Die beiden höchsten deutschen Spielklassen bestehen im Grunde aus insgesamt 36 Profivereinen, die ihre Ligazugehörigkeit Jahr für Jahr und Saison für Saison aufs Neue in zwei je 18 Teams fassenden Ligen beweisen und bestätigen müssen. Der Bundesliga und der 2. Bundesliga.
Genau diese ganz persönlichen sportlichen Ansätze und Ziele gliedern sich für jeden einzelnen Verein aber wiederum in ganz vielfältige neue Gesichtspunkte, Chancen und Hindernisse auf.
Dazu gehören neben der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit in Form der Kaderentwicklung sowie den sportlichen Zielen beispielsweise aber auch die finanziellen Gesichtspunkte durch Vermarktung, Spieler-Verkäufe, Neuzugänge oder Ticketing. Nicht zu vergessen ist dabei auch, dass man über den Tellerrand hinaus auch die deutsche Nationalmannschaft und den deutschen Nachwuchs stärken möchte.
Ebenso wichtig ist, dass jeder Verein neben der Zukunft auch nie die Vergangenheit und Geschichte des Klubs und seine treuen Fans aus dem Blick verlieren darf, die sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart und Zukunft des Vereins verkörpern und mittragen.
Bundesliga ist bei Bayern-Übermacht ratlos
Während die 2. Bundesliga auf ihrem Level zu den besten und spannendsten Ligen des europäischen Fußballs gehört und sich in einem stets engen Teilnehmerfeld jede Spielzeit neue Favoriten für Auf- und Abstieg herauskristallisieren, liegen die zentralen Frage eine Spielklasse darüber teils ganz woanders.
Auch dort muss natürlich Geld verdient und sportlicher Erfolg messbar gemacht werden. Allerdings gibt es, anders als in der 2. Bundesliga, im deutschen Oberhaus mit dem FC Bayern München einen unerschütterlichen Top-Favoriten, der schier uneinholbar davongezogen scheint. In den letzten 14 Jahren kam der deutsche Meister schließlich 13 Mal aus der bayerischen Landeshauptstadt.
Eine der zentralen Fragen in der Bundesliga lautet daher seit langer Zeit: Wie stoppt man die Übermacht aus München und macht die Bundesliga am oberen Tabellenende auf lange Sicht wieder spannender?
Eine Frage, die zuletzt auch Lothar Matthäus recht deutlich beantwortete: Eigentlich gäbe es nur einen anderen Meister-Favoriten in der Bundesliga, wenn der FC Bayern nicht mehr in der Liga wäre. Doch das kann nicht der Ansatz sein und es hat mich zum Nachdenken gebracht.

Ehrlicherweise scheint es im bisherigen Modus keine sinnvolle Antwort auf genau diese Frage zu geben, denn die Münchner sind sportlich und finanziell mittlerweile in einer anderen Welt als der Rest des deutschen Fußballs angekommen und machen das über die Dauer einer Spielzeit oft mit Leichtigkeit klar. Das muss man nicht grundsätzlich schlecht finden, denn der Erfolg des Rekordmeisters wurde nicht verschenkt sondern erarbeitet.
Dennoch darf man überlegen, wie man dem Ganzen Abhilfe schaffen könnte, um die Chancengleichheit beim Thema Titelgewinn und die Spannung im Ligabetrieb zu erhöhen, ohne dabei den finanziellen Gesichtspunkten und dem Image der Liga zu schaden und sportliche Errungenschaften außer Acht zu lassen.
XXL-Revolution im deutschen Fußball?
Und genau da habe ich über ein Modell nachgedacht, das allen Beteiligten möglicherweise mehr helfen als zusätzlich schaden könnte.
Bislang ist altbekannt: Sowohl die 1. als auch die 2. Bundesliga treten mit je 18 Vereinen an. In der ersten Bundesliga geht es neben der Meisterschaft auch um die internationalen Plätze für die Champions-, Europa- und Conference League sowie den Klassenerhalt.
