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60 Millionen Euro oder mehr? Der Sommer-Verkaufsplan beim FC Bayern

Max Eberl braucht Einnahmen durch Spielerverkäufe. Was für die Bayern und den Sportvorstand diesen Sommer noch drin ist.
Auf Max Eberl wartet weiter viel Arbeit
Auf Max Eberl wartet weiter viel Arbeit | IMAGO/osnapix

Max Eberl und Christoph Freund haben beim FC Bayern gemeinsam in den letzten Monaten erfolgreiche Arbeit geliefert. Eine Vertragsverlängerung der Sportchefs über 2027 hinaus gilt beim Rekordmeister aber dennoch nicht als gesichert. Vor allem Sportvorstand Max Eberl muss in diesem Sommer offenbar erst noch weiter liefern, ehe die Klubführung grünes Licht für einen neuen Vertrag gibt. Sportdirektor Freund scheint da schon fester im Sattel zu sitzen.

Wobei auch die Tendenz bei Eberl immer stärker in Richtung Vertragsverlängerung geht. Ein wichtiger Grund dafür: In diesem Sommer konnten bereits einige Spieler verkauft werden. Der Münchner Aufsichtsrat soll von Eberl weitere Einnahmen fordern, ehe Ende August bei der nächsten Aufsichtsratssitzung endgültig über die Eberl-Zukunft entschieden wird.

  1. Die bisher fixen Transfer-Einnahmen
  2. Wen die Bayern noch verkaufen wollen
  3. Wer die Bayern verlassen darf
  4. Prognose: realistische Transfer-Einnahmen

Die bisher fixen Transfer-Einnahmen

Gelungen sind angedachte Verkäufe bisher bei vier Akteuren, während mit Leon Goretzka und Raphael Guerreiro zwei Gut- (Guerreiro) bis Top-Verdiener (Goretzka) von der Gehaltsliste gestrichen werden konnten. Das Torhüter-Duo Daniel Peretz und Alexander Nübel hat zusammen über 14 Millionen Euro gebracht, wobei vor allem bei Nübel noch Boni winken. Auf der anderen Seite musste man ihm wohl aber auch eine Abfindung zahlen, um das niedrigere Gehalt bei Besiktas auszugleichen.

Nach seiner Leihe zum FC Fulham fest verabschiedet hat sich auch schon Jonah Kusi-Asare. Für den schwedischen Torjäger kassieren die Bayern fixe sechs Millionen Euro plus Boni. Maurice Krattenmacher ist derweil nach seiner Leihe zur Hertha fest zu Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg gewechselt. Wie hoch die Ablöse hier ausfiel, ist weiter nicht bekannt.

Clever verhandelt: Die Bayern haben sich bei den Youngstern Kusi-Asare und Krattenmacher dem Vernehmen nach die Option vertraglich zusichern lassen, um sie bei starker Entwicklung zurückholen zu können. Solche Rückkaufoptionen werden auch in München immer stärker genutzt – siehe Noel Aseko.

Spieler

fixe Ablöse

neuer Klub

Daniel Peretz

8 Mio. €

FC Southampton

Alexander Nübel

6,25 Mio. €

Besiktas

Jonah Kusi-Asare

6 Mio. €

FC Fulham

Maurice Krattenmacher

?

SV Elversberg

Ablöse-Angababen via transfermarkt.de


Wen die Bayern noch verkaufen wollen

Bei diesen vier Verkäufen soll und wird es beim FCB diesen Sommer sicher nicht bleiben. Die deutlichsten Verkaufskandidaten aus dem aktuellen Kader sind die Leih-Rückkehrer Sacha Boey, Joao Palhinha und Bryan Zaragoza.

Bei Palhinha hatte sich ein Verbleib bei den Spurs zerschlagen, weil dort mit Mateus Fernandes und Sandro Tonali ein neues Mittelfeld-Duo für über 200 Millionen Euro verpflichtet wurde. Die heißeste Spur beim Sechser führt derzeit zu Benfica, wo sein ehemaliger Trainer aus Fulham-Tagen, Marco Silva, übernommen hat. Ein Deal für rund 15 bis 20 fixe Millionen Euro plus Boni erscheint realistisch.

Weniger Einnahmen würden Boey und Zaragoza bringen. Letzterer weckt zwar Interesse aus seiner spanischen Heimat. Mehr als ein Deal per Leihe mit Kaufoption oder -pflicht scheint diesen Sommer aber kaum drin. Maximal zehn Millionen Euro dürften noch herauszuholen sein.

Das wäre wohl auch der Optimalfall bei Boey, für den man 2024 noch 30 Millionen Euro Ablöse zahlte. Auch beim Franzosen scheint die Wahrscheinlichkeit höher, dass es auf eine erneute Leihe mit Kaufoption oder -pflicht hinausläuft.

