Skip to main content

Unter Blessin schon abgeliefert: 7 Vorschläge für Gladbachs Transfer-Winter

Alexander Blessin benötigt bei der Mission Klassenerhalt dringend Unterstützung und wir haben ein paar Transfervorschläge für die Fohlen.
VonOliver Helbig
Gladbach-Coach Alexander Blessin kann Verstärkung gebrauchen
Gladbach-Coach Alexander Blessin kann Verstärkung gebrauchen | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Alexander Blessin hat mit dem Cheftrainerposten bei Borussia Mönchengladbach ein heißes Eisen angefasst und soll die noch punktlosen Fohlen vor dem drohenden Abstieg bewahren. Der Start des neuen Trainers ging ausgerechnet im Rheinderby gegen den 1. FC Köln gleich in die Hose und offenbarte erneut einige Baustellen der Borussen, die Blessin in den Griff bekommen muss. Gegebenenfalls auch mit Transfers im kommenden Wintertransferfenster.

Gladbach muss im Winter eigentlich aktiv werden

Die Gladbacher können für die Mission Klassenerhalt definitiv noch qualitative Verstärkungen im Kader gebrauchen, doch letztlich sind die finanziellen Mittel am Niederrhein auch stark begrenzt, was den Handlungsspielraum deutlich einschränkt.

Spielraum für Experimente und weitere Fehlgriffe gibt es nicht und so könnte es am Ende darauf hinauslaufen, dass die Borussen den Fokus im Winter auf Spieler werfen, die der neue Cheftrainer bereits kennt und schätzt, die finanziell in den Rahmen passen, und die auch wissen, was Blessins Fußball abverlangt.

Zudem müssen die Kandidaten auch direkt die Baustellen des Traditionsklubs schließen und die Bedürfnisse der Fohlen bestmöglich erfüllen können. Gezielte Transfers müssen sitzen und zum angepeilten Saisonziel beitragen. Genau das ist allerdings in nahezu allen Mannschaftsbereichen erforderlich.

In der Innenverteidigung sind die Sorgen nach dem Abgang von Nico Elvedi und dem Leistungsloch von Rückkehrer Ko Itakura besonders groß. Doch auch auf den Außenverteidigerpositionen und im zentralen Mittelfeld ist die Fohlenelf - auch aufgrund von verletzungsbedingten Ausfällen - arg gebeutelt und könnte dringend Verstärkung gebrauchen. Nicht zu vergessen die oftmals stotternde Offensive, die etwas Feuer unterm Hinter und deutlich mehr Treffsicherheit gebrauchen könnte.

Bei genauerem Hinsehen gibt es für diese Belange aber auch ein paar Namen, die in ihrem Gesamtpaket ins Schema passen könnten. Die hier aufgeführten Spieler haben bereits mit Alexander Blessin zusammengearbeitet und sich unter dem gebürtigen Stuttgarter bewiesen. Dadurch wüssten beide Seiten, worauf sie sich einlassen. Die Kandidaten sind vermutlich finanziell im Rahmen und würden die ausgemachten Schwachstellen zumindest in der Theorie umgehend angehen.

Blessins bekannte Helferlein - Die 90min-Vorschläge für Gladbachs Transfer-Winter

Eric Smith / FC St. Pauli

Da Borussia Mönchengladbach in der Defensive sowohl Stabilität als auch Führungsstärke vermissen lässt und auch nicht so recht ins Aufbauspiel kommt, wäre Eric Smith vom FC St. Pauli möglicherweise eine durchaus überlegenswerte Option. Der 29-jährige Schwede arbeitete unter Blessin bei den Hamburgern schon erfolgreich und könnte die Probleme in der Defensive lösen.

Alexander Blessin und Eric Smith
FC St. Pauli - FSV Mainz 05 | picture alliance/GettyImages

Smith ist eine Art Defensiv-Hybrid: Einerseits hält er den Laden zusammen, andererseits leitet er strukturierte Ideen nach vorne ein und kann als verlängerter Arm des Trainers agieren. Unter Blessin war Smith Teil der zweitbesten Bundesliga-Defensive, die St. Pauli in der Aufstiegssaison 2024/25 hinter dem FC Bayern stellte. Er könnte sicherlich auch die wackelige Fohlenelf stabilisieren und Blessins Probleme lösen. 64 Mal stand Smith für Blessin bereits auf dem Feld - beide wissen also genau, was sie vom anderen zu erwarten haben.