Die zwei punkteschwächsten Vereine der Bundesliga steigen am Ende der 34 Spieltage andauernden Spielzeit direkt ab. Der drittschlechteste Verein hat seit ein paar Jahren wieder die Chance, sich in der Relegation mit dem Drittplatzierten der zweiten Liga zu messen.
In der 2. Bundesliga geht es neben den zwei direkten Aufstiegsplätzen und der Chance des Drittplatzierten, per Relegation doch noch aufzusteigen, am Tabellenende auch um den Verbleib in der 2. Liga. Gleiches Bild: Zwei gehen direkt runter und der drittschlechteste Verein einer Spielzeit hat in der Relegation mit dem Drittplatzierten der 3. Liga noch die Chance auf den Verbleib im Unterhaus.
Wie könnte man die Bundesligen verbessern?
Wie könnte man also die sportlichen Qualitäten der beiden Ligen so aneinander anpassen und abändern, um aus sportlicher Perspektive einen möglichst hohen Gesamtnutzen zu erzielen, ohne dass sich die finanziellen Faktoren für irgendeine Partei verschlechtern und bei dem man die speziellen Bedürfnisse beider Spielklassen individuell abdeckt?

Zum einen muss berücksichtigt werden, dass sich die finanziellen Machtverhältnisse nicht noch weiter verschieben dürfen, denn ansonsten würde der ohnehin schon große Abstand der Auf- und Abstiegskandidaten beider Ligen zu den stärkeren Klubs weiter zunehmen. Zum anderen muss die sportliche Leistung und Arbeit aber immer im Vordergrund stehen und die verdiente Belohnung am Saisonende so wenig wie möglich verfälscht werden. Unter dem Strich muss es so bleiben, dass diejenigen die erfolgreicher sind, auch mehr davon haben.
Deshalb ein Reformvorschlag für die beiden höchsten Spielklassen, um möglichst viele Kernprobleme abzuschaffen und die Qualität insgesamt anzuheben.
Wie macht man die Bundesliga besser und wettbewerbsfähiger?
Kernthemen der Bundesliga:
- sportliche Vormachtstellung des FC Bayern durchbrechen
- Spannung in den Meisterkampf zurückbringen
- Finanziell nicht noch mehr von Ligen wie der Premier League abhängen lassen
- Wirtschaftlichen Wert pro Klub erhöhen
- Weiterentwicklungsmöglichkeiten durch bessere Verteilung der Ressourcen
- Attraktivität der Liga weiter steigern
Vorschlag: Bundesliga von 18 auf 16 Teams verkleinern
Mit Blick auf die Bundesliga könnte man die Meisterschaft in weiten Teilen komplett neu gestalten. Hierfür wäre möglicherweise ein Schnitt von derzeit 18 auf nur noch 16 Teams nötig, um die Gesamtqualität der Liga zu erhöhen und die Belastung der einzelnen Klubs, die auch international vertreten sind, nicht weiter zu überstrapazieren, ohne dass dabei finanzielle Mittel verloren gehen. Weiterer wichtiger Kernpunkt: Die Förderung einheimischer Talente auf bestmöglichem Niveau.
Wie könnte eine Bundesliga-Saison mit 16 Vereinen aussehen?
- 16 Vereine
- 30 reguläre Spieltage pro Team
- 240 Ligaspiele
- Meister-Playoffs
- Abstiegsrelegation im Gruppenformat
- mehr Spannung bis zum Schluss
- dichtere Qualität
Doch mit der bloßen Reduzierung auf 16 Teams ist die Idee noch nicht zu Ende erzählt. Anstelle des bisherigen Modells, das den Meister spätestens am letzten Spieltag der regulären Saison kürt, würde sich am Ende der Saison Meisterschafts-Playoffs anbieten, in der beispielsweise die sechs besten Teams um die deutsche Fußballkrone spielen.
