Real Madrid steht nur noch wenige Tage vor dem Start in die Saison 2026/27, und es gibt viele Unbekannte rund um den größten Verein der Welt unter dem polarisierenden und unberechenbaren José Mourinho.
Los Blancos befinden sich seit zwei Jahren in einer Abwärtsspirale, deren deutlichstes Zeichen das Versäumnis ist, in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten einen großen Titel zu gewinnen. Zudem haben sie drei Trainerwechsel, einen internen Konflikt in der Mannschaft und mehrere Verletzungsserien durchgemacht, die sogar die größten Probleme des Teams auf dem Platz in den Schatten stellten.
In dieser Saison winkt ein Neuanfang, der entweder eine Rückkehr zu altem Ruhm oder völliges Chaos verspricht. Im Bernabéu gibt es selten einen Mittelweg: Jeder Erfolg wird um ein Vielfaches gefeiert, und jeder Misserfolg wird von Millionen Fans auf der ganzen Welt verurteilt.
In der gesamten spanischen Hauptstadt herrscht die Hoffnung, dass die Saison 2026/27 Real Madrid wieder auf sein fast unerreichbares Niveau zurückbringen kann – aber nur, wenn Mourinho und seine Spieler Lösungen für verschiedene Probleme finden.
Werden Mbappé und Vinicius Jr. endlich zusammenfinden?
Seit Kylian Mbappé vor der Saison 2024/25 zu Real Madrid gewechselt ist, lief bei den Madrilenen nicht viel rund. Obwohl er in 103 Einsätzen 86 Tore erzielte, hatte der Franzose Schwierigkeiten, sich nahtlos in den Angriff der Mannschaft einzufügen.
Mbappé und Vinicius Junior fehlte in den letzten beiden Spielzeiten die Chemie, wenn sie nebeneinander spielten. Die beiden besetzen gerne dieselben Räume auf dem linken Flügel, wodurch eine riesige Lücke im Zentrum des Angriffs entsteht. Außerdem neigen sie dazu, alles alleine machen zu wollen, während der andere auf eine Vorlage wartet, die nie kommt.
Tatsächlich läuft der Angriff in der Regel besser, wenn Mbappé oder Vinicius ohne den anderen spielen. Natürlich gab es auch Lichtblicke, wenn die beiden gemeinsam auf dem Platz standen, doch diese sind selten.
Wenn Real Madrid in der Saison 2026/27 einen großen Titel holen will, müssen sich die beiden Superstar-Stürmer endlich aufeinander abstimmen.
Wird Mourinho mit der von Egos beherrschten Mannschaft aneinandergeraten?
Mourinhos Rückkehr ins Bernabéu verspricht Feuerwerk. Der Trainer war zuvor von 2010 bis 2013 drei Jahre lang bei Real Madrid tätig und hatte sich bei seinem Abschied öffentlich mit Iker Casillas, Cristiano Ronaldo und Karim Benzema überworfen.
Nun ist The Special One zurück in einer Umkleidekabine, die erneut von Egos beherrscht wird – und diesmal haben die Spieler eine Vorgeschichte spannungsgeladener und manchmal sogar körperlicher Auseinandersetzungen untereinander. Eine Persönlichkeit wie Mourinho in ein ohnehin schon explosives Umfeld zu werfen, könnte eine Katastrophe heraufbeschwören.
Bislang kommt der neue Trainer gut mit seinen Spielern zurecht. Jude Bellingham bezeichnete die Zusammenarbeit mit Mourinho als "einen Traum", und Mbappé betonte, wie positiv es sei, einen Trainer zu haben, der "weiß, wie man gewinnt".
Es bleibt jedoch abzuwarten, wie all die großen Namen, großen Egos und starken Persönlichkeiten miteinander auskommen werden, sobald der Druck durch die Spiele in La Liga, der Champions League, der Copa del Rey und des spanischen Supercups zunimmt.
Was ist die Lösung für Real Madrids Probleme im Mittelfeld?
Real Madrid hätte schon seit Toni Kroos’ Rücktritt im Sommer 2024 einen tief stehenden Spielmacher verpflichten müssen. Doch der Verein hat dies in den folgenden Transferperioden versäumt und sich stattdessen auf die Verpflichtung von Verstärkungen in der Abwehr und im Angriff konzentriert.
Infolgedessen haben die Königlichen Schwierigkeiten, Spiele zu kontrollieren und tiefe Abwehrreihen zu knacken. Spieler wie Federico Valverde, Aurelien Tchouameni und Eduardo Camavinga halten den Ball allzu oft, ohne nach vorne zu drängen, und spielen ihn meist seitwärts oder rückwärts weiter.
Die Verpflichtung von Rodri hätte die Zusammensetzung des Mittelfelds drastisch verbessern können, doch der frisch gekürte Weltmeister entschied sich stattdessen für den FC Barcelona. Real Madrid hat nun in diesem Sommer nur noch seinen ehemaligen Teamkollegen von Manchester City, Bernardo Silva, als neues Gesicht im Mittelfeld.
Der Druck lastet nun auf Silva, das schwächelnde Mittelfeld wieder auf Kurs zu bringen, doch Mourinho könnte auch versuchen, Trent Alexander-Arnold im Mittelfeld einzusetzen, sollte der Mannschaft der kreative Funke fehlen.
Wie werden die Neuzugänge mit dem Druck umgehen?
Neben Silva begrüßte Real Madrid in diesem Sommer Marc Cucurella, Yan Diomande, Denzel Dumfries, Ibrahima Konaté und Carlos Espi in der spanischen Hauptstadt. Cucurella wird voraussichtlich die linke Abwehrseite besetzen, während Diomande den rechten Flügel übernimmt. Konaté könnte unterdessen in der Innenverteidigung starten, solange Eder Militao verletzt ist.
Die voraussichtlichen Stammspieler könnten den entscheidenden Unterschied für eine Mannschaft ausmachen, die Barcelona unbedingt die spanische Meisterschaft entreißen will. Alle drei Positionen waren in den letzten beiden Spielzeiten Problempositionen für den 15-fachen CL-Sieger – und nun liegen die Lösungen auf dem Tisch.
Es liegt nun an den Spielern, dem neuen Wappen auf ihren Trikots gerecht zu werden. Der Druck lastet insbesondere auf dem 19-jährigen Diomande, der im Rahmen eines Transfers im Wert von bis zu 140 Millionen Euro von RB Leipzig zum Verein kam.
Real Madrid erwartet Großes von dem schnellen Flügelspieler und wird wahrscheinlich nicht lange auf Ergebnisse warten.
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