Aktuell steht der 29-Jährige bei St. Pauli noch bis Sommer 2027 unter Vertrag, was einen Winterwechsel besonders interessant machen könnte. Wenn Blessin seinen Abwehrchef aus gemeinsamen Zeiten an der Elbe gerne zurückhaben will, dürfte das im kommenden Transferfenster durchaus günstig zu realisieren sein. Derzeit wird Smith mit einem Marktwert von drei Millionen Euro geführt und könnte durchaus Gefallen an einem weiteren Engagement im deutschen Oberhaus finden.

Arkadiusz Pyrka / FC St. Pauli

Die Positionen in der rechten und linken Defensive sind immer wieder Problemfälle bei den Fohlen. Nachdem hinten rechts Joe Scally bereits als Abgangskandidat abgestempelt wurde, machten die Verletzungen von Yukhym Konoplya und Daiki Hashioka einen Verbleib des US-Amerikaners unvermeidbar.

Dennoch bleibt die Gesamtsituation auf der defensiven Außenbahn unbefriedigend - auch auf der wackeligen linken Seite. Einer, der unter Blessin bereits gesetzt war und beide Außenbahnen bespielen könnte, ist der dreimalige polnische Nationalspieler Arkadiusz Pyrka vom FC St. Pauli.

Arkadiusz Pyrka
Arkadiusz Pyrka | Selim Sudheimer/GettyImages

Unter Blessin stieg der 24-Jährige bei den Hamburgern zur Stammkraft auf und kam in der vergangenen Bundesligasaison auf 31 Einsätze im deutschen Oberhaus. Nachdem der Saisonstart noch eher holprig verlief, war Pyrka ab dem zehnten Spieltag gesetzt und nicht mehr aus der St.-Pauli-Elf wegzudenken. Zwar konnte Pyrka den Abstieg auch nicht verhindern, doch der Anstieg seines Marktwerts von zwei auf 3,5 Millionen unterstreicht, dass der Pole eine ordentliche Entwicklung in Hamburg durchläuft, die sich auch im bisherigen Zweitliga-Saisonverlauf 2026/27 widerspiegelt, in dem der Außenbahnspieler ebenfalls gesetzt ist und nach sieben Spieltagen an einem Fünftel der Treffer seines Klubs direkt beteiligt war.

Wenn Blessin eine verlässliche und ihm bekannte Alternative sucht, die die beiden Außenbahnen bespielen kann, wäre sein Ex-Schützling aus Hamburger Tagen eine durchaus attraktive Option für einen Transfervorstoß im Winter.

Der Vertrag des Polen soll bei St. Pauli angeblich auch nur noch bis Sommer 2028 laufen, diese Information ist jedoch nicht eindeutig bestätigt. Eine Rückkehr in die Bundesliga und ein Engagement bei einem Klub mit dieser Strahlkraft dürfte aber ein gutes Lockmittel sein - auch im Hinblick auf seine weitere Karriere im Nationalteam Polens.

Mathias Rasmussen / FC St. Pauli

Gerade in schwierigen Zeiten sind kreative Ideengeber und echte Arbeitstiere eigentlich unverzichtbar. Mit offensiven Geistesblitzen sorgen sie einerseits für Torgefahr und entlasten damit auch die Abwehr. Andererseits nehmen sie auch das Publikum mit und bringen es hinter die Mannschaft. Zudem gilt es auch den Bereich vor der Abwehr zu stabilsieren. Ein Spieler, der hier vielleicht schnell ins Blessin-Gedächtnis zurückkommen könnte, ist der Norweger Mathias Rasmussen.

Mathias Rasmussen und Alexander Blessin
Mathias Rasmussen und Alexander Blessin | Isosport/MB Media/GettyImages

Die beiden arbeiteten zunächst erfolgreich beim belgischen Klub Union Saint-Gilloise zusammen, ehe Blessin den Mittelfeldstrategen auch mit nach Hamburg lotste, wo Rasmussen seit Januar 2026 unter Vertrag steht. Der 28-Jährige lief für Blessin in bereits 67 Pflichtspielen auf und konnte dabei zehn Torbeteiligungen beisteuern.

In der Rückrunde 2025/26 brachte Blessin Rasmussen 13-mal zum Einsatz und untermauerte damit, dass er viel von ihm hält. Das hatte Blessin schon in gemeinsamen Tagen in Belgien angedeutet, als er Rasmussens Qualitäten hervorhob und jede Menge Lob für den Mittelfeldmotor parat hatte. Folgt der Norweger Blessin nun möglicherweise zum nächsten Klub?

Rasmussens Stärken sind die Kombination aus defensiver Stabilität und hoher Laufbereitschaft sowie Dynamik, mit der er immer wieder für Bewegung im Spiel sorgt. Der Box-to-Box-Player könnte dem Gladbacher Mittelfeld Struktur und Schwung verleihen.