Beispiel: Die beiden Erstplatzierten sind direkt für das Halbfinale qualifiziert, die vier Teams dahinter duellieren sich in einer Playoff-Runde um die zwei weiteren Halbfinalplätze.
Nimmt man die Vorsaison 2025/26 als Beispiel, so hätte es folgendermaßen ausgesehen: Der FC Bayern wäre in Halbfinale eins und Borussia Dortmund in Halbfinale zwei gesetzt und wäre auf die beiden Sieger der Pools aus RB Leipzig, VfB Stuttgart, TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen getroffen.
Stellen wir uns vor, die Halbfinals hätten am Ende dann FC Bayern gegen Stuttgart und Dortmund gegen Leipzig geheißen und das Endspiel Bayern gegen Dortmund, dann kann man sich neben der sportlichen Attraktivität dieser Idee wohl auch ausmalen, wie viel Mehrwert in einem solchen Format sportlich wie finanziell erkennbar wäre. Spiele am Saisonende, in denen es um wirklich noch etwas geht, ziehen auch deutlich mehr Aufmerksamkeit, Vermarktungsspielraum und Sponsoringfläche auf sich.
Mögliche Meister-Playoffs
- 1. & 2. der regulären Saison sind im Halbfinale gesetzt
- 3., 4., 5. & 6. spielen um verbleibende zwei HF-Plätze
- Sieger aus den beiden HF ziehen in Endspiel ein
- Endspiel entscheidet über Meisterschale
- zusätzliche Vermarktungsplattform

Durch den Playoff-Meister-Modus könnten Teams, die zwar am FC Bayern dran sind, aber punktetechnisch nicht auf Dauer mithalten können, bis zum Schluss einer Spielzeit darauf hoffen, ein Wörtchen um die Schale mitzureden. Und: Die Bayern sind in einem Spiel allemal zu schlagen.
FC Bayern könnte von Meister-Playoffs sogar profitieren
Für den Rekordmeister selbst wirkt die Idee anfangs vielleicht wie eine Benachteiligung, weil nicht nach dem vermeintlich fairen Saisonende und der punktetechnischen Aussagekraft entschieden wird.
Doch der FC Bayern wäre so bis zum Ende einer Saison permanent gefordert und könnte es sich nicht erlauben, die Flughöhe mit einer bereits mehrere Spieltage sicheren Meisterschale zu verringern. Das käme den Münchnern auch international zugute, wenn die Spannung über die gesamte Dauer einer Saison hoch wäre und es in der Champions League in die heiße Phase geht.

Durch die Reduzierung um zwei Teams könnte die sportliche Qualität insgesamt deutlich zunehmen. Dies würde den Abstiegskampf ebenso wie das obere Tabellendrittel wieder enger zusammenbringen.
Die vermeintlichen Kanonenfutter-Teams würden so außerdem deutlich seltener im Oberhaus auftauchen, weil sich die Gesamtqualität erhöhen würde, und es schwerer wäre erstklassig zu spielen oder sich dort zu halten. Dafür wäre jedoch auch ein noch stärkerer Unterbau erforderlich, also eine noch bessere 2. Bundesliga.
Das graue Mittelmaß: Fördern durch Fordern
Aufgrund des stets eng beieinanderliegenden Teilnehmerfelds der 2. Bundesliga schafften in den letzten Jahren immer wieder kleinere Underdogs den Sprung ins Oberhaus, egal ob diese nun SpVgg Unterhaching, Holstein Kiel, SC Paderborn, 1. FC Heidenheim oder SV Elversberg hießen. Trotz aller Bemühungen müssen solche Vereine häufig nach einer überraschend guten ersten Saison wieder den Koffer packen und in die Zweitklassigkeit absteigen. Manchmal endet das sogar mit dem direkten Durchreichen in die Ligen darunter und schadet eher als es hilft.

Was man in den letzten Jahren im Abstiegskampf der Bundesliga ebenfalls beobachten konnte, war, dass es recht selten zu echten Klassenerhalt-Krimis für die Teams ganz unten kam. Am letzten Spieltag ging es häufig vor allem um den Relegationsplatz, um den noch Spannung herrschte. Heißt auch: Sowohl der Tabellenletzte als auch der Vorletzte hatten noch vor dem finalen Schlusspfiff einer Spielzeit gar keine oder nur noch eine geringe Chance auf eine späte Rettung.
Auch das graue Mittelmaß der Liga wäre somit deutlich mehr gefordert, echten Wettbewerb zu betreiben, um nicht in die breitere und dann sehr nahe Abstiegszone zu rutschen.
Der Bundesliga-Abstiegskampf der letzten Jahre
Saison | Punkte Platz 17 nach 34. Spieltag | Punkte Platz 18 nach 34. Spieltag | Punkteabstand des 17. zur Relegation | Punkteabstand des 17. zum rettendem Ufer |
|---|---|---|---|---|
25/26 | 26 | 26 | 3 | 7 |
24/25 | 25 | 25 | 4 | 6 |
23/24 | 27 | 17 | 6 | 6 |
22/23 | 31 | 29 | 2 | 3 |
21/22 | 28 | 18 | 5 | 5 |
20/21 | 31 | 16 | 2 | 4 |
19/20 | 30 | 20 | 1 | 6 |
Weniger Quantität und mehr Qualität?
Vielleicht wäre es also ein durchaus gewinnbringender Ansatz, die Bundesliga in ihrer Quantität um zwei Teams zu verkleinern, um die Qualität der Liga letztlich zu erhöhen? Die Bundesligaspiele würden in ihrer Qualität steigen und somit auch an Bedeutung für die Fans und Sponsoren.
Bei ungefährer Beibehaltung der aktuellen Finanzstrukturen würden auf die dann 16 statt 18 Vereine im Oberhaus am Ende auch mehr TV-Gelder entfallen. Dabei würde es sich wohl um rund zwölf Prozent mehr handeln. Allerdings muss die Frage auch gestellt werden, um wie viel ein Geldtopf schrumpfen dürfte, damit sich dieses Format lohnt.
Auch im Abstiegskampf der Bundesliga wäre dann eine Revolution denkbar. Insgesamt gäbe es in meinem Modell dann vier statt drei Abstiegsplätze: Die beiden schwächsten Teams einer Saison steigen direkt ab und werden durch die beiden bestplatzierten der 2. Bundesliga ersetzt, die beiden Vereine auf den Plätzen davor gehen in eine neue Form der Relegation gegen den Dritten und Vierten der 2. Bundesliga. In einer 16 Vereine starken Bundesliga dann also die Plätze 13 und 14.
Insgesamt wäre mein Ansatz für die Bundesliga also grundlegend: Weniger ist mehr!
Reform auch in der 2. Bundesliga - aber anders
Kernthemen der 2. Bundesliga:
- in einem eng beieinander liegenden Teilnehmerfeld die verdienten Auf- und Absteiger finden
- finanzielle Sicherheit und Wachstumsmöglichkeiten schaffen
- Vermarktungsmöglichkeiten optimieren
- Gesamtqualität der Liga weiter anheben
- Liga-Qualität an beiden Enden messbarer machen
Vorschlag: 2. Bundesliga von 18 auf 20 Teams vergrößern
Neben der Bundesliga müsste dann aber auch die 2. Bundesliga reformiert werden - allerdings nicht mit der gleichen Schablone wie die 1. Bundesliga.

Wie könnte eine 2. Bundesliga-Saison mit 20 Vereinen aussehen?
- 20 Teams
- 38 Spieltage
- 380 Ligaspiele
- Aufstiegsrelegation im Gruppenformat
Die beiden Plätze, die man im Starterfeld der ersten Bundesliga wegnimmt, sollten dann nämlich in die 2. Liga fließen und aus der Liga mit bisher 18 Teams eine um zwei Vereine erweiterte Klasse machen. Kurz gesagt: Aufstocken auf 20 Zweitligavereine pro Saison.
