieler zu kommen", sieht Filbry den 51-Jährigen auch perspektivisch bei Werder. Ob er aber auch im Abstiegsfall bleiben würde, wollte der Bremer Chef nicht verraten. "Ich gehe vom Erstliga-Verbleib aus. Dann wird er unser Trainer sein", sagte Filbry.
Werder-Boss stärkt Fritz den Rücken - Was passiert mit Coulibaly?
Spürbar weniger Kredit genießt Werders Kaderplaner Clemens Fritz. Die Kritik am Geschäftsführer Profifußball war aufgrund des zusammengestellten Kaders, der lange Zeit eine enttäuschende Saison spielte, groß. Doch nun stärkte Filbry dem Ex-Profi den Rücken.
"Ich halte sehr viel von ihm, wir arbeiten sehr eng und gut zusammen. Er hat Fehler offen eingeräumt, Lösungsvorschläge präsentiert und viel reflektiert. Er ist meiner Meinung nach der richtige Mann an der richtigen Position, der die richtigen Schlüsse aus den Fehlern gezogen hat", erklärte Filbry.

Demnach deutet alles darauf hin, dass Fritz auch im Sommer wieder die Chance bekommt, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Gleichzeitig steht er vor der Aufgabe, Geld durch Spielerverkäufe einzunehmen. Eine hohe Summe verspricht der mögliche Verkauf von Innenverteidiger-Talent Karim Coulibaly, der dem Vernehmen nach längst von größeren Klubs umworben wird.
Eine mögliche Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro für das Abwehrjuwel seien laut Filbry aber lediglich "Spekulationen in der Öffentlichkeit". Der Vorsitzende der Geschäftsführung sagt aber auch: "Ein offenes Geheimnis ist, dass wir Transfererlöse erzielen wollen. Das gehört für fast alle Klubs der Liga dazu."
Werder bliebe auch im Abstiegsfall handlungsfähig
Im Fokus steht aber zunächst einmal der Klassenerhalt. Und sollte dieser nicht gelingen, so müssten sich die Fans immerhin - anders als noch beim letzten Abstieg 2021 - keine Sorgen um die Existenz des Vereins machen.
"Ein möglicher Abstieg wäre finanziell nicht mit dem von vor fünf Jahren vergleichbar. Damals kam nämlich noch Corona hinzu. Wir müssten zwar Mindereinnahmen von 45 bis 50 Mio. Euro hinnehmen, würden die Auflagen der DFL aber problemlos erfüllen. Und wir wären immer noch so handlungsfähig, dass ein direkter Aufstieg möglich wäre", erklärte Filbry, schob jedoch hinterher: "Wir wollen die Klasse unbedingt halten!"
