Es ist eine dieser Geschichten, wie sie wohl nur der Fußball schreibt. Als Yan Couto den BVB Anfang August 2026 in Richtung Italien verließ, war die Ernüchterung in Westfalen groß. Der 24-jährige Brasilianer, der im Sommer 2025 für stolze 20 Millionen Euro von Manchester City verpflichtet wurde, kam in Dortmund nie wirklich über die Rolle des Reservisten hinaus. An Stamm-Rechtsverteidiger Julian Ryerson war für ihn trotz guter Ansätze einfach kein Vorbeikommen.
Nach 62 Pflichtspielen ,drei Toren, vier Vorlagen, zog der BVB die Reißleine und verlieh Couto an den italienischen Erstligisten Como 1907. Was zunächst wie Schadensbegrenzung aussah, entwickelt sich nun zu einer echten Win-win-Situation für alle Beteiligten – und lässt die Dortmunder Kassen möglicherweise klingeln.
Traumstart in der Serie A
Unter Como-Trainer Cesc Fàbregas hat Couto einen herausragenden Start hingelegt. Die Bilanz der ersten drei Ligaspiele liest sich makellos: Dreimal Startelf, sieben Punkte. Beim jüngsten 4:1-Erfolg gegen den CFC Genua am vergangenen Freitag krönte der Außenverteidiger seine starke Frühform.
In der 40. Minute schlug der Brasilianer einen feinen Steilpass genau in den Lauf von Spielmacher Nico Paz, der eiskalt zur 3:1-Vorentscheidung einnetzte. Es war Coutos erste Torvorlage im neuen Trikot. Kurz zuvor hätte er den Ball mit einem gefährlichen Schlenzer von der Strafraumkante fast sogar selbst im Winkel versenkt. Die Formkurve des vierfachen brasilianischen Nationalspielers zeigt steil nach oben.
Wird aus dem Flop ein Happy End für Dortmund?

Hält der Rechtsverteidiger dieses Niveau, winkt dem BVB im kommenden Sommer ein unverhofftes Happy End. Denn die Leihe ist für die Dortmunder finanziell äußerst lukrativ konstruiert. Como zahlte bereits eine fixe Leihgebühr in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro und übernimmt zudem das komplette üppige Jahresgehalt Coutos, von geschätzt 5 Millionen Euro. Damit ist das BVB-Budget bereits jetzt massiv entlastet.
Der eigentliche Clou folgt jedoch am Saisonende: Die Italiener sicherten sich eine Kaufoption in Höhe von 22 Millionen Euro. Angesichts der starken Auftritte des 24-Jährigen wird es immer wahrscheinlicher, dass Como diese Option im Sommer ziehen wird.
Für den BVB würde das bedeuten: Zählt man die eingesparten Gehälter, die Leihgebühr und die Kaufoption zusammen, gehen die Dortmunder aus diesem vermeintlichen Transfer-Missverständnis am Ende sogar mit einem satten finanziellen Plus heraus. Zudem hat sich Schwarz-Gelb für den Fall eines festen Wechsels auch noch eine Weiterverkaufsbeteiligung zusichern lassen. Der Dortmunder Plan mit Couto scheint auf Umwegen doch noch perfekt aufzugehen.
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