Warum in der Bundesliga weniger und in der 2. Bundesliga mehr?
Doch warum in der Bundesliga weniger und in der 2. Bundesliga mehr? Die Antwort ist einfach: Während im deutschen Oberhaus eine permanente Vormachtstellung durch den FC Bayern und ein traditionell starkes oberes Tabellendrittel existieren, ist die Mischung in der zweiten Liga deutlich intensiver – logisch, denn die Stärksten gehen ja in der Regel immer nach oben. Allerdings ist die 2. Bundesliga qualitativ auch jedes Jahr deutlich enger beieinander als die Bundesliga und das Treiben an der Spitze wechselhafter.
Der Abstand zwischen dem zweiten Platz, der den direkten Aufstieg bedeutet, und dem vierten Platz, der das Aus im Aufstiegsrennen bedeutet, ist häufig recht gering. In den letzten sieben Spielzeiten lag dieser viermal bei vier Punkten oder weniger.
Mit Blick auf den vierten Nicht-Aufstiegsplatz und die Relegationschance über Platz drei gibt es häufig ebenfalls nur ein kleines Punktefenster. Doch auch zwischen dem Relegationsplatz und dem zweiten, direkt zum Aufstieg berechtigenden Platz, geht es teils hauchdünn zu.

In der Vorsaison waren der SC Paderborn und die SV Elversberg punktgleich und hatten lediglich ein unterschiedliches Torverhältnis. Paderborn setzte sich zwar in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durch, doch in der Regel behält der Erstligist in diesen Duellen die Oberhand.
Seit der Einführung des aktuellen Relegationsformats zur Saison 2008/09 setzte sich in 18 Duellen 14-mal der Bundesligist durch - nur viermal schaffte der drittbeste Zweitligist den Aufstieg noch über diesen Umweg. Heißt: Nur gut jedes fünfte Relegationduell geht an den, der hoch will.
Der Aufstiegskampf der 2. Bundesliga in den letzten Jahren
Saison | Punkte Vierter nach 34. Spieltag | Punkte Dritter nach 34. Spieltag | Punkte Zweiter nach 34. Spieltag | Abstand Vierter zum Zweiten in Punkten | Abstand Vierter zum Ersten in Punkten |
|---|---|---|---|---|---|
25/26 | 60 | 62 | 62 | 2 | 10 |
24/25 | 55 | 58 | 59 | 4 | 6 |
23/24 | 58 | 63 | 68 | 10 | 11 |
22/23 | 58 | 66 | 67 | 9 | 9 |
21/22 | 60 | 60 | 63 | 3 | 5 |
20/21 | 58 | 62 | 64 | 6 | 9 |
19/20 | 54 | 55 | 58 | 4 | 14 |
So würde ein breiteres Teilnehmerfeld in der 2. Bundesliga, im Gegensatz zur Bundesliga, wohl keinen Schaden anrichten, sondern zusätzliche Spieltage bieten, an denen die Entscheidungsfindung über Auf- und Abstieg noch ehrlicher und transparenter fallen kann.
Zudem würden mehr Zweitliga-Spieltage wohl auch mehr Vermarktung und TV-Einnahmen in Aussicht stellen, was den Vereinen zugutekommen würde. Durch fehlende Europapokalspiele und überschaubare Abstellungen zu Länderspielen würde sich der Mehraufwand in der 2. Liga im Verhältnis zur ersten nicht groß auswirken und die Spieler nicht zusätzlich überlasten.
Eine breitere 2. Liga würde zudem die Möglichkeit bieten, dass sich künftig mehr Vereine im oberen Profifußball etablieren können.
Vom grundsätzlich bekannten System würde aber beinahe alles gleich bleiben. Die meinerseits für die 1. Liga angedachte Playoff-Runde würde in der 2. Bundesliga nicht anfallen und stattdessen im ganz normalen Liga-Alltag entschieden werden, wer hoch und runter geht.