Vom Duo Lovro Zvonarek und Armindo Sieb wollen sich die Bayern ebenfalls trennen. Beide kommen von Leihen zurück und haben nur noch ein Jahr Vertrag. Entsprechend würde man sich definitiv endgültig trennen. Spielmacher Zvonarek konnte weder in Graz noch in Zürich andeuten, dass er FCB-Niveau hat. Gut möglich, dass es den 21-Jährigen nun zurück nach Kroatien zieht. Ende Mai wurde HNK Rijeka als Abnehmer gehandelt.

Eine nennenswerte Ablöse kann sich der FCB nicht mehr erhoffen. Hoch würde diese auch bei Armindo Sieb nicht ausfallen. Der 23-jährige Stürmer konnte sich in zwei Mainz-Jahren kaum durchsetzen. Vier Tore und drei Assists in drei Bundesliga-Partien sind kein Empfehlungsschreiben. Womöglich findet der ehemalige U21-Nationalspieler einen Platz bei einem ambitionierten Zweitligisten.

Weiter sind die Münchner derweil bei Jonathan Asp Jensen. Der junge Däne wird sich La-Liga-Aufsteiger Deportivo A Coruna anschließen. Satte sechs bis sieben Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung winken den Bayern.

Spieler

Marktwert - Vertrag bis

mögliche Ablöse

interessierte Klubs

Sacha Boey

10 Mio. € - 2028

ca. 10 Mio. €

?

João Palhinha

15 Mio. € - 2028

ca. 20 Mio. €

Benfica

Bryan Zaragoza

8 Mio. € - 2029

ca. 10 Mio. €

FC Sevilla, Alaves, Espanyol

Jonathan Asp Jensen

4 Mio. € - 2028

6-7 Mio. €

Deportivo A Coruna

Lovro Zvonarek

1,8 Mio. € - 2027

< 1 Mio. €

HNK Rijeka

Armindo Sieb

2,5 Mio. € - 2027

< 1 Mio. €

?


Wer die Bayern verlassen darf

Es gibt noch weitere FCB-Spieler, die Eberl im Sommer zu Geld machen könnte. Allen voran Eigengewächs Noel Aseko, den man für 2,5 Millionen Euro von Hannover 96 zurückgekauft hat. Eintracht Frankfurt will den 20-jährigen Sechser unbedingt. Dem Vernehmen nach sind sich die Klubs so gut wie einig. Und auch die Aseko-Zustimmung dürfte bald folgen. Dann winken den Münchnern rund zwölf bis 15 Millionen Euro Ablöse.

Bei guten Angeboten wären die FCB-Bosse ziemlich sicher auch in der Abwehr gesprächsbereit. Speziell bei Min-jae Kim und Hiroki Ito. Beide sind nur Backups mit Vertrag bis 2028, haben aber gut dotierte Verträge. Vor allem Kim soll in München gut abkassieren und scheint deshalb auch nicht unbedingt an einen Abschied zu denken.

Spieler

Marktwert - Vertrag bis

mögliche Ablöse

interessierte Klubs

Noel Aseko

12 Mio. € - 2028

12-15 Mio. €

Eintracht Frankfurt

Min-jae Kim

20 Mio. € - 2028

30-35 Mio. €

?

Hiroki Ito

18 Mio. € - 2028

ca. 20 Mio. €

?


Prognose: realistische Transfer-Einnahmen

Im Idealfall sorgt Eberl diesen Sommer für elf bis zwölf Abgänge. Der Erfolg der Verkäufe hängt dabei maßgeblich am Trio Palhinha, Boey und Zaragoza, mit denen sportlich überhaupt nicht mehr geplant wird. Anders wäre das bei Verkäufen von Kim oder Ito. In dem Fall bräuchte es einen Ersatz.

realistische Transfer-Einnahmen:

Spieler

fixe Ablöse

neuer Klub

João Palhinha

15 Mio. €

Benfica

Noel Aseko

12 Mio. €

Eintracht Frankfurt

Daniel Peretz

8 Mio. €

FC Southampton

Sacha Boey

8 Mio. €

? (Galatasaray)

Bryan Zaragoza

7 Mio. €

? (La Liga)

Alexander Nübel

6,25 Mio. €

Besiktas

Jonah Kusi-Asare

6 Mio. €

FC Fulham

Jonathan Asp Jensen

6 Mio. €

Deportivo A Coruna

Maurice Krattenmacher

2 Mio. €

SV Elversberg

Lovro Zvonarek

500.000 €

HNK Rijeka

Armindo Sieb

500.000 €

? (2. Liga Deutschland)

Einnahmen insgesamt: 65,25 Millionen Euro

Eine Gesamt-Summe von über 60 Millionen Euro sollte sich für Eberl durch Verkäufe diesen Sommer erzielen lassen. Gelingt das, hätte der Sportvorstand seinen Posten weiter sicher und die Bayern hätten nur Spieler abgegeben, die die Gesamtstärke des Kaders kaum oder gar nicht verringern.

Gut vorstellbar, dass der Bayern-Aufsichtsrat dann auch noch einen weiteren Neuzugang genehmigen würde. Bei einem Aseko-Abgang könnte hier das Mittelfeldzentrum besonders in den Fokus rücken.


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