Aktuell steht der 28-jährige Cousin von Dortmunds Julian Ryerson noch bis 2029 in Hamburg unter Vertrag. Sein Marktwert von nur zwei Millionen Euro dürfte jedoch kein großes Hindernis darstellen, sollte Gladbach ernst machen und für Blessin ans Millerntor klopfen.

Cameron Puertas / Al-Qadsiah (per Leihe bei Al-Wasl)

Ein weiteres Mittelfeld-Ziel für Blessin und Gladbach könnte Cameron Puertas sein, der unter dem Gladbacher Cheftrainer bei Union Saint-Gilloise zu absoluter Topform auflief. In 56 Pflichtspielen unter Blessin kam der zentrale Mittelfeldspieler aus der Schweiz auf starke 14 Tore und 23 Vorlagen. Kein Wunder, dass der saudi-arabische Verein Al-Qadsiah im Sommer 2024 zuschlug und den Shootingstar für über 15 Millionen Euro in die Saudi Pro League lotste.

Alexander Blessin und Cameron Puertas
Alexander Blessin und Cameron Puertas | VIRGINIE LEFOUR/GettyImages

Der Name Cameron Puertas dürfte bewanderten Bundesliga-Fans noch ein Begriff sein, denn der 28-Jährige spielte in der abgelaufenen Saison per Leihe bei Werder Bremen im deutschen Oberhaus. Dort überzeugte er so sehr, dass die Bremer sich die Dienste des zentralen Mittelfeldspielers fest sichern wollten – was scheiterte. Stattdessen wechselte Puertas im September nun per Leihe zu Al Wasl in die Arabischen Emirate. Doch dort spielt Puertas keine Rolle und kann bisher nur auf rund eine halbe Stunde Einsatzzeit zurückblicken.

Bei diesem Ex-Schützling von Alexander Blessin gibt es jedoch ein bedeutendes Problem: Puertas kam im laufenden Saisonbetrieb bereits für Al-Qadsiah und Al-Wasl zum Einsatz – wenn auch nicht gerade üppig. Die FIFA verbietet es Spielern eigentlich, pro Saison für mehr als zwei Vereine aufzulaufen. Allerdings könnte Gladbach versuchen, eine Lücke im System zu finden, um einen Winterwechsel in die Bundesliga per Ausnahme doch möglich zu machen. Dann stünden jedoch noch die finanziellen Hürden im Weg. Dieser Vorschlag ist am Ende aber wohl mehr Wunsch als echte Option.

Charles Vanhoutte / Feyenoord Rotterdam

Für das Mittelfeld der Fohlen könnte es aber noch eine weitere interessante Option geben, die bei Blessin bereits bestens bekannt ist. Der Belgier Charles Vanhoutte kam unter Gladbachs Coach bei Union Saint-Gilloise zu 54 Pflichtspieleinsätzen – für keinen anderen Trainer in seiner Profilaufbahn spielte der Mittelfeldspieler häufiger.

Charles Vanhoutte (l.) und Alexander Blessin (r.)
Charles Vanhoutte (l.) und Alexander Blessin (r.) | VIRGINIE LEFOUR/GettyImages

Die Verpflichtung des zentral defensiven Mittelfeldspielers könnte jedoch äußerst kompliziert sein. Für Vanhoutte müsste Borussia Mönchengladbach tief in die Tasche greifen, denn nach seinem Wechsel zum niederländischen Spitzenklub Feyenoord Rotterdam im vergangenen Sommer ist der Belgier wieder gesetzt.

In der Saison 2026/27 ist Vanhoutte bisher Stammspieler beim aktuellen Tabellenführer der Eredivisie und steht bis 2030 langfristig unter Vertrag. Über eine mögliche Ausstiegsklausel ist nichts bekannt. Heißt, Gladbach müsste mit Rotterdam knallhart verhandeln und darauf hoffen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, sollte der niederländische Topklub nicht schon von vorneherein abblocken.

Möglicherweise wäre hier auch ein Gladbach-Star zur Verrechnung denkbar. Eine Kader-Baustelle des 16-fachen niederländischen Meisters ist aktuell wohl die linke Abwehrposition – und da hat die Borussia mit Lukas Ullrich einen durchaus vielversprechenden Spieler im Kader.

Elias Saad / FC Augsburg (per Leihe bei Nashville SC)

In der Gladbacher Offensive gibt es zwar bereits Flügelspieler mit hohem Potenzial, doch möglicherweise fehlt es dort auch etwas an Breite im Kader und an Qualität, die von der Bank nachgeschoben werden kann und die vorhandenen Kräfte im Kader herausfordern kann. Ein Spieler, der dafür durchaus interessant werden könnte, ist Blessins Ex-Schützling Elias Saad.