Einzig die Regelung, wie Auf- und Abstieg definiert werden, würde in meiner Idee eine Anpassung erfahren. So würden die ersten beiden Vereine der Endtabelle, wie bereits erwähnt, aufsteigen und der Dritte und Vierte der 2. Liga in einem Relegationswettstreit gegen die jeweils betroffenen Erstligisten ausspielen, wer auf- und absteigt bzw. in der Liga bleibt.
Neues Auf- bzw. Abstiegsformat
- die beiden letztplatzierten Erstligisten (Platz 15 &16) steigen direkt ab
- die beiden bestplatzierten Zweitligisten (Platz 1 & 2) steigen direkt auf
- 3. & 4. der 2. Liga (bei 20 Teams) treffen in Relegation auf 13. & 14. der Bundesliga (bei 16 Teams)
- Relegation im Gruppenformat: Jeder gegen jeden
- die beiden Gruppenersten sichern sich Zugehörigkeit für die Bundesliga
- die beiden Gruppenschlechtesten müssen in der 2. Liga ran
- mehr Spannung bis zum Schluss
- zusätzlich vermarktbare Entscheidungsspiele
- große Bühne für Bundesliga-Talente
Allerdings würde ich vom aktuellen Relegationsformat abweichen und ein Jeder-gegen-Jeder-Modell im Tabellenformat aus den vier Teams machen, die um Auf- und Abstieg sowie Klassenverbleib spielen.
Es wäre wie bei einer Turnier-Gruppe: Die beiden Gruppenersten steigen auf bzw. halten die Liga, die beiden Letzten steigen ab bzw. bleiben in ihrer Liga. Noch transparenter wäre hier wohl sogar der Ansatz mit Hin- und Rückspiel, allerdings wäre dieser auch noch deutlich zeitaufwendiger und müsste in den Rahmenterminkalender passen.
Ebenso wären in dieser Idee die Abstiegskandidaten aus der 2. Bundesliga vor einer kleinen Revolution. Hierfür würde ich ebenfalls vier Abstiegsplätze anvisieren. Ebenso mit zwei direkten Absteigern und zwei Vereinen, die in die Relegation mit den jeweiligen Drittligisten gehen.
Warum auch die Bundesliga von einer breiteren 2. Liga profitieren könnte
Aufgrund des noch breiteren Teilnehmerfelds und der finanziell deutlich schwächeren Bedingungen ist die Möglichkeit für Transfers in der 2. Liga natürlich geringer als im Oberhaus.
Das würde aber auch bedeuten, dass sich auf diesem immer noch recht hohen Niveau die spannende Option ergeben könnte, dass die Bundesligisten ihre Talente an die zahlreichen Zweitligisten verleihen könnten, um ihnen auf bestmöglichem Niveau echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Während die Zweitligisten vielversprechende Fußballer für verhältnismäßig kleines Geld bekämen, könnte man sich als abgebender Verein aus dem Oberhaus darüber freuen, dass noch mehr Talente echte Chancen auf einem sinnvollen Niveau erhalten würden.
Die 2. Bundesliga würde somit noch weiter als Talente-Liga und Sprungbrett für Nachwuchsstars dienen, von dem auch die Zweitligisten profitieren würden.
Auch in den unteren Ligen bedarf es einer Reform
Um den deutschen Fußball weiterzuentwickeln, würde es mehr bedürfen als einer Reform der 1. und 2. Liga. Auch in der 3. Liga bzw. in den Regionalligen muss sich etwas ändern. Vor allem mit Blick auf die vierten Ligen wäre eine Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen wünschenswert, bei der dann alle Meister in die 3. Liga aufsteigen dürfen. In der 3. Liga gäbe es dann ebenfalls vier direkte Absteiger.
Die Reform würde sich somit von der höchsten Spielklasse, der Bundesliga, bis in den Amateurbereich fortsetzen und den deutschen Fußball neu aufstellen – vielleicht sogar fairer und besser machen.
