Borussia Mönchengladbach gibt derzeit ein sehr tristes Bild ab. Die Fohlen befinden sich am Ende der Tabelle und haben in der laufenden Bundesliga-Saison noch keinen Punkt geholt. Gänzlich überraschend ist das aber nicht. Die Fohlen durchlaufen einen stetigen Abwärtstrend, nachdem sie Mitte der 2010er-Jahre noch in der Champions League gespielt haben.
Gladbach hat es kaum mal geschafft, seine Top-Spieler für viel Geld zu verkaufen und auch finanziell immer mehr an Boden verloren. Umso wichtiger wäre es, im Zuge von Einnahmen durch Spielerverkäufe wieder an Finanzkraft zu gewinnen.
Trotz der sportlich bescheidenen Lage gibt es im Gladbach-Kader nämlich durchaus Spieler, die nicht nur eine Bereicherung für das Team darstellen, sondern eines Tages für viel Geld verkauft werden könnten. Einige davon hat man heute noch gar nicht so richtig auf der Rechnung.
5. Fabio Chiarodia

Fabio Chiarodia galt in der Werder-Jugend als absolutes Abwehr-Juwel und feierte im Alter von 16 Jahren sein Debüt bei den Profis. Im Sommer 2023 sicherten sich die Fohlen die Dienste des Innenverteidigers und überwiesen zwei Millionen Euro nach Bremen. Chiarodia absolvierte insgesamt 54 Partien für italienische U-Nationalteams und stand im Juni 2026 zweimal über 90 Minuten für die A-Nationalmannschaft auf dem Platz. Chiarodia wurde aber auch immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und ist bei Gladbach dementsprechend auch kein Stammspieler.
Trotzdem muss man bedenken, dass Chiarodia noch immer erst 21 Jahre alt ist und einiges an Potenzial mitbringt. Der Italiener ist technisch gut und stark im Spielaufbau. Zudem verfügt er über eine große Spielintelligenz. Lediglich in den Zweikämpfen muss er noch robuster werden. Leider ist gerade diese Fähigkeit im Abstiegskampf entscheidend. Mutmaßlich würde er es in einem besseren Team deutlich leichter haben. Nun gilt es aber zunächst mal, an den Schwächen zu arbeiten.
Vor allem in Italien könnte Chiarodia bei vielen Klubs begehrt sein. Bis 2028 steht er am Niederrhein noch unter Vertrag, sein Marktwert wird derzeit allerdings auf lediglich drei Millionen Euro beziffert.
4. Jens Castrop

Gladbach hat in den letzten Jahren nicht viele Transfer-Coups getätigt, jedoch dürfte sich der Castrop-Deal aus dem Vorjahr für 4,5 Millionen Euro als solcher erweisen. Der Ex-Nürnberger war bereits in der Vorsaison ein Lichtblick bei den Gladbachern und dürfte in Zukunft noch wichtiger werden. Anders als die meisten anderen Mittelfeldspieler im Verein bringt Castrop Dynamik und fußballerisches Können mit.
Umso bitterer ist es auch, dass Castrop aktuell aufgrund einer in der Sommerpause erlittenen Schulterverletzung fehlt. Sollte der 23-Jährige in Zukunft von Verletzungen verschont bleiben, wird er seinen Weg machen und mit ziemlicher Sicherheit an Wert gewinnen (aktueller Marktwert: 10 Mio. Euro).
Immerhin ist der frühere deutsche U21-Nationalspieler inzwischen auch mit Südkoreas A-Nationalmannschaft international unterwegs. In Gladbach ist sein Arbeitspapier noch bis 2029 gültig.
3. Iaia Manco Danfa

Iaia Manco Danfa dürfte noch den wenigsten Fußballfans ein Begriff sein, jedoch wird sich das aller Voraussicht nach bald ändern. Der 19 Jahre alte Angreifer ist derzeit für Gladbach II in der Regionalliga aktiv und hat in der laufenden Saison nach sechs Spielen drei Tore und zwei Assists auf dem Konto. In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals stand er zudem erstmals bei den Profis im Kader.
Die Gladbacher nahmen Danfa im Sommer 2025 unter Vertrag, nachdem er beim Berliner AK 31 Tore in 27 Spielen erzielte. Bei den Fohlen zeigte er sich mit 15 Toren in 19 Spielen für die U19-Auswahl auch direkt erfolgreich. Daran konnte er auch bei Gladbach II (14 Scorer in 21 Spielen) anschließen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich auch bei den Profis etabliert. "Iaia ist ein brutal spannender Spieler, das muss man schon sagen", schwärmte Ex-Gladbach-Coach Eugen Polanski von Danfa, nachdem sich dieser im Rahmen eines Testspiels empfohlen hatte.
Der 19-Jährige besticht durch seine Physis, sein Tempo und seinen Torinstinkt. Zudem gilt er als gleichermaßen fleißig wie unbekümmert. Lediglich die taktische Reife geht ihm noch ein wenig ab.
2. Mathieu Nguefack

Der 18-Jährige gehört zu den wenigen Gladbach-Lichtblicken in der laufenden Saison. Nguefack durfte bei drei Bundesligaspielen im zentralen Mittelfeld ran und stand sogar einmal von Beginn an auf dem Platz. Dabei gelang dem Youngster direkt ein Assist. Der deutsche U18-Nationalspieler hat 45 Partien für die U17 und 30 Spiele für die U19 der Fohlen absolviert und zählt seit Jahren zu den hoffnungsvollsten Talenten im Fohlenstall.
Nguefack bringt fast alles mit, was ein starker zentraler Mittelfeldspieler braucht. So vereint er eine saubere Technik mit einer gesunden Zweikampfhärte und einer guten Spielübersicht. Hinzu kommt, dass der Youngster als äußerst ehrgeizig und fokussiert gilt. Natürlich wird es auch Nguefack schwierig haben, als unerfahrener Spieler in einer verunsicherten Mannschaft auf Anhieb zu überzeugen, früher oder später sollte sich sein Potenzial aber durchsetzen.
Schon jetzt wird sein Marktwert auf drei Millionen Euro geschätzt (Vertrag bis 2029).
1. Wael Mohya

Wael Mohya gilt als größter Hoffnungsträger der Fohlen. Der Offensivspieler hat bereits im Alter von 17 Jahren den Sprung in die deutsche U21-Nationalmannschaft geschafft und 23 Pflichtspiele für die Gladbach-Profis und drei Treffer auf dem Konto. Mohya ist technisch sehr beschlagen, dribbelstark und wendig. Zudem verfügt er über eine hohe Spielintelligenz und ist auch im Pressing trotz seines jungen Alters sehr beschlagen.
Ein wenig geht Mohya noch die Physis ab, jedoch ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis er robuster und durchsetzungsfähiger wird. Der jüngste Torschütze der Gladbacher Vereinsgeschichte hat das Potenzial, ein Star zu werden und könnte die Fohlen definitiv eines Tages reich machen.
Das lässt sich schon anhand des derzeit geschätzten Marktwertes in Höhe von 17 Millionen Euro ablesen.
