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Keine Hoffnung für Gladbach: In dieser Saison kommt der Abstieg – Kommentar

Die Borussia steckt mitten im Abstiegskampf – und wird diesen auch nicht mehr verlassen. Inzwischen stimmen einfach zu viele Sachen nicht, sodass der Abstieg das zu erwartende Szenario ist.
VonYannik Möller
Die Borussia erwischte den schlechtmöglichsten Saisonstart
Die Borussia erwischte den schlechtmöglichsten Saisonstart | NurPhoto/GettyImages

Am Freitag erschien bei 90min ein Kommentar mit dem Titel "Warum die Gladbacher Rettung wahrscheinlicher ist als gedacht". Darin enthalten ist die vermeintlich berechtigte Hoffnung, dass trotz des desaströsen Saisonstarts eine Wende noch immer erreichbar und denkbar, ein Turnaround auch dank Alexander Blessin weiterhin in Reichweite ist.

Im Gegensatz dazu bringt dieser Kommentar weitaus weniger Hoffnung mit. Viel mehr sagt er aus: In dieser Saison wird es Borussia Mönchengladbach erwischen, schlussendlich wird der Klub vom Niederrhein den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssen.

Die Ausgangslage könnte nicht schlechter sein – dazu fehlt gefühlt die halbe Mannschaft

Eine Begründung erfolgt zunächst aus dem Offensichtlichen. Nach inzwischen fünf Spielen steht die Fohlenelf mit fünf Niederlagen, also null Punkten und zugleich beinahe wahnwitzigen 18 Gegentoren auf dem letzten Tabellenplatz. Die Ausgangslage ist damit zum aktuellen Zeitpunkt so schlecht, wie sie nur sein könnte.

Darüber hinaus gibt es keine zurzeit sichtbaren Aspekte, die eine wirklich objektive und berechtigte Hoffnung auslösen könnten. Im Fokus steht zurzeit auch das Verletzungspech der Borussia – wenn man es denn überhaupt als Pech bezeichnen kann.

Der erneut verletzungsbedingte Ausfall von Tim Kleindienst und die möglicherweise sogar mittel- bis langfristige Zwangspause von Jan Leszczynski erschweren die Ausgangslage nur noch weiter. Immerhin gesellen sich die beiden zur bereits bekannten Ausfällen wie Ko Itakura oder Frank Honorat. Weitere Akteure feilen an ihrem Comeback, wobei sich dann auch die Frage stellt, ob sie auch (zeitnah) wieder an ihr maximales Leistungsniveau herankommen.

Tim Kleindienst
Tim Kleindienst überzeugt bislang weder als Torjäger noch als Führungsspieler – und fehlt nun wieder verletzt | Christian Verheyen/GettyImages

Kein Leistungsträger geht vorweg, selbst Nicolas hält die Gegentor-Flut nicht auf

Abseits der Verletzungsthematik kommt auch noch hinzu, dass vorige Leistungsträger schwächeln. Moritz Nicolas ist dafür wohl das zurzeit beste Beispiel. In der Vorsaison galt er noch berechtigterweise und auch von mehreren Statistiken und Werten gestützt als einer der besten Keeper der Bundesliga.

Zwar ist er gewiss nicht der Hauptschuldige an den zahlreichen Gegentoren und häufig noch der Arsch vom Dienst, der unter einer zuweilen amateurhaft anmutenden Defensive leidet. Trotzdem weist auch er zurzeit deutlich schwächere Statistiken aus als im letzten Jahr: Schloss er das Vorjahr etwa mit einer sehr starken Quote von 72 Prozent an abgewehrten Schüssen ab, sind es bislang lediglich 60 Prozent (90min berichtete). Damit liegt Nicolas im unteren Tabellenmittelfeld der Bundesliga-Torhüter.


Trainereffekt kann nach zwei Spielen schon verpufft sein – der Fan-Support könnte ebenfalls eingestellt werden

Die zusätzliche Gefahr, dass der Trainereffekt nach dem Start mit der Niederlage im Rheinderby zu schnell verpufft und dass das Fanumfeld bereits in den letzten Jahren sehr viel verzeihen musste, darf ebenfalls nicht unterschätzt werden.

Gelingt der Borussia nicht zeitnah ein spürbarer Turnaround unter Blessin, so wenig er daran angesichts einer womöglich auch einfach qualitativ nicht ausreichenden Mannschaft auch Schuld sein möge, findet sich Gladbach in der gleichen Ausgangslage wie unter Eugen Polanski wieder. Ein zweiter Trainerwechsel innerhalb der laufenden Saison wäre ein Armutszeugnis und würde auch Rouven Schröder massiv unter Druck setzen.

1. FC Köln v Borussia Mönchengladbach - Bundesliga 2026/27
Alexander Blessin könnte selbst vom Abwärtstrend der Borussia verschlungen werden | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Die Stimmung im Borussia-Park ist bereits angespannt. Wie sollte es angesichts der aktuellen Situation auch anders sein? Noch versuchen die Anhänger ihre Mannschaft zu supporten, sie heim wie auswärts zu wichtigen Punktgewinnen zu peitschen. Doch auch diese Geduld wird nicht ewig anhalten. Sollte die Fohlenelf auch diesen Support noch verlieren, wodurch zugleich der Druck steigen und die Stimmung weiter geschwächt werden würde, sieht es ganz düster aus.


Fazit: Heimspiel gegen Hoffenheim bereits als frühzeitiger

Bislang stehen alle Zeichen auf eine sehr, sehr lange Saison und einen Verbleib im Abstiegskampf. Sollte das Heimspiel gegen ein zurzeit ebenfalls schwächelndes TSG Hoffenheim auch nicht gewonnen werden, muss sich eine Frage gestellt werden: Gegen wen will diese Borussia dann noch spielen, um auf mindestens 30 Punkte zu kommen?


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