Alexander Blessin und Elias Saad
Alexander Blessin und Elias Saad | Cathrin Mueller/GettyImages

Beide arbeiteten zusammen beim FC St. Pauli, ehe Saad zum FC Augsburg wechselte. Mit Ausnahme von verletzungsbedingten Ausfällen kam der flinke Flügelflitzer unter Blessin regelmäßig zum Einsatz. In 19 Einsätzen unter dem heutigen Gladbach-Coach kam der gebürtige Hamburger auf fünf Torbeteiligungen.

Nachdem Saads Schritt nach Augsburg nicht von großem Erfolg gekrönt war und auch eine Leihe zu Hannover 96 keinen neuen Aufschwung brachte, wechselte der 1,85 Meter große Flügelspieler im vergangenen Sommer ebenfalls per Leihe in die US-amerikanische MLS, wo er derzeit für Nashville SC allmählich wieder in Form zu kommen scheint. Obwohl Saad bislang erst auf rund die Hälfte der möglichen Einsatzzeiten kommt, kann er schon vier Torbeteiligungen aus elf Spielen vorweisen.

Vielleicht würde der 17-fache tunesische Nationalspieler unter seinem ehemaligen Trainer auch in Gladbach aufblühen und zeigen, was ihn einst zum absoluten Shootingstar an der Elbe gemacht hat. Dafür müsste Gladbach aber hinbekommen, dass Augsburg die Leihe (bis Sommer 2027) mit MLS-Klub Nashville vorzeitig beendet - was an sich gar nicht so schwierig werden könnte.

Die reguläre MLS-Saison läuft für den Saad-Klub ohnehin nur noch bis zum 7. November und als Erstplatzierter der Eastern Conference dürfte die Playoff-Teilnahme für Nashville geritzt sein. Das Endspiel - sollte Nashville es bis dorthin schaffen - wäre dann vermutlich irgendwann im Dezember. Elias Saad hätte also pünktlich zum Transferfenster reichlich Zeit für einen Wechsel nach Gladbach und stünde zudem voll im Saft. Vielleicht kann Saad die Rückrunde dann - wenn man sich mit dem FC Augsburg einigen kann - unter Blessin zum Gladbacher Klassenerhalt beitragen.

Noah Holm / SK Brann

Unser Geheimtipp: Ein durchaus interessanter aber auch recht unbekannter Name auf Blessins Wunschzettel für den Winter könnte möglicherweise der norwegische Mittelstürmer Noah Holm sein. Unter dem neuen Gladbacher Coach lief der 1,86 Meter große Mittelstürmer einst im Nachwuchs von RB Leipzig in 79 Pflichtspielen auf und hinterließ mit 35 Toren und 14 Vorlagen durchaus beeindruckende Statistiken. Mit Blessin arbeitete er dort in der U17 und U19 der Roten Bullen zusammen.

Noah Holm
Noah Holm | PIERO CRUCIATTI/GettyImages

Aus dem damaligen Offensivtalent ist inzwischen aber ein gestandener Mann und Fußballprofi geworden. Der 25-jährige Holm wechselte einst aus der U19 der Sachsen zum portugiesischen Klub Vitória Guimarães und von dort aus weiter zum norwegischen Topklub Rosenborg BK. Im Anschluss wurde er vom 26-fachen norwegischen Meister zunächst an Stade Reims nach Frankreich verliehen und schließlich im September 2025 an Ligarivale SK Brann nach Bergen verkauft.

Dort blühte Holm in der Folge richtig auf und konnte seinen Marktwert von damals 800.000 Euro innerhalb eines Jahres auf vier Millionen Euro steigern. Derzeit blickt der im dänischen Kopenhagen geborene ehemalige norwegische U21-Nationalspieler nach 39 Pflichtspielen der laufenden Saison von SK Brann schon auf zehn Tore und vier Vorlagen zurück. Darunter drei Torbeteiligungen in neun Europa League-Spielen.

Holm ist ein physisch starker Mittelstürmer, der sich in Zweikämpfen durchzusetzen weiß, über große Sprungkraft und Kopfballstärke verfügt und sich im Strafraum behaupten kann. Attribute, die man in Gladbach gut gebrauchen könnte. Das gilt umso mehr, da der angestammte Mittelstürmer Tim Kleindienst zuletzt immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde und auch nicht zu alter Form zu finden scheint.